Ich finde es auch schwer, den Charakter einer Rasse in Worte zu fassen. Das ist ja oft im Gesamtbild, dass einerseits mit den Assoziationen, die wir zur Rasse haben, zusammen hängt und andererseits auch von den Eigenschaften der Rasse selbst kommt.
Wenn ich mir zum Beispiel Border Collie vorstelle, dann habe ich einen sehr schnellen Hund im Kopf. Auch im Kopf sehr schnell immer so ein schelmisches Glitzern in den Augen. „Ey, was machen wir als Nächstes?“ Aber immer alles zusammen und immer an meiner Seite. Und einem vorauseilenden Gehorsam und das ist gar nicht negativ gemeint. D.h. nicht, dass man mit diesem nicht viel Spaß hat und mit ihm auch witzige Situation erlebt, aber jemand einen eigenständigen Hund hat, der findet seinen Hund dann vielleicht witziger.
Mein Lagotto ist zum Beispiel ein eher selbstständiger Hund, der trotzdem unglaublich nah am Menschen ist d.h. wenn du mit ihm unterwegs bist, dann hat er auch mal 200 m Abstand und trotzdem bleibt er gedanklich bei dir. Der findet viele Sachen interessant und ist sehr gut motivierbar. Auf der anderen Seite möchte er einfach nur still in deiner Nähe liegen.
Wenn ich das jetzt mit dem Corgi von einer Freundin vergleichen, das ist ne ganz andere Welt. Dieser Hund ist so pfiffig im Kopf. Der ist einfach total lustig. Eben weil sie so willensstark ist. Wenn Hund irgendwo nicht lang gehen möchte, dann geht er da auch nicht lang. Die guckt dich an, setzt sich auf dem Boden sagt „Du kannst mich mal“. Aber auf eine so charmante Art und Weise, dass du gar nicht böse sein kannst. Und oft findet sich dann auch ein Kompromiss, man geht weiter und alles passt.
Das ist jetzt nur erst mal ne grobe Einschätzung der Rasse. Jeder Hund hat natürlich auch noch mal seinen eigenen Charakter. Und diejenigen die französische Bulldoggen witzig finden, die werden mit einem Windhund nicht glücklich. Für die ist auch der Border Collie nicht das richtige. Die wollen eher was rumssiges, was auch ein bisschen präsent ist und sturköpfig ist , auf eine bestimmte Art und Weise. Und natürlich Menschenbezogen ist.
Das wäre für mich behauptet der passende Hund, aber das muss es ja auch nicht sein. Und ich verstehe wie frustrierend das ist wenn du ne Hunderasse kennen gelernt hast die im Charakter wirklich gut zu dir passt, aber gesundheitlich so im Arsch ist, dass du die eigentlich nicht kaufen kannst.
Nicht umsonst holen sich viele französische Bulldoggenliebhaber lieber einen aus dem Tierschutz. Weil sie, trotz der gesundheitlichen Probleme, nicht auf die Rasse verzichten wollen.
Und deswegen find ich’s auch schwierig, die Rückzüchtung da so komplett zu verurteilen.
Die Liebe zur Rasse verschwindet ja nicht, nur weil man aufhört zu züchten.