Hmm…da tue ich mich inzwischen etwas schwer mit einer eindeutigen Erklärung.
Natürlich kann fehlende Orientierung/Verlässlichkeit eine Rolle spielen. Ich denke jedoch, dass man den Einfluss von Erregung nicht unterschätzen sollte.
Gerade wenn ein Hund sehr hochfährt, wird es für ihn ja zunehmend schwieriger, Informationen überhaupt wahr- und aufzunehmen, Impulse zu kontrollieren oder sich an etwas anderem zu orientieren. Dann sieht es von außen vielleicht so aus, als würde er bewusst Entscheidungen treffen oder Führung übernehmen, obwohl er innerlich möglicherweise gar nicht mehr zugänglich ist.
Ich denke, dass nicht jedes Verhalten zwangsläufig nur daraus entsteht, dass der Hund führen möchte.🤔
Wenn ich mir die Gesten in Gesamtheit anschaue, dann passt bei Nero am besten Führungsansage und Führungsaussage.
Hohe Erregung spielt natürlich eine Rolle im Verhalten, aber Nero zeigt auch alle beschriebenen Verhalten in Ruhe und Zuhause.
Wenn es nur das gewalttätige Leinenzerren wäre, dann würde ich es noch unter Erregung und Stress verordnen.
Aber es sind viele Kleinigkeiten die beschrieben werden, die er macht. Angefangen von anrempeln beim Spielen, in Türen liegen, in den Weg stellen, sehr viel und nur markieren (ein Lösen gibt es nicht), Kontakt einfordern durch Stupsen, Pfote und Kopf auflegen usw usw.
Ich habe es aus dem Buch so verstanden. Ein Hund stellt eine Führungsansage, wenn er sich für kompetenter hält.
Das ist was Frank DA schon vor vielen Beiträgen mehrfach geschrieben hat.
Nero hält mich nicht für kompetent.
Die Führungsaussage kommt, wenn der Hund sich insgesamt für den tollsten hält. Sie beschreibt es als "ich hab mich umgesehen, ich bin der Geilste hier". Sich präsentieren, große Abstand draußen einhalten, imponieren, mit Gegenständen stolzieren.
Also wir hätten nach anfänglicher Betrachtung den Fall, dass Nero sich speziell im Bezug zu mir für kompetenter und sich grundsätzlich für den geilsten hält.
Ob das alles so stimmt ist natürlich eine andere Frage.
Wir reden hier ja nicht von wissenschaftlichen Studien, sondern von der Beobachtung und Interpretation einer Frau, die mit vielen Hunden lebt.
Muss man natürlich mit einer Prise Salz lesen. Aber völlig Unrecht wird sie auch nicht haben, wenn sie dauerhaft 30 bis 40 Hunde erfolgreich führt und mit ihnen lebt.