Man sollte bei dem Thema schon aufpassen, Fakten und Vermutungen nicht zu vermischen.
Ja, es stimmt, dass viele Tierarztpraxen und Kliniken inzwischen zu größeren Ketten gehören. Daraus aber automatisch abzuleiten, dass Tierärzte massenhaft unnötige Behandlungen durchführen oder Tiere absichtlich für den Profit leiden lassen, ist ein sehr schwerwiegender Vorwurf, für den belastbare Belege fehlen.
Die Realität ist oft deutlich einfacher: Die moderne Tiermedizin kann heute viel mehr diagnostizieren und behandeln als noch vor 20 Jahren. Das kostet Geld. Hinzu kommen gestiegene Löhne, Mieten, Energiepreise, moderne Geräte und die Gebührenordnung für Tierärzte. Viele Tierärzte arbeiten trotz hoher Rechnungen keineswegs in Luxus, sondern kämpfen selbst mit Personalmangel, Überstunden und enormem psychischem Druck.
Natürlich sollte man bei teuren oder weitreichenden Behandlungen eine Zweitmeinung einholen. Aber pauschal Tierärzte oder Kliniken als Abzocker darzustellen, wird den vielen engagierten Menschen in diesem Beruf nicht gerecht, die täglich versuchen, Tieren zu helfen und Leben zu retten.
In über 40 Jahren eigenverantwortlicher Tierhaltung wirklich schon einiges erlebt, deshalb bereit und imstande, sich alles aus mehreren Perspektiven anzuschauen, aber ...
"Alles haben wollen und nix dafür zahlen wollen", das fonde ich schon wieder sehr "ich als Mensch darf über dich als Untermensch so urteilen und verbreiten!".
Innerhalb der Zeit von März bis jetzt, waren 2 Hunde und ein Kater in tierärztlicher Behandlung.
Die Tiere wurden in die Familie geholt, als Familienmitglieder, die werden nicht "weggeschickt", wenn es umbequem oder eng wird! Oder, wenn man eben, ohne Schuld, in finanzielle Schieflage gerät, durch Krankheit bspw.
So geschehen, von der angesehenen Angestellten zur Rentnerin, zack!
Der 1. Hund, Malteser 14 Jahre muss dringend operiert werden, wegen 3 "Warzen" an ungünstigen Stellen, eine mit unklarem Zellinhalt. Kostenprognose ca. 500 EUR.
Keine Tier-KV!
Malteser muss aber vorher zum Herzschall, weil Herzgeräusche.
Also, 200 km Fahrt, 320 EUR für Herzschall.
Frage an den Tierarzt, OP auf 2 Raten in 2 aufeinander folgenden Monaten? NÖ!
Weitere 4 Wochen vergehen, bis man sich die OP-Kosten vom Munde abgespart hat.
OP erfolgt, vorn am Tresen dann 685 EUR statt "ca. 500".
Um es abzukürzen.
Mit dem 2. Hund und Kater im Mai in eine andere Praxis, weil die einen mit Notfall nicht einfach draußen stehen lassen sondern da sind.
Kater ohne Tier-KV, Hund mit.
Hier der Hinweis auf die jüngste Vergangenheit und Kosten (Malteser komplett seit Februar ca. 1.200 EUR).
Frage: "Behandeln Sie bitte, ich bezahle jetzt 100 EUR an, den Rest bei Nachuntersuchung in 5 Tagen. Wieder "dieser Blick", mit dem arme Menschen bedacht werden und sich schämen sollen/müssen. Scham, weil man arm geworden ist. Nicht Resoekt dafür, dass man trotzdem weiterlebt, anders eben ...
Das o.k. zum Zahlungswunsch kam. Beim nächsten Termin dann zu denn 100 noch 456 EUR draufgelgt. Geliehen, von Freunden!
Nach 3 Tagen mit Kater wegen Komplikationen wieder hin. Hinweis von mir, dass ich das in einer Woche beim Klammern ziehen abschließend komplett begleiche. Hinweis von Tresen "da müssen wir uns aber auch drauf verlassen können!".
Hatte ich nicht erst Tage zuvor verlässlich 556 EUR bezahlt?
Einen Tag später wieder hin.
Kater wurde zur Regenbogenbrücke getragen. Gestorben wegen eines Hundeangriffs und Bisswunden, den due Halter des Hundes verneinten.
Und gestorben, weil die gute, erforderliche und teurere Behandlung nicht wirklich stattgefunden hat ...?
Oder weil man, behandelt durch 3 TA, so wie eben Dienst war, mal das Richtige versäumt hat?
Fazit: Ein Hund für ca. 1.200 EUR letztendlich wieder fit und gesund, nach Behandlung quasi auf Vorkasse! Top Leistung! Hat alles, obwohl akut, nur 2 Monate gedauert von "da muss OP" bis erfolgreich OP überstanden!
2. Hind hat nix bon dem was vermutet wurde, sagt das Blutbild, was rr hat, wriß man dennoch bis jetzt nicht!
Tier-KB braucht noch Rückfrage beim TA, wie immer, irgendwann kommen 150 EUR zu 80 % zu mir zurück.
Kater ist über die Regenbogenbrücke gegangen aus Gründen! 620 EUR.
Übrig bleib ich.
Noch mindestens tagelang damit beschäftigt den nächsten TA aufzusuchen, um Zahlungsaufschub, und aber trotzdem Behandlung zu betteln, damit der andere Hund behandelt wird.
Noch monatelang damit beschäftigt, mit noch weniger Geld zu überleben und den Freunden das Geld zurück zu zahlen.
Den Rest des Lebens mit der Trauer um den Kater.
Alles wollen (meine Tiere, meine Familienmitglieder) und nichts dafür bezahlen/geben wollen?
Sicher nicht, aber etwas mehr Menschlichkeit in der Veterinärmedizin dem Menschen und seiner Situation gegenüber!
Wir sind nun mal, so froh bin ich darüber, nicht alle gleich!
Und mittlerweile auch dem Tier gegenüber. Dass der Malteser nicht sofort behandelt wurde, war wirklich ein Vergehen am Tierwohl durch den Tierarzt!!!
Das nicht ausgesprochene "Pech, wenn sie kein Geld für die Behandlung haben", stand jedem im Gesicht.
So, und nun?
Was tut man denn, wenn man so jemand ist, wie ich es zwangsläufig geworden bin? Etwas, was man noch nie im Leben getan hat und verabscheut?
Seine Tiere "schweren Herzens und umständehalber" abgeben, damit sie es besser haben, tiermedizinisch versorgt werden, sofort und nicht abhängig vom Geld?
In welch "gute Hände" so manches Zier landete, dagür haben wir grausame Beispiele in letzter Zeit gesehen!
Ich habe Erfahrungen mit Tierkliniken gemacht, da ist es wie in der Humanmedizin. Es geht nicht im das Individuum, es geht um Geld und Erfolg! Das sind Geschäfte, wo Geld verdient wird, keine barmherzigen Orte!
Und ja, es gibt Tierärzte mit Herz, die schauen nicht auf die Uhr und nicht auf's Bankkonto. Die fühlen mit!
DIE haben meinen allergrößten Respekt ❣️
Was bleibt? Ich mach weiter wie bisher:
Wer nicht kämpft hat schon verloren ...
Jede Münze hat 2 Seiten, egal wie oft sie nach dem Werfen doch immer auf dieselbe Seite fällt.
Vielleicht magst Du das berücksichtigen?