In Anbetracht der unaufhaltsamen Vermehrung und Verbreitung dieser Mistviecher habe ich mich intensiv mit dem Thema Zeckenabwehr befasst und ordentliche Recherchen angestellt.
Folgend ein paar Fakten und meine Meinung zu deinem Thema:
Dir ist aber schon bewusst, dass die Tablette einen anderen Weg geht als das Halsband, oder? Das Problem bei den Tabletten ist nämlich, dass sie kein Schutzschild sind: Die Zecke muss erst beißen und saugen, um zu sterben. Deshalb krabbeln die Viecher trotzdem auf dem Hund rum.
Das Halsband hingegen schreckt die Zecken meist schon ab, bevor sie überhaupt zustechen, sodass man deutlich weniger
„Blinde Passagiere“ auf dem Hund hat.
Außerdem sollte jedem klar sein, dass die Nutzung jeder dieser Optionen den Organismus des Hundes stark beeinträchtigen kann. Man entscheidet sich hier zwischen zwei verschiedenen Arten von Chemiebelastung.
Bei der Tablette geht der Wirkstoff direkt ins Blut, beim Halsband zieht das Gift ebenfalls, allerdings über die Haut kontinuierlich in den Körper ein. Beides muss am Ende von den Organen (Hauptsächlich Leber und Nieren) verarbeitet werden. Also auch wenn es ein theoretisch logischer Schritt wäre, beide Optionen in Kombination zu nutzen, ist das in der Praxis absolut keine Option, da die Belastung für den Hund definitiv um ein Vielfaches zu hoch wäre!
Der optimalere Schutz wäre daher, die Tablette mit einem sanfteren, natürlichen Mittel (wie z. B. Kokosöl oder einem Bio-Spray) zu kombinieren. So hast du die Tablette als „Sicherheitsnetz“ im Hintergrund und die natürliche Abwehr sorgt von außen dafür, dass der Hund gar nicht erst so attraktiv für die Biester ist.
Beim Halsband hingegen gibt es diese Option eigentlich nicht, zumal es im Alltag oft extrem unpraktisch und gesundheitlich bedenklich für uns Menschen und andere Tiere ist:
* Der Ganzkörper-Giftfilm: Das Gift bleibt nicht am Hals, sondern verteilt sich über den Fettfilm der Haut auf dem gesamten Körper. Der Hund ist also quasi überall mit einem Nervengift-Film überzogen.
* Beim Kuscheln: Wer den Hund krault oder im Bett hat, nimmt diese Pestizide über die eigene Haut auf. Reibt man sich danach unbewusst die Augen oder berührt die Mundschleimhaut, kann das zu heftigem Brennen, Taubheitsgefühlen oder allergischen Reaktionen führen.
* Beim Spielen: Es ist egal, wo ein anderer Hund deinen anknabbert – er nimmt das Gift an jeder Stelle direkt über seine empfindlichen Mundschleimhäute auf.
* Beim Schwimmen: Das Gift landet im Wasser (schlecht für die Umwelt) und der Schutzfilm auf dem Hund wird jedes Mal abgeschwächt.
Zusammenfassend sollte man nur eigentlich zum Halsband tendieren, wenn der Hund nicht kuschelt, nicht gestreichelt wird, nicht im Bett oder auf der Couch schläft, nicht mit anderen Hunden spielt und wasserscheu ist.
Regelmäßiges Händewaschen nach Kontakt ist selbstverständlich Pflicht.
Falls ihr doch beim Halsband bleibt: Lasst bitte das Cover weg! Das Band gibt den Wirkstoff über die gesamte Oberfläche ab. Ein Cover saugt die Chemie wie ein Schwamm auf, blockiert die Abgabe an den Hund und verringert den Schutz massiv. Außerdem hast du das Gift dann beim Anfassen des Stoffes erst recht konzentriert an den Fingern.
Wartet beim Entfernen bitte auch nicht, bis die Zecken groß sind; je schneller sie raus sind, desto geringer ist das Krankheitsrisiko. Am Ende muss man abwägen, was für den eigenen Hund – und die eigene Gesundheit – das kleinere Übel ist.
Und noch eine wichtige Anmerkung zum Abschluss: Wenn ihr Zecken entfernt, zerquetscht sie niemals! Dabei können gefährliche Erreger austreten. Da eine Zecke bis zu 3000 Eier legen kann, ist es wichtig, sie wirklich endgültig unschädlich zu machen. Die sicherste Option, um die Zecke und mögliche Eianlagen komplett zu vernichten, ist das Verbrennen. Nur so gehst du sicher, dass das Vieh keinen Schaden mehr anrichtet.
"Ganzkörper Giftfilm" und Gefahr beim Kuscheln finde ich Extrem übertrieben. 😅
Die Dosis macht das Gift. Die Wirkstoffe (Imidacloprid und Flumethrin) sind für Säugetiere (und Menschen) in dieser minimalen Dosierung ungiftig. Sie docken gezielt an Nervenrezeptoren von Insekten/Spinnentieren an, die Säugetiere so gar nicht haben. Dass man vom Kuscheln Taubheitsgefühle bekommt, passiert höchstens bei einer hochgradigen, extrem seltenen Allergie.
Man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen. Die Wirkstoffe sind spezifisch für Parasiten entwickelt.
"Beim Halsband zieht das Gift ebenfalls, allerdings über die Haut kontinuierlich in den Körper ein. Beides muss am Ende von den Organen (Hauptsächlich Leber und Nieren) verarbeitet werden."
Das ist medizinisch leider schlichtweg falsch. Der Beipackzettel und die Zulassungsstudien betonen explizit: Die Wirkstoffe (Imidacloprid und Flumethrin) werden ausschließlich an den natürlichen Fettfilm der Haut und Haare abgegeben. Sie verbleiben rein äußerlich auf dem Tier. Es dringt keine "nennenswerte" Menge in den Blutkreislauf ein.
Die Spuren, die dabei tiefer in den Hundekörper dringen, kratzen an der Nachweisgrenze. Von einer "starken Beeinträchtigung"oder Überlastung von Leber und Niere kann beim Halsband wirklich überhaupt keine Rede sein.
Eine Tablette hingegen ,flutet den Körper und das Blut absichtlich zu 100 % und muss von den Organen komplett abgebaut werden. Das ist ein großer Unterschied.
Dass man Tablette und Halsband nicht kombinieren sollte, ist natürlich absolut richtig.