Home / Forum / Erziehung & Training / Welpe beisst nach Ausflügen an unterschiedliche Orte

Verfasser
Maik
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 82
zuletzt 27. Aug.

Welpe beisst nach Ausflügen an unterschiedliche Orte

Hallo alle,
in der letzten Zeit waren wir mit unserem Zwerpudel Welpen oft unterwegs und in verschiedenen Unterkünften. Dort hat er gut gelernt, sich auch mal hinzulegen. Ob im Restaurant oder auf dem Zimmer selbst. Nur wenn er wieder nach Hause kommt, dann fängt er sehr sehr oft an uns zu beißen und dreht halb am Rad. Ist das normal, weil er vielleicht in der gewohnten Umgebung ist und zusätzlich (16. Woche) gerade am zahnen ist? Oder wie ist eure Einschätzung und Erfahrung ?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Mira
18. Aug. 10:29
Also wir hatten mit unserem Hund ähnliches. Leider hatte sie totale Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen und ist häufig überdreht. Alle gängigen Tipps haben nicht geholfen sondern waren meist noch Kontraproduktiv. Bei ihr hat nur geholfen sie mir auf den Schoß zu nehmen und so fest zu halten, dass sie mich nicht beißen konnte. Sprich mit den Händen an den Schultern fixieren, natürlich nicht zu fest. Dann hat sie sich meist 30 Sekunden erfolglos gewehrt und ist dann innerhalb von Sekunden tief und fest eingeschlafen und konnte auf ihren Platz gelegt werden. Die Maßnahme mussten wir zum Glück nicht lange ergreifen, hat ihr aber sehr geholfen. Und sie hat danach selbstständig einfacher zur Ruhe gefunden. Manchmal hat sie natürlich auch geknabbert/gebissen um sich auszuprobieren bzgl ihrer Kraft. Da hat sie nach einem quietschen meinerseits aber immer direkt abgelassen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Doreen
18. Aug. 10:30
Dieses Dominanzgedöns und Rudelcheff sein wäre bei meiner Hündin in dem Alter und auch jetzt noch das absolut falscheste gewesen was Mensch hätte durchdrücken können.

Bindung und Vertrauen entsteht so jedenfalls nicht! Und ich will auch keinen Hund, der aus Angst funktioniert.

Klare Regeln, die konsequent eingehalten werden. Die Bedürfnisse des Hundes wahrnehmen und möglichst artgerecht erfüllen, bringt deutlich mehr.

Den Welpen durch die Welt schleifen kann man machen, muss man aber nicht. Meine war mit dem Kennenlernen der näheren Umgebung schon fast drüber.
Deswegen ist Zuhause der sichere Hafen und Ruhepol. Aktion findet draußen statt. Wo sonst soll Hund zur Ruhe kommen? Das Pensum steigern geht immer.

Warum orientiert sich mein Hund an mir? Weil ich verlässlich für Sicherheit sorge. Weil wir draußen zusammen Spaß haben und immer wieder neues lernen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Aga
18. Aug. 10:43
Dieses Dominanzgedöns und Rudelcheff sein wäre bei meiner Hündin in dem Alter und auch jetzt noch das absolut falscheste gewesen was Mensch hätte durchdrücken können. Bindung und Vertrauen entsteht so jedenfalls nicht! Und ich will auch keinen Hund, der aus Angst funktioniert. Klare Regeln, die konsequent eingehalten werden. Die Bedürfnisse des Hundes wahrnehmen und möglichst artgerecht erfüllen, bringt deutlich mehr. Den Welpen durch die Welt schleifen kann man machen, muss man aber nicht. Meine war mit dem Kennenlernen der näheren Umgebung schon fast drüber. Deswegen ist Zuhause der sichere Hafen und Ruhepol. Aktion findet draußen statt. Wo sonst soll Hund zur Ruhe kommen? Das Pensum steigern geht immer. Warum orientiert sich mein Hund an mir? Weil ich verlässlich für Sicherheit sorge. Weil wir draußen zusammen Spaß haben und immer wieder neues lernen.
Ich bin absolut nicht für Dominanzgehabe und Rudelcheg durchführen, meine Hündin schläft im Bett. Aber darf ich mal fragen was würdest du machen wenn dein Junghund dir im Garten mit Anlauf in den Rücken springt und dir ins Fett beißt. Glaubst du wirklich dass kriegt man so hin. Meine Hündin hat eine 100 prozentige Bindung zu mir, vertraut mir absolut, trotzdem musste ich sie mal auf die Seite legen weils Zuviel wurde. Die Bindung ist besser wie bei 99 Prozent der meisten Menschen. Und ich bin echt null der ich muss Rudelführer sein Typ, aber durch meine Berufserfahrung mit Hunden und Wölfen erfahren. Das erste was ich mache wie gesagt ich versuchen Aua zu schreien, möglicherweise kennt er so ne beisshemmung noch nicht, danach drücke ich ihn vor mir weg, wenn alles nein und Getue nichts bringt, auch mal lauter werden nicht, hab ich’s schon mit nem besonders hartnäckigen Exemplar zu tun, dann leg ich die mal. Da ich das als TFA schnell und sauber beherrsche gibts da keinen Machtkampf und der Welpe oder Hund muss das früher oder später beim TA eh mal durchstehen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Doreen
18. Aug. 10:59
Ich bin absolut nicht für Dominanzgehabe und Rudelcheg durchführen, meine Hündin schläft im Bett. Aber darf ich mal fragen was würdest du machen wenn dein Junghund dir im Garten mit Anlauf in den Rücken springt und dir ins Fett beißt. Glaubst du wirklich dass kriegt man so hin. Meine Hündin hat eine 100 prozentige Bindung zu mir, vertraut mir absolut, trotzdem musste ich sie mal auf die Seite legen weils Zuviel wurde. Die Bindung ist besser wie bei 99 Prozent der meisten Menschen. Und ich bin echt null der ich muss Rudelführer sein Typ, aber durch meine Berufserfahrung mit Hunden und Wölfen erfahren. Das erste was ich mache wie gesagt ich versuchen Aua zu schreien, möglicherweise kennt er so ne beisshemmung noch nicht, danach drücke ich ihn vor mir weg, wenn alles nein und Getue nichts bringt, auch mal lauter werden nicht, hab ich’s schon mit nem besonders hartnäckigen Exemplar zu tun, dann leg ich die mal. Da ich das als TFA schnell und sauber beherrsche gibts da keinen Machtkampf und der Welpe oder Hund muss das früher oder später beim TA eh mal durchstehen.
Ganz ehrlich, so ein Verhalten kenne ich nicht und ist ganz sicher auch nicht bei diesem Welpen der Fall.

Klar, da muss eine deutliche Antwort folgen. Dein Hund ist mit Sicherheit das Gegenteil von meinem. Das was für euch richtig war in der Situation, wäre hier nach hinten los gegangen. Es hängt also auch vom jeweiligen Individuum ab, wie die Antwort aussehen kann. Es gibt da denke ich keine pauschale Lösung.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Aga
18. Aug. 11:02
Ganz ehrlich, so ein Verhalten kenne ich nicht und ist ganz sicher auch nicht bei diesem Welpen der Fall. Klar, da muss eine deutliche Antwort folgen. Dein Hund ist mit Sicherheit das Gegenteil von meinem. Das was für euch richtig war in der Situation, wäre hier nach hinten los gegangen. Es hängt also auch vom jeweiligen Individuum ab, wie die Antwort aussehen kann. Es gibt da denke ich keine pauschale Lösung.
Da geb ich dir Recht, ich glaube auch nicht, dass es bei diesem Welpen der gleiche Fall ist, meine kam aus schlechter Zucht mit aggressiver Mutter, das kann man sicherlich nicht vergleichen, deshalb würde ich es da auch harmloser versuchen. Es war so der letzte Weg bei uns, alles andere hatte ich schon versucht
 
Beitrag-Verfasser
Maik
18. Aug. 12:21
Ich weiß nicht ob es schon kam, habe gerade keine Zeit alles durchzulesen: Bei meinen beiden letzten Welpen hat es sich bewährt, den sanften Griff von hinten um die Brust zu machen, wenn die mega drüber waren. Also nicht einfach frustriert packen, sondern eher umschließend, aber liebevoll bestimmt. Ergänzend haben wir auch gerne etwas hin gehalten oder gegeben, wo reingebissen werden durfte. Daraus aber kein Spiel gemacht, nur gehalten oder überlassen, um diese Energie abzubauen. Das hat dazu geführt, dass einerseits der Impuls befriedigt wurde, anderseits aber kein hochdrehen mehr stattgefunden hat. Und es gab kein "falsch". Edit: ich bin übrigens auch bei überfordert/überreizt. Um das Verhalten zu reduzieren würde ich also auch den Alltag anpassen. Da das Verhalten in meinen Augen aber momentan eher ein Ventil ist, halte ich nichts davon, das einfach nur führermäßig zu deckeln. Natürlich darf der Hund nicht in den Menschen beißen und ihn jagen oder sonst wie attackieren. Deswegen die "Anleitung" zum körperlichen Stillstand und das zeigen der Alternative (Beißwurst etc., irgendwo muss der Impuls ja hin). Dabei so entspannt und verständnisvoll wie möglich bleiben. Ruhe überträgt sich. Unruhe entsprechend leider auch. Was macht ihr eigentlich aus Hundesicht schönes mit ihm? In verschiedenen Unterkünften sein und dort artig sein zu müssen ist für ihn ja nicht die Erfüllung. Ach ja: "sozial toben", rangeln oder gar kämpfen würde ich mit einem Welpen auch tunlichst vermeiden. Das sieht im Fernsehen immer so lustig aus, aber in der Realität führt das zu mehr Konflikten und Missverständnissen, als es irgendwem etwas nutzen würde.
Also wir machen viele Konzentrationsspiele , Schnüffelteppich und Denkspiele mit Futter, Training mit einigen seiner Mahlzeiten, wir versuchen ab und an mit Spielzeug mit ihm zu spielen , wir gehen mit ihm spazieren und lassen ihn ausgiebig schnüffeln (so 15 min ca) . Hast du da noch mehr Anreize ?
 
Beitrag-Verfasser
Maik
18. Aug. 12:26
Was schlagt ihr denn noch so vor, was man versuchen kann?
Also In den Arm nehmen und beruhigen klappt (meistens) nicht, da meine Armbeuge dann dran glauben muss. Auf den Schoß ebenfalls nicht. Was anderes in den Mund stecken oder davor halten klappt ganz kurz, wird dann aber gegen meine Körperteile getauscht. Lediglich auf ein unerreichbaren Sofa ist derzeit der way to go.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katja
18. Aug. 12:49
Für mich hört sich das nach einer Übersprungshandlung an. Vielleicht dann zu viele Reize gehabt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sonja
18. Aug. 13:07
Was schlagt ihr denn noch so vor, was man versuchen kann? Also In den Arm nehmen und beruhigen klappt (meistens) nicht, da meine Armbeuge dann dran glauben muss. Auf den Schoß ebenfalls nicht. Was anderes in den Mund stecken oder davor halten klappt ganz kurz, wird dann aber gegen meine Körperteile getauscht. Lediglich auf ein unerreichbaren Sofa ist derzeit der way to go.
Wie gesagt, dahinter hocken und sanft mit beiden Händen von hinten am Brustkorb halten. Dann kommt er eigentlich an nichts dran und es soll auch eine Art Entspannungsgriff sein. Habt ihr eine Hundeschule? Wir haben solche Themen dort besprochen und geübt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Doreen
18. Aug. 13:08
Für mich liest sich das echt viel was ihr macht. Der kleine Kopf hat schon mit dem Alltag einiges zu verarbeiten.

Was tut er wenn ihr ihn nicht beschäftigt? Kommt er dann selbst zur Ruhe?

Versucht einfach mal gar nicht zu animieren, nur auf das eingehen was er von sich aus anbietet. Klingt langweilig, aber er muss auch lernen runter zu fahren.

Sonja hat das schön geschrieben, im ersten Absatz. Ruhe ausstrahlen, ihm helfen auch zur Ruhe zu kommen.

Die spitzen Zähne wollen irgendwo rein beißen. Wenn er die angebotene Alternative bearbeitet ruhig loben. Wenn er menschliche Körperteile wählt, deutliches Nein und zur Not weggehen und auf nichts eingehen. Kein toben oder weiterspielen.