Auf dem Video wirkt das für mich ziemlich deutlich nach Alarm-/Meldeverhalten: Kopf hoch, kurze schnelle Bellserie, nach vorne orientiert, hohe Erregung ABER immer wieder Blickkontakt zu Julia. Und diese Momente würde ich nutzen.
Denn Mateo bekommt hier über die ganze Zeit die Möglichkeit, sich mit der Frau vor dem Haus allein auseinanderzusetzen. Er läuft zudem auf der Reizseite und bekommt keine wirkliche Alternative angeboten. Für ihn scheint sein Auftrag am Ende klar. Das Anstupsen beendet zwar gerade das Verhalten, beantwortet aber nicht seine Fragen (und er fragt oft), was er stattdessen tun soll.
Ich würde deshalb schon vorher eingreifen: Reiz wahrnehmen- Orientierung zu mir - Distanz bzw. Position verändern - ruhiges Verhalten bestätigen. Auch nachts würde ich die Situation möglichst früh und ruhig auflösen, bevor er sich hochfährt. Denn wenn er erst voll im Alarmmodus ist, kann man schlecht noch „erklären“, dass das jetzt nicht seine Aufgabe ist.
Ist es passiert greift nur noch Management - einen Hund in so einer Situation körperlich zu begrenzen oder kurz zu unterbrechen, find ich erstmal legitim. Aber wichtig finde ich auch, dass einem klar ist, den Hund dadurch lediglich aus dem Verhalten herausgenommen zu haben - er hat dadurch nicht gelernt, was seine Aufgabe stattdessen ist. Eben dies sollte viel früher/vor oder nach der Erregung passieren. Mateo fragt seine Halterin mMn auf dem Weg zum Reiz sehr oft an 😉
Die Frage wäre auch, wie es nach der Begegnung weiter geht? „Flucht“ aus der Situation oder darf Mateo störende Eindringlinge aus entsprechender Distanz ruhig noch ein wenig beobachten? Bekommt er Zeit die Aufregung zu regulieren und zu verarbeiten?