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Julia 🐾Nero
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heute 13:03

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Lisa-Eileen
18. Juni 13:43
Das wird schwierig. Zum einen habe ich aktuell tatsächlich niemanden da, der das machen könnte. Zum anderen würde das Neros Verhalten stark beeinflussen. Denn wenn jemand mitkommt, egal ob mit oder ohne Hund, ist er sehr aufgeregt und noch mal schwieriger irgendwie unter Kontrolle zu halten. Das Ziehen ist dann auch am extremsten.
Bei mir auch immer so, hab mal überlegt ne Drohne zu holen damit ich uns damit besser filmen kann sodass wir auch beide komplett drauf sind.
Vielleicht wär das ne Idee?
 
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Lisa-Eileen
18. Juni 13:46
Grundsätzlich macht die Länge der Leine keinen Unterschied. Nero will immer vorne gehen, das auf jeden Fall. Am allerschlimsten in Gruppen, wenn er da nicht an erster Stelle geht, dann dreht er komplett durch und ist gar nicht ansprechbar. Er zieht aber auch, wenn ich ihm 5 Meter oder 10 Meter Leine gebe.
Mir fällt noch grad ein das es das Phänomen gibt das manche Hunde auch aus Prinzip ziehen grad wenn sie unsicher sind.
Dann merken sie das der Mensch eh da ist und können sich nach außen fokussieren um abzusichern.
Hatte der Rütter glaubich mal erklärt damals als es um Leinenführigkeit unddie verschiedenen Gründe zu ziehen ging.
 
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Jörg
18. Juni 13:46
Mit dem Thema musste ich mich auch ausgiebig auseinandersetzen 😊 Nina und ich auf einer Wiese, dann kam ein Bernhardiner Mischling (Rüde 50Kg) der einen mittelgroßen Rüden arg bedrängte! Nina saß abseits am Rand und betrachtete das ganze! Spontan, hörte man nur noch einen Brüller von Nina dann hatte sie den Bernhardiner am Genick! Korrektur erledigt, Pause😊
Das kommt auch wieder auf den Hund an wenn ein Hund in der Vergangenheit gelernt hat mit wennig Energie ein Höchstmaß an Leistung zu bringen kannst du den Hund auch Hungern lassen und dennoch wird er seiner Motivation nachgehen.
 
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Thomas
18. Juni 13:48
Aber wir könnten ja auch mit Abstand hinter der Gruppe laufen, wenn es um Individualdistanz ginge. Aber je größer der Abstand wird, umso mehr dreht Nero durch. Nur wenn er vorne als erster geht, kommt er klar. Dann darf man auch aufholen, aber nicht überholen.
Das ist im Zughundesport ein durchaus gefragtes Verhalten 😉

Der Malamute Rüde eines Freundes tickt genauso, wenn er am Scooter läuft darf ihn niemand überholen, da gibt er dann richtig Gas...
 
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Lisa-Eileen
18. Juni 13:49
Normalerweise geht er dann in die andere Richtung nach vorne und zieht in diese Richtung, weshalb Richtungswechsel bei uns nie etwas gebracht haben.
Denke das es da warscheinlich eher das Timing ist, hatte das ganz früher auch.
Bin dann erstmal gefühlt nur im Kreis bzw hin und her gelaufen.
Immer sobald er am überholen ist gibts nen Richtungswechsel weg vom Hund.
Je schneller und energischer er ist desto früher damit er eben net in die Leine ballert.
Muss nicht in die entgegengesetzte Richtung sein, einfach nur weg.
Dadurch hatte er damals dann auch gelernt mehr runter zu kommen und sich an mir zu orientieren.
Haben wir mit Schleppi aufm Platz gemacht.
Hast du das mal probiert?
 
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Katja
18. Juni 13:55
Manchmal bin ich auch nicht sicher, ob ich einfach völlig inkompetent im Umgang mit ihm bin, aber auf einer fast schon kognitiv eingeschränkten Ebene, ob ich mich einfach sehr schlecht ausrücke oder ob so wenig Leute diskutierende Hunde haben, weil oft ein "mach doch einfach X, dann kommt meiner" empfohlen wird 🙈. Wobei das "mach doch einfach X" sicher auf guter Erziehung, Beziehung usw beruht. Aber es scheint oft ein völlig unbekanntes Konzept zu sein, dass der Hund einfach trotz X und Y und Z Nein sagt 😅.
Nö, ich habe nur inzwischen den Eindruck, dass Du Dir viel zu viele Gedanken machst… und es dadurch auch so supertoll beschreiben kannst, dass wie hier schon ganz schön weit gekommen sind!!!😀
Sonst ist sowas ja per Remote im Forum eher schwierig…

Aber Du stehst Dir halt damit ein Stück weit selber im Weg, so zumindest mein Eindruck, weil in Deinem Kopf die ganze Zeit all das und alle möglichen anderen Szenarien auch ablaufen… kann das sein?

Ich garantiere Dir: die Mehrheit der Hundehalter denkt nicht über 10% von dem nach, was Du die ganze Zeit im Kopf hast! Sondern macht stattdessen einfach, was sie jetzt grad wollen. Und bei vielen Hunde-Charakteren kommt das eben gut an und sie „funktionieren“.
Bei etlichen halt auch nicht… siehe die ganzen Beiträge hier, die bei verschiedenen Problemen um Hilfe rufen…😉
 
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Ina
18. Juni 14:00
Das ist auch wieder so eine Sache, hat Nero tatsächlich nachgefragt? Ich denke das hätte die Frage von jemandem beantwortet, die hier gestellt wurde. Was ist wenn ich in dem Zeitpunkt stehen geblieben oder das Tempo verändert hätte? Hätte er sich angepasst? Hat er wirklich gefragt im Moment? Oder hat er einfach geschaut, ob sich die Gelegenheit bietet wieder vorzugehen? Denn das hat er im Endeffekt gemacht. Ich glaube auch nicht, dass er sich immer für den geilsten hält. Manchmal schon. Deswegen glaube ich, dass wir zwischen Führungsanssagen und Führungsaussagen schwanken. Wenn ich wieder anfange zu trainieren kommen erst mal die Ansagen, wenn ich aufgebe kommen die Aussagen. Gestern Abend hat er wieder richtig auf sturr gestellt. Ich bin stehen geblieben, weil er gezogen hat. Hab ihn eingeladen, dann zu mir gefischt. Ich habe ihn immer wieder mit der Hand in Position geschoben, also neben mich. Und er ist jedes Mal, sobald ich die Hand weggenommen habe einen Schritt nach vorne gegangen. Wir sind also wieder in einer Diskussion gelandet, die ich ja eigentlich vermeiden soll. Dabei hat er mich überhaupt nicht angeschaut, sondern einfach "sturr" nach vorne. Ich drücke ihn sanft aber bestimmt zurück, er geht nach vorne. Jedes Mal. Und das ist ja eine Position, die er kennt und weiß, was ich gerade von ihm will.
Es war die Frage nach diskutierenden Hunden und ja, das können meine Terrier gut.

Ich schiebe meine Hunde nicht in eine Position, sondern führe sie durch einnehmen von Raum (weniger nette Variante), mit einer einladenden Handbewegung (nettere Variante) oder wenn gar nichts geht mit einem Keks vor der Nase, in die Position, die ich möchte. Das lobe ich auch sofort. Dabei bleibe ich nett und freundlich. Ich fordere das Kommando ein und lobe und belohne auch kleine Bewegungen in die richtige Richtung bis wir da angekommen wo ich hin will. Danach löse ich das Kommando auf und es gibt Kekse suchen, einen Trick den der Hund gerne macht oä. Anschließend fordere ich das Kommando auch nicht mehr ein.

Ich gebe nicht auf. Kann der Hund (aus welchem Grund auch immer) ein Kommando im Moment nicht umsetzen, gebe ich ein anderes Kommando, das leichter fällt und vordere das ein.
Meine Hunde wissen: wenn ich zB Sitz verlange, weil ein Auto kommt, der Hund reagiert nicht sofort, das Auto ist schon lange weg, das Kommando Sitz werde ich trotzdem einfordern.

Ich frage mich aber in der Diskussion: warum kann der Hund das Kommando gerade nicht ausführen? Was hält ihn davon ab? Und versuche darauf einzugehen. Also wenn gerade zB eine Duftspur die Diskussion auslöst hat, dann werden wir nach der Umsetzung des Kommandos gemeinsam die Spur erkunden. Die Umsetzung eines Kommandos soll keine Strafe sein.

Insgesamt versuche ich den Hund auf meinem Weg „einzuladen“, mein Weg ist so toll, spannend und lohnenswert, dass der Hund sich entscheidet meinem Weg zu folgen.
Dann werden Diskussionen insgesamt selten.
 
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Katja
18. Juni 14:04
Normalerweise geht er dann in die andere Richtung nach vorne und zieht in diese Richtung, weshalb Richtungswechsel bei uns nie etwas gebracht haben.
Naja, aber darum geht’s ja gerade: ihr macht das, was DU willst. Ansonsten geht‘s einfach gar nicht weiter!
Und wenn er meint, er muss alles andere machen als das, was DU willst (also Richtung ändern), dann „steht ihr halt Gassi“.
Du musst nur sturer sein als er.

Ich erinnere mich gerade: als wir Polli bekommen haben, hat sie einem den Napf beim Füttern quasi aus der Hand gerissen. Die Pflegemama hatte uns gewarnt und sie deswegen immer separat von allen anderen gefüttert.

Als sie bei uns einzog, hat sie das auch versucht. Also haben wir den Napf erstmal hochgehalten, aber da sie sich partout nicht beruhigen wollte, verschwand der Napf eben wieder. Dieses unfassbare Entsetzen hättest Du sehen sollen, als ich mich einfach wieder hingesetzt habe und weiter meine Zeitung gelesen habe.
Wenn ein Hund die Teleportation erfunden könnte, dann hätte Polli es in dem Moment getan!
Es hat nur 2-3 Mal Napf-Wegstellen gebraucht und sie hatte es kapiert!

Thema Futter hat sie immer noch und wird sie auch immer haben, wenn man als Strassenhund für sich selbst verantwortlich war.
Aber ich kann ihr Leckerlis auf die Pfoten legen und sie wartet auf Freigabe. Allerdings darf sie die Leckerlis dabei nicht anschauen… is für mich ok: jeder findet einen Weg, wie er damit klarkommt… und das ist ihrer!😬
 
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Lisa-Eileen
18. Juni 14:12
Zum Beispiel man erschreckt selbst und ruckt versehentlich an der Leine. Der Hund bekommt mit wo vor man sich erschreckt hat und verknüpft dies als negativen Reiz. Da gibt es adliche Beispiele.
Da kommts schon sehr drauf wie man selbst dann reagiert.
Ich hatte ja auch so Momente oder auch das ne Stechmücke auf Rocket saß und ich schlag die bei mir ja kaputt und hab das aus Reflex bei ihm auch gemacht und er war voll verdutzt, hat sich eventuell erschreckt noch dazu.
Habs dann aber auch selbst direkt gemerkt und es kam ein humorvoll verlegenes "ups, sorry!" und dann war die Sache gegessen.
Genau so halt auch bei Momenten wo ich mich vor was erschrecke.
Hunde gucken ja schon auch immer wie man selbst etwas händelt und entsprechend bewerten sie die Situation.
 
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Lisa-Eileen
18. Juni 14:16
Aber wir könnten ja auch mit Abstand hinter der Gruppe laufen, wenn es um Individualdistanz ginge. Aber je größer der Abstand wird, umso mehr dreht Nero durch. Nur wenn er vorne als erster geht, kommt er klar. Dann darf man auch aufholen, aber nicht überholen.
Ist bei Rocket auch so, trotz üben wurds bis heute nie wirklich besser.
Wegen diesen ganzen Sachen mit anderen hab ich ja überhaupt erst die Trainingsgruppe gegründet weil man es im Alltag so schwer üben kann.
Früher hatte ich mich als er klein war auch lange davor gedrückt weils mich auch sau gestresst hat und Leute halt keine Geduld hatten oder man auch net die Zeit hatte weil Termin.
Voll die Pest.
Da hab ich dann auch lange eher vermieden bis ich vor ca 2 Jahren mir dachte das ich mich da jetzt überwinde und dransetze weil sonst wirds ja eh net besser.