In vier Jahren musste ich zweimal die Entscheidung treffen und ich glaube man zweifelt IMMER, ob es der richtige Zeitpunkt ist.
Für mich war ausschlaggebend, ob mein Tier noch Lebensqualität hat.
Dazu gehört die Frage nach Schmerzen, aber auch ob Orientierung da ist und was das Tier noch von dem tun kann, was ihm Freude oder Wohlgefühl bereitet hat.
Unter den geschützten Bedingungen, die unsere Haustiere meist bei uns haben, leben auch schwer kranke Tiere oft noch sehr lange und ich bin nicht sicher, ob das dann noch im ihrem Sinne ist.
Eine "Zwickmühle" bleibt es allemal. Ich weiß noch, wie schuldig ich mich gefühlt habe, als mein Hund erlöst wurde, der zuletzt ein Pflegefall war (ich hatte lange zugewartet, weil mehrere TAs / Kliniken das wirkliche Problem nicht erkannten und mir immer wieder Hoffnung machten). Man rutscht da so hinein, das Tier braucht immer mehr Hilfe, die Nächte sind mehrfach unterbrochen, die Tage beschwerlich für alle, die Sorge wächst und man merkt gar nicht, wie man erschöpft man ist.
Nach der Euthanasie war ich todtraurig und gleichzeitig erleichtert.
Eine echt ungute "Mischung", die sofort arge Schuldgefühle auslöste. Es hat gedauert, das zu "sortieren"...
Ich bin dankbar, dass es bei Tieren die Möglichkeit gibt, Leiden zu beenden, wenn das Leben nicht mehr lebenswert / durch Schmerzen und Einschränkungen unerträglich geworden und keine Besserung möglich ist - und meinen Tieren verspreche ich immer, dass sie diesen Ausweg haben, wenn es einmal so weit ist.
Alles Gute und viel Kraft 🙏
Puh - was für ein schöner Beitrag 🙏🏼 Danke 🥹
Wir mussten gerade unseren 14-jährigen Hund gehen lassen, weil ein Milztumor geplatzt ist. In der Klinik wurde eine OP als Option angeboten. Wir haben uns zu Gunsten des Erlösen entschieden, weil die Leber nach Metastasen aussah, der Bauchraum eingeblutet war. Wir hatten das Gefühl, die OP wäre uns gewesen und nicht für den Hund. Obwohl man immer wieder nachdenkt, ob es richtig war… darum rührt mich dein Beitrag sehr!