Dein Eingangstext lässt einiges aus.
Viele Tierarztpraxen werden von Klinikketten aufgekauft, hinter denen internationale Investoren stecken. Veterinärmedizin wird zu einem milliardenschweren Geschäft. Ein Investor will sein Geld mit Gewinn zurückbekommen.
Aussteiger berichten, dass Tierärzte in diesen Ketten massiv unter Druck gesetzt werden, die teuersten und oft auch unnötige medizinische Untersuchungen und Behandlung durchzuführen. Teilweise müssen sie sich bei jedem Patienten rechtfertigen, wieso sie nicht noch mehr gemacht haben, was man abrechnen kann. Die psychische Belastung ist enorm, viele brechen ab, andere fügen sich. Vom Gewinn bekommen die praktizierenden Tierärzte selber oft nicht so viel ab, wie einige vermuten würden.
Übrigens kritisieren das unabhängige Tierärzte auch selber und schütteln nur entsetzt mit dem Kopf, wenn sie Rechnungen aus Tierkliniken begutachten!
Es gibt auch immer wieder Fälle von sterbenskranken Tieren, die in Kliniken über Wochen einbehalten und untersucht/behandelt werden, obwohl unabhängig Tierärzte eine Einschläferung befürwortet hätten.
Das ist dann nicht nur Abzocke, sondern bewegt sich in den Bereich von bewusster Tierquälerei.
Das Geschäftsmodell nutzt aus, dass Menschen die fachliche Expertise fehlt die Notwendigkeit von Behandlungen richtig einzuordnen und die Bereitschaft, für das geliebte Tier alles zu zahlen.
Man sollte bei dem Thema schon aufpassen, Fakten und Vermutungen nicht zu vermischen.
Ja, es stimmt, dass viele Tierarztpraxen und Kliniken inzwischen zu größeren Ketten gehören. Daraus aber automatisch abzuleiten, dass Tierärzte massenhaft unnötige Behandlungen durchführen oder Tiere absichtlich für den Profit leiden lassen, ist ein sehr schwerwiegender Vorwurf, für den belastbare Belege fehlen.
Die Realität ist oft deutlich einfacher: Die moderne Tiermedizin kann heute viel mehr diagnostizieren und behandeln als noch vor 20 Jahren. Das kostet Geld. Hinzu kommen gestiegene Löhne, Mieten, Energiepreise, moderne Geräte und die Gebührenordnung für Tierärzte. Viele Tierärzte arbeiten trotz hoher Rechnungen keineswegs in Luxus, sondern kämpfen selbst mit Personalmangel, Überstunden und enormem psychischem Druck.
Natürlich sollte man bei teuren oder weitreichenden Behandlungen eine Zweitmeinung einholen. Aber pauschal Tierärzte oder Kliniken als Abzocker darzustellen, wird den vielen engagierten Menschen in diesem Beruf nicht gerecht, die täglich versuchen, Tieren zu helfen und Leben zu retten.