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Ekath
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 8
heute 13:49

Plötzlich (wieder) unkontrollierbaren Jagdtrieb

In der Hoffnung, dass jemand Tipps hat und vielleicht ähnliches erlebt habt. Wir haben unserer Tierschutzhündin seit etwa über 2 Jahren. Sie wird Ende des Jahres 4. Ich habe von Anfang an super viel Arbeit in den Freilauf gesteckt. Leinenführigkeit war mir nie so wichtig. Ich wollte einen Hund, den ich quasi immer frei laufen lassen kann. Wir haben sehr viel geübt. Sie macht gerne Tricks und lernt auch neue Tricks auf dem Spaziergang. Mittlerweile sind wir bei über 30 Kommandos, die sie sicher beherrscht. Die (Rück-) Orientierung klappte bis Anfang des Jahres auch problemlos. Ebenso der Rückruf. Sie schaut sich normaler im Radius von 5-6 Metern um mich herum immer um und kommt auch regelmäßig ohne Kontaktaufnahme zu mir zurück. Ich weiß, dass sie Jagdtrieb hat. In den ganzen zwei Jahren vorher ist sie aber nur zweimal in ein Feld und dann stehen geblieben. Sie durfte von Anfang an nur hinter oder vor auf dem Weg laufen. Geschäft erledigen am Wegesrand, aber niemals vom Weg runter. Impulskontrollübungen (Sitzen bleiben auf der Bewegung, Futter/ Leckerli erst nach Freigabe nehmen, Apportieren) machen wir auch. Seit diesem Jahr ist das anders, richtig schlimm seit zwei-drei Wochen. Sie nimmt eine Fährte auf oder hört was rascheln und weg ist sie. Nie außer Sichtweite und natürlich ist seit zwei Woche nur noch Schleppleine oder kurze Leine angesagt, aber es will nicht besser werden. Ich habe mittlerweile auch eine kleine Sinneskrise, weil natürlich mit jedem Mal die Angst und Verzweiflung wächst und das Vertrauen schwindet. Sie kann auch apportieren, macht sie nur momentan nicht gerne. An der Schleppleine (5 Meter) üben wir gerade Radius einhalten (Rückruf bevor die Leine spannt), Stoppsignal aus der Vorwärtsbewegung, Rückruf. Ich versuche die Spaziergänge abwechslungsreich zu gestalten ( z.B klettert sie gerne auf den gefällten Baumstämmen). Bin aktuell wirklich ratlos :/.
 
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Kirsten
Beliebteste Antwort
heute 12:54
Es hat sich wohl recht plötzlich verändert.

Hast du sie mal von TA & Physio durchchecken lassen?
Orthopädisch alles in Ordnung? Frisst und verträgt sie ihr Futter gut? Gab es kürzlich große Veränderungen im Leben? Irgendwelche großen Stressoren in ihrem oder deinem Leben?
 
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Kirsten
heute 12:54
Es hat sich wohl recht plötzlich verändert.

Hast du sie mal von TA & Physio durchchecken lassen?
Orthopädisch alles in Ordnung? Frisst und verträgt sie ihr Futter gut? Gab es kürzlich große Veränderungen im Leben? Irgendwelche großen Stressoren in ihrem oder deinem Leben?
 
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Steffi
heute 13:06
Hallo, ich nehme an, dass sie kastriert ist? Sonst wäre eine Weiterentwicklung eine mögliche Ursache. Meine geht tatsächlich immer noch verändert aus jeder Läufigkeit hervor. Manche Eigenschaften treten in den Hintergrund, einige prägen sich mehr aus.
 
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Olli
heute 13:10
Gerade TS-Hunde 'tauen' manchmal erst später auf.

Siehe es einfach als zweite Pubertät und behandel' es auch so.
 
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Arinka
heute 13:20
Ich glaube, dass man ausgeprägten Jagdtrieb nicht abtrainieren oder dauerhaft unterdrücken kann.

Mit meinen Hunden mache ich ersatzweise Dinge wie Bälle jagen und Fährten suchen.
Alles was wir sonst noch machen, ist zwar Beschäftigung, aber keine artgerechte Auslastung.
 
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R
heute 13:36
Hehe , 3,5jahre alt hat meine ihren Jagdtrieb ausgepackt. Nicht auf alles, aber auf einiges... Mit ihren jetzt sechs Jahren kann ich sagen, saisonal anders. Im Winter eigentlich nichts ,im Sommer eher wenig...frühling Herbst immer ein Start für Training und Auslastung.

Ich hab Beispielsweise mit Reizangel ganz gute Erfahrung gemacht. Also versuche,ihr Jagdersatz zu bieten. Unterdrückt bekommt man den Jagdtrieb nicht.

Fakt ist, Hund wird mit ca 3-4Jahren erwachsen im Kopf und seiner Selbsthaltung. Auch wenn alle von Pubertät viel reden, ab da beginnt eine eigenständige Haltung, an die man sich dann auch neu gewöhnen kann.

Brut- und Setzzeit ,gerade Frühling - da geht die Nase und der Instinkt auf Vollgas. Nach dem Winter "ewig" nicht viel gerochen, kräucht und fläucht es jetzt. Ganz klar :) nicht verzagen, im Training dran bleiben und versuchen Erfolgserlebnisse durch eigeninitierte Jagd des Hundes zu vermeiden. Wenn es jetzt erst zum ausgeprägten Jagdtrieb kam, dann geht's jetzt erst los, das Ganze neu mit deinem Hund zu verhandeln. Ich hab anfangs auch einen Schreck bekommen 😅 seit dem ist mir die schleppi sehr, sehr lieb geworden. Ein Rezept habe ich nicht.
Ich weiß bei meiner, hat sie genügend Ersatz, ist der trieb wesentlich händelbarer.
Bei uns ist im Dunkeln die Leine dran - da sind Nase und Ohren mir einfach maßlos überlegen.
bei mir u.a. Foxterrier, Pointer, coonhound Mix- man erkennt auch deren Jagdeigenschaften. Ein sehr interessantes Thema.
Und - Jagdhund hat zwar Jagdtrieb - ist aber ursprünglich auch so gezüchtet - dass man diesen Jagdtrieb korrekt erziehen kann(beim jäger wie Gewehr bei fuß- hast du ja auch schon im Training vorher gesehen). Also nicht verzagen, dran bleiben und die richtige Auslastung für deinen Hund finden. Ich lese gerne weiter, falls andere hier gute Tips haben ☺️
 
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Ekath
heute 13:38
Es hat sich wohl recht plötzlich verändert. Hast du sie mal von TA & Physio durchchecken lassen? Orthopädisch alles in Ordnung? Frisst und verträgt sie ihr Futter gut? Gab es kürzlich große Veränderungen im Leben? Irgendwelche großen Stressoren in ihrem oder deinem Leben?
Anfang des Jahres haben wir ein großes Blutbild machen lassen inkl. Organwerte und eine Kotuntersuchung auf Giardien und Würmer. Wir waren einmal bei Ihrer Hauttierärztin um zu schauen wie es mit ihrer Haut bei ihrer Allergie läuft und einmal beim Hundeaugenarzt. Das war alles gut. Montag bin ich bei unserem Haustierarzt zum Analdrüsen entleeren. Da werde ich es nochmal ansprechen.
Bei einer Physio war ich noch nicht mit ihr. Ich massiere sie aber regelmäßig und mir sind keine Verhärtungen oder Schmerzpunkte aufgefallen. Am Futter haben wir nichts großes verändert. Sie bekommt NassBarf Pferd Monoprotein und nur Pferd Monoprotein Leckerlis (Lunge, Fleisch). Gerne frisst sie noch Möhre und Salatgurke und Beeren (Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren), manchmal ein Stück Banane. Jeden dritten Tag gibt’s einen Teelöffel Leinöl über das Futter und jeden Tag Mineral und Vitamin-Ergänzung. An Medis bekommt sie täglich Apoquel und alle 4 Wochen eine Spritze (Hyposensibilisierung).
 
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Ekath
heute 13:41
Hallo, ich nehme an, dass sie kastriert ist? Sonst wäre eine Weiterentwicklung eine mögliche Ursache. Meine geht tatsächlich immer noch verändert aus jeder Läufigkeit hervor. Manche Eigenschaften treten in den Hintergrund, einige prägen sich mehr aus.
Ja sie kam schon kastriert zu uns.
 
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Liane
heute 13:49
Du schreibst ja was du alles mit ihr machst. Vielleicht ist sie einfach nur gestresst, überfordert. Ein gestresster Hund reagiert schneller auf Bewegungsreize. Würde weniger machen, ruhige Suchspiele.