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Silvia
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Anzahl der Antworten 81
zuletzt 25. Feb.

Jagdhunde/ stark jagdlich motivierte Hunde

Mich würde interessieren wie ihr es geschafft habt euren jagdlich Motovierten Hund so zu trainieren, dass er trotzdem ohne Leine Laufen kann. Wie lange habt ihr was und wie trainiert? Freddy ist hochmotiviert Jäger. Er sucht Fährten und verfolgt diese- ist Wild in Sicht ist er gleich voll drauf. Ich baue gerade den Rückruf neu auf, erlaube ihm auch an der Schleppleine nur auf dem Weg zu bleiben und rufe ihn zu mir ins Fuss wenn ich merke er hat was erschnüffelt... aber im Moment kann ich nicht glauben, dass ich es jemals hinbekomme ihn frei laufen zu lassen.
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 21:12
Das kann jetzt klingen wie man möchte. Aber freilaufende Hunde haben im Wald nichts zu suchen. Tut mir leid. Da sind Tiere zu Hause, die sollte man nicht stören. Und deshalb gehört der Hund da immer an die Leine. Immer. Und es gibt auch immer mehr Waldregionen die das Knallhart durchziehen.
Was ist das für eine sorry für die Ausdrucksweise bescheuerte Aussage?
Hunde die nicht jagen, sich auf dem Weg aufhalten und nicht ständig im Unterholz rumwühlen und Abrufbar sind haben sehr wohl ein recht auf den Freilauf im Wald. Wo sollen sie sonst frei rumlaufen? Auf eine 50 qm umzäunten Hundewiese ? Sorry aber auf solche umzäunten Zwinger gehe ich nicht mit meinen Hunden. Meine Hunde jagen nicht. Ich hatte eine Jagmotivierte, aber das war mal. Sie jagt nicht mehr. Ich hatte schon mehrmals den Fall das z.b. Rehe im Wald waren. Meine Hunde sind Abrufbar, wenn ich sie rufe und interessieren sich außerdem nicht für Rehe. Bald darf man sich bedanken das der Hund atmen darf.
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 21:15
Schleppleine ist auch nicht ungefährlich, vor allem bei einem Hund, der richtig schnell ist.
Eine Schleppleine, richtig genutzt, am Geschirr befestigt und mit entsprechenden Abstand aufgeholt und rausgelassen, ist überhaupt nicht gefährlich. Man sollte nur wissen wie man sie benutzt.
 
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Daniela
22. Feb. 21:30
Was ist das für eine sorry für die Ausdrucksweise bescheuerte Aussage? Hunde die nicht jagen, sich auf dem Weg aufhalten und nicht ständig im Unterholz rumwühlen und Abrufbar sind haben sehr wohl ein recht auf den Freilauf im Wald. Wo sollen sie sonst frei rumlaufen? Auf eine 50 qm umzäunten Hundewiese ? Sorry aber auf solche umzäunten Zwinger gehe ich nicht mit meinen Hunden. Meine Hunde jagen nicht. Ich hatte eine Jagmotivierte, aber das war mal. Sie jagt nicht mehr. Ich hatte schon mehrmals den Fall das z.b. Rehe im Wald waren. Meine Hunde sind Abrufbar, wenn ich sie rufe und interessieren sich außerdem nicht für Rehe. Bald darf man sich bedanken das der Hund atmen darf.
Da ist halt die Lücke im Gesetz, nicht überall ist Leinenpflicht im Wald.

Es geht ja nicht nur um Rehwild. Was ist, wenn sie vom Schwarzwild angegriffen werden würden, weil sie unwissend den Frischlingen zu nah kommen...

Nur mal auf sich wirken lassen
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 21:34
Da ist halt die Lücke im Gesetz, nicht überall ist Leinenpflicht im Wald. Es geht ja nicht nur um Rehwild. Was ist, wenn sie vom Schwarzwild angegriffen werden würden, weil sie unwissend den Frischlingen zu nah kommen... Nur mal auf sich wirken lassen
Er hat geschrieben allgemein im Wald alle Hunde an der Leine. Sorry aber wenn meine hunde sich bei mir auf dem Weg befinden und da Frischling sind. Sind wir mit oder ohne Leine eh dran 😊 das macht dann kein Unterschied. Sogar noch schlimmer. Lein mal 3 Hunde ab wenn ein Wildschwein auf dich zu rennt 😅
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 21:35
Da ist halt die Lücke im Gesetz, nicht überall ist Leinenpflicht im Wald. Es geht ja nicht nur um Rehwild. Was ist, wenn sie vom Schwarzwild angegriffen werden würden, weil sie unwissend den Frischlingen zu nah kommen... Nur mal auf sich wirken lassen
Es gibt eine Brut- und Setzzeit mit Leinenpflicht. Wenn ich keinen jagdlich ambitionierten Hund habe, der gut abrufbar ist und sich in meiner Nähe aufhält, ist ein Angriff durch Schwarzwild mehr als unwarscheinlich. Lassen wir die Kirche doch mal im Dorf.
Da ist die Gefahr von einem idiotischen Förster überfahren zu werden, die rücksichtslos auf Spazierwegen durchbrettern echt höher.🙄
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 21:37
Es gibt eine Brut- und Setzzeit mit Leinenpflicht. Wenn ich keinen jagdlich ambitionierten Hund habe, der gut abrufbar ist und sich in meiner Nähe aufhält, ist ein Angriff durch Schwarzwild mehr als unwarscheinlich. Lassen wir die Kirche doch mal im Dorf. Da ist die Gefahr von einem idiotischen Förster überfahren zu werden, die rücksichtslos auf Spazierwegen durchbrettern echt höher.🙄
In einem der wälder wo wir oft unterwegs sind. Ist Wildschweinjagt. Der Förster ist total entspannt, wenn die Hunde auf den Wegen bleiben ist alles gut 😊
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 22:01
Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Menschen alles tun würden, um ihren jagdlich extrem motivierten Hund ohne Leine im Wald frei laufen zu lassen, statt evtl. mal (mindestens zuerst?) den Weg zu gehen, dass das laufen an der Leine eine erfüllende Situation sein kann.

Wer an diesem Punkt versagt, wird vermutlich auch keinen Erfolg beim Ziel “ohne Leine” haben.

Was ist die Motivation des Menschen hinter diesem Wunsch, wenn der Hund
- nicht jagen soll
- immer die Aufmerksamkeit beim Menschen haben soll
- einen Radius halten soll
- keine dauerhafte eigene Aufgabe während dieser leinenlosigkeit verfolgen soll

Wem die Antwort in den Fingern kitzelt “weil mein Hund ohne Leine nicht glücklich ist” oder “mehr Spaß hat”- erklär bitte warum.

Geht es um die Bewegung, kann ich mich auch aufs Fahrrad setzen.

Noch mehr körperlich Leistung bekomme ich mit einem Scooter aus dem Hund.

Um was geht es euch genau, wenn eure jagdlich hoch motivieren Hunde ohne Leine bei ständigem Reiz laufen sollen?

Ich wünsche mir das zwar auch, aber wenn ich ernsthaft meine Motivation hinterfrage lautet sie: “weil ich einen greifbaren Beweis will, dass du freiwillig bei mir bleibst, obwohl der Reiz groß ist”.
Seit mir das klar wurde, sehe ich das Thema Leine ganz anders und gehe auch anders damit um.

Vielleicht weichen eure Motivationen ja auch davon ab.


Zum Thema Down:
In meiner Familie sind einige Jäger und haben auch Hunde, alle werfen sich - nach anfänglich hartem Training - absolut begeistert ins down. Ein Stop/Down im jagdlichen Bereich hat - nicht immer, aber in ausreichender Häufigkeit- den jagderfolg des Teams zur Folge. Wenn dies immer, absolut immer, ausbleibt, weil der Signalgeber gar kein Jäger ist, Down nie zu einem Teamerfolg (totes Reh) führt, habe ich meine Zweifel, dass der Hund es dauerhaft für ein Leckerli (auch kein gutes) umsetzen wird. Die logische Folge ist vermutlich ein immer wiederkehrender, extrem harter Aufbau dieses Kommandos, bei dem der Sinn sich für den Hund einfach nie erschließen wird. Das Teamwork und der Teamerfolg lassen jagdlich geführte Hunde den harten Weg in diese Kommandos vielleicht vergessen - wer beides aber nie liefern können wird, reißt evtl. ein großes Loch in die Beziehung zum Hund.
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 22:04
Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Menschen alles tun würden, um ihren jagdlich extrem motivierten Hund ohne Leine im Wald frei laufen zu lassen, statt evtl. mal (mindestens zuerst?) den Weg zu gehen, dass das laufen an der Leine eine erfüllende Situation sein kann. Wer an diesem Punkt versagt, wird vermutlich auch keinen Erfolg beim Ziel “ohne Leine” haben. Was ist die Motivation des Menschen hinter diesem Wunsch, wenn der Hund - nicht jagen soll - immer die Aufmerksamkeit beim Menschen haben soll - einen Radius halten soll - keine dauerhafte eigene Aufgabe während dieser leinenlosigkeit verfolgen soll Wem die Antwort in den Fingern kitzelt “weil mein Hund ohne Leine nicht glücklich ist” oder “mehr Spaß hat”- erklär bitte warum. Geht es um die Bewegung, kann ich mich auch aufs Fahrrad setzen. Noch mehr körperlich Leistung bekomme ich mit einem Scooter aus dem Hund. Um was geht es euch genau, wenn eure jagdlich hoch motivieren Hunde ohne Leine bei ständigem Reiz laufen sollen? Ich wünsche mir das zwar auch, aber wenn ich ernsthaft meine Motivation hinterfrage lautet sie: “weil ich einen greifbaren Beweis will, dass du freiwillig bei mir bleibst, obwohl der Reiz groß ist”. Seit mir das klar wurde, sehe ich das Thema Leine ganz anders und gehe auch anders damit um. Vielleicht weichen eure Motivationen ja auch davon ab. Zum Thema Down: In meiner Familie sind einige Jäger und haben auch Hunde, alle werfen sich - nach anfänglich hartem Training - absolut begeistert ins down. Ein Stop/Down im jagdlichen Bereich hat - nicht immer, aber in ausreichender Häufigkeit- den jagderfolg des Teams zur Folge. Wenn dies immer, absolut immer, ausbleibt, weil der Signalgeber gar kein Jäger ist, Down nie zu einem Teamerfolg (totes Reh) führt, habe ich meine Zweifel, dass der Hund es dauerhaft für ein Leckerli (auch kein gutes) umsetzen wird. Die logische Folge ist vermutlich ein immer wiederkehrender, extrem harter Aufbau dieses Kommandos, bei dem der Sinn sich für den Hund einfach nie erschließen wird. Das Teamwork und der Teamerfolg lassen jagdlich geführte Hunde den harten Weg in diese Kommandos vielleicht vergessen - wer beides aber nie liefern können wird, reißt evtl. ein großes Loch in die Beziehung zum Hund.
Und genau so hab ich es mit der die jagtlich motiviert war geschafft 😊
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 23:29
Das kann jetzt klingen wie man möchte. Aber freilaufende Hunde haben im Wald nichts zu suchen. Tut mir leid. Da sind Tiere zu Hause, die sollte man nicht stören. Und deshalb gehört der Hund da immer an die Leine. Immer. Und es gibt auch immer mehr Waldregionen die das Knallhart durchziehen.
Da sind wir wieder beim alten Thema:
Sicherheit kostet Freiheit.

Je strenger der Hund erzogen ist, umso freier darf er leben.

Jeder ist für sich und seinen Hund selbst verantwortlich.

Leinenpflicht zur Brut und Setzzeit ist allerdings auch für einen gehorsamen Hund bindend.

Ansonsten gibt es keinen Grund, einen gehorsamen Hund in seiner Freiheit einzuschränken.

Ich persönlich sehe lieber freilaufende, gehorsame Hunde, als frei laufende Menschen. Die Zweibeiner richten im Wald deutlich mehr Schäden an, als die Hunde.
 
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Dogorama-Mitglied
22. Feb. 23:50
Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Menschen alles tun würden, um ihren jagdlich extrem motivierten Hund ohne Leine im Wald frei laufen zu lassen, statt evtl. mal (mindestens zuerst?) den Weg zu gehen, dass das laufen an der Leine eine erfüllende Situation sein kann. Wer an diesem Punkt versagt, wird vermutlich auch keinen Erfolg beim Ziel “ohne Leine” haben. Was ist die Motivation des Menschen hinter diesem Wunsch, wenn der Hund - nicht jagen soll - immer die Aufmerksamkeit beim Menschen haben soll - einen Radius halten soll - keine dauerhafte eigene Aufgabe während dieser leinenlosigkeit verfolgen soll Wem die Antwort in den Fingern kitzelt “weil mein Hund ohne Leine nicht glücklich ist” oder “mehr Spaß hat”- erklär bitte warum. Geht es um die Bewegung, kann ich mich auch aufs Fahrrad setzen. Noch mehr körperlich Leistung bekomme ich mit einem Scooter aus dem Hund. Um was geht es euch genau, wenn eure jagdlich hoch motivieren Hunde ohne Leine bei ständigem Reiz laufen sollen? Ich wünsche mir das zwar auch, aber wenn ich ernsthaft meine Motivation hinterfrage lautet sie: “weil ich einen greifbaren Beweis will, dass du freiwillig bei mir bleibst, obwohl der Reiz groß ist”. Seit mir das klar wurde, sehe ich das Thema Leine ganz anders und gehe auch anders damit um. Vielleicht weichen eure Motivationen ja auch davon ab. Zum Thema Down: In meiner Familie sind einige Jäger und haben auch Hunde, alle werfen sich - nach anfänglich hartem Training - absolut begeistert ins down. Ein Stop/Down im jagdlichen Bereich hat - nicht immer, aber in ausreichender Häufigkeit- den jagderfolg des Teams zur Folge. Wenn dies immer, absolut immer, ausbleibt, weil der Signalgeber gar kein Jäger ist, Down nie zu einem Teamerfolg (totes Reh) führt, habe ich meine Zweifel, dass der Hund es dauerhaft für ein Leckerli (auch kein gutes) umsetzen wird. Die logische Folge ist vermutlich ein immer wiederkehrender, extrem harter Aufbau dieses Kommandos, bei dem der Sinn sich für den Hund einfach nie erschließen wird. Das Teamwork und der Teamerfolg lassen jagdlich geführte Hunde den harten Weg in diese Kommandos vielleicht vergessen - wer beides aber nie liefern können wird, reißt evtl. ein großes Loch in die Beziehung zum Hund.
Zum Down: Die jagdlichen Erfolge finden nicht im Zusammenhang mit dem Down statt. Direkter Kontakt mit Wild wird anders aufgebaut und findet ausschließlich auf Befehl, im Rahmen der Jagdausübung statt.
Das Abbruchsignal ist eine Disziplin des Gehorsam, welches schlichtweg nicht hinterfragt werden darf und in allen Situationen funktionieren muss.

Meines Erachtens, um vorauseilende Handlungen zu verhindern, sollte man das auch nicht mit jagdlichem Erfolg verknüpfen.

Ob das die Bindung zum Hund belastet, wage ich zu bezweiflen.
Aber es gibt sicherlich auch nachtragende, sensible Hunde, die einem dezent den Mittelfinger zeigen. 😂