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Julia 🐾Nero
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heute 13:51

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Andreas
14. Juni 10:01
Vielleicht sollten wir mehr Bereitschaft zeigen von Hunden zu lernen😊 Diese Hundemama kennt anscheinend, wie auch Thomas Baumann den neuesten wissenschaftlichen Stand nicht?😊 Ich finde sie liebt ihre Welpen und weis, das sie ihre Welpen nur optimal versorgen und erziehen kann wenn sie sich durchsetzt 😊 Hier ein interessantes Video, das aus meiner Sicht jeder Hundehalter mal gesehen haben sollte!
..absolut klasse 😊.. ich kenne so etwas von Rockys unzähligen Kommentkämpfen mit anderen jungen Rüden.. noch mehr Zähne zeigen, noch mehr Energie.. aber genauso wenig wurde verletzt .. und die vermeintlich unterlegenen Rüden setzten alles daran weiterkämpfen zu dürfen 😅

Für mich lernen Hunde hierbei... Persönlich verbinde ich solche Verhaltensweisen nicht mit Gedanken wie... pro positive Verstärkung oder manchmal aversiv...

Es sind wichtige Lernerfahrungen für Hunde untereinander, ohne die wichtige Verhaltensweisen nicht gelernt werden können..
 
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Alois
14. Juni 10:11
Menschen können nie wie Hunde kommunizieren. Dafür ist unsere Kommunikation mit Hunden nicht fein genug . Ausserdem sind wir keine Hunde und wissrnschaftliche Studien zum positiven Training lügen nicht. Darfst dich gerne dazu belesen: dr Sandra Foltin: Macht, Nähe . Gewalt. Oder auch: Michael Moser: das Gehirn an der Leine oder von Cassandra Schiller: kein Platz für Gewalt. Mit aservisem Training kann man auch Erfolge erziehen, aber zu welchem Preis? Das sollte sich jeder Mal fragen. Und sich drüber lustig machen, zeigt mir, das da kein Verständnis deinerseits da ist. Und damit bin hier jetzt raus.
Hier ein Interessanter Artikel vom
Berufsverband zertifizierter Hundetrainer e. V.
Sind zwar 17 Seiten, ist aber echt lesenswert!😊

https://share.google/N4FDnS2O2JrhloirR
 
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Alois
14. Juni 11:32
Vielleicht sollten wir die Erziehung und das Training des Hundes einfach komplexer sehen!
Wenn man den Grundsatz beherzigt, das Ziel ist ein möglichst stressfreies Leben für den Hund, dann wäre eine kurze, angebrachte und faire, vom Timing und der Intensität passende Korrektur bei einem nicht tragbaren Fehlverhalten keine Bestrafung, sondern ein Mittel um dieses Ziel zu erreichen!
Die Belastung durch die Korrektur
steht in keinen Verhältnis gegenüber der Unterlassung dieser, in Betracht auf sein zukünftiges stressfreies Hundeleben😊
Im Umkehrschluss finde ich es unverantwortlich bei Hunden die als Sportgerät betrachtet werden, derartig vorzugehen da das Ziel, nur die Selbstverwirklichung des Halters über den Hund darstellt!😕
 
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Aga
14. Juni 11:33
Ich habe das Phänomen gerade beim Dummytraining, Amira lernt super schnell und war n Überflieger am Anfang, doch nach zwei Jahren merke ich , dass manches eher schlechter statt besser wird. So ist es jedoch nicht bei allem, mein Fusstraining was ich sehr konsequent durchgezogen hab, hat sich jetzt merklich gelohnt wirklich jeden Tag zu trainieren auch wenn’s schwer war. Heute klappt es schon in schwierigen Situationen super, noch nicht perfekt. Das war mir sehr wichtig, weil sie stark ist. Beim Dummytraining was unser Hobby ist, dachte ich in manchen Situationen ahh passt schon wenn ich ehrlich bin. Das fällt mir gerade auf die Füße, da muss ich aber auch ehrlich mich reflektieren, da war ich wahrscheinlich wirklich zu inkonsequent hier und da, weil ich dachte es soll ja Spaß machen. Ich gebe aber nicht auf, ich starte unser Training kleinschrittig von vorne weil sie es gut macht an sich und ich es für eine gute Auslastung halte. Übrigens hatten wir das auch bei der Pfeife, ich konnte sie von Wild abpfeifen die ersten drei Jahre, dann hat sie auf Hunderunden von anderen Blödsinn gelernt und jeder hat gepfiffen, ohne Folge, danach konnte ich die Pfeife knicken, wir bauen auch ne neue auf.
 
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Svenja
14. Juni 11:40
Vielleicht sollten wir die Erziehung und das Training des Hundes einfach komplexer sehen! Wenn man den Grundsatz beherzigt, das Ziel ist ein möglichst stressfreies Leben für den Hund, dann wäre eine kurze, angebrachte und faire, vom Timing und der Intensität passende Korrektur bei einem nicht tragbaren Fehlverhalten keine Bestrafung, sondern ein Mittel um dieses Ziel zu erreichen! Die Belastung durch die Korrektur steht in keinen Verhältnis gegenüber der Unterlassung dieser, in Betracht auf sein zukünftiges stressfreies Hundeleben😊 Im Umkehrschluss finde ich es unverantwortlich bei Hunden die als Sportgerät betrachtet werden, derartig vorzugehen da das Ziel, nur die Selbstverwirklichung des Halters über den Hund darstellt!😕
Das Problem wird nur hier sein, das Nero offensichtlich ein außergewöhnlicher Hund mit außergewöhnlicher Persönlichkeit ist, der Julia aktuell nicht ernst nimmt. Da halte ich Korrekturen, ganz besonders welche über körperliche Einwirkung, für kontraproduktiv bis gefährlich.
Für mich muss die Beziehung der beiden unstrukturiert und seine wahren Bedürfnisse erkannt und erfüllt werden, und das auf vielen Ebenen. Dann wird er auch Korrekturen durch sie annehmen.
Aber das braucht Zeit, Einsicht, Bereitschaft und Konsequenz.
 
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Elke
14. Juni 11:50
Ich glaube, es gibt einen riesigen Unterschied zwischen stehen bleiben und konsequent stehen bleiben 🤪 Der liegt in deiner Haltung und Persönlichkeit und in dem, was du in diesem Moment fühlst und welcher Überzeugung du bist. Das ist aber etwas, das man nicht mit Worten beschreiben kann.
Genau so! Ich könnte Einiges, was Julia erläutert hat, unterschreiben 😊. Zu diesem Punkt von dir versuche ich es aus Erfahrung trotzdem mal mit ein paar Worten zum Stehenbleiben.
-pseudo-konsequente Gedanken:
Ich muss da dran bleiben mit dem Training. Ich bleib stehen und hoffe, das wird mal bald was. Oh Mann, hoffentlich dauert das nicht ewig, das nervt.
konsequente Gedanken:
So, mein Freund, und jetzt bleiben wir mal schön stehen. Ich zieh mal entspannt an meiner Dampfe und warte, und wenn ich Wurzeln schlage, ich bin in Rente, ich hab Zeit 🎶.
Problem: Das kann man nicht faken.
 
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Katja
14. Juni 12:01
Wow!
Das ist ziemlich genau das, was auch so mein Gefühl war beim Lesen der ganzen Beiträge hier und vor allen Dingen Deinen Situationsbeschreibungen, Julia!
Ich hätt‘s nur nicht so zu Papier bringen können…

Wenn die Beziehung krumm ist, kann man sich noch so verrenken… es wird immer bei einer Art „Dressur“ bleiben!
Ich muss grad an eine Folge von Cesar Milan denken… weiß gar nicht mehr, was das für ein Hund war und was für Probleme. Aber er hat sich das angeschaut und hat dem Frauchen erstmal ein Entspannungs-Training mit Akkupunktur und Joga verordnet… und ein Box-Training!
Fand ich extrem faszinierend…

@Julia: Du bist doch so selbstreflektiert und hast schon so viel zu Hunden gelesen… und mit Nero schon so viele Wege versucht! Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, Dich auf Dich selbst zurückzubesinnen!
Ich glaube ja fest daran: Man kriegt nicht den Hund, den man will, sondern den, den man braucht… und dabei sind die anzugehenden Baustellen nicht immer angenehm…🥴

Polli war das genaue Gegenteil: sehr zurückhaltend und verschüchtert, nicht bereit, irgendwie zu spielen oder aus sich herauszugehen. Erzogen hat sie sich dadurch quasi von selbst!
Mir ist heute wieder aufgefallen, dass sie inzwischen selber begeistert Stöckchen sucht, damit ankommt und zergeln will und darauf lauert, dass geworfen wird und sie das dann apportieren kann.
Am Anfang hat sie geguckt wie Auto, wenn wir mit einem Stöckchen gewedelt haben… und wenn wir‘s geworfen haben, konnten wir’s auch selber wiederholen!🥴
Ich hab mit Polli gelernt, Begeisterung zu zeigen und aus mir raus zu gehen… und auch mal Blödsinn zu machen! Da hatte ich vorher echt Probleme mit… bin nicht so der extrovertierte Typ.
Und die Energie hat Polli dann aufgegriffen und plötzlich lief vieles wie von selbst, bzw. benötigte nur noch kleine Fein-Justage.

Wir sollten echt viel mehr auf die Hunde hören, was sie uns über uns selbst erzählen… auch wenn wir das vielleicht gar nicht so gerne hören mögen. Aber sie eröffnen uns Möglichkeiten (und das permanent!), für die wir sonst ziemlich viele Sizungen beim Therapeuten bräuchten…😬
 
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Katja
14. Juni 12:04
Vielleicht sollten wir mehr Bereitschaft zeigen von Hunden zu lernen😊 Diese Hundemama kennt anscheinend, wie auch Thomas Baumann den neuesten wissenschaftlichen Stand nicht?😊 Ich finde sie liebt ihre Welpen und weis, das sie ihre Welpen nur optimal versorgen und erziehen kann wenn sie sich durchsetzt 😊 Hier ein interessantes Video, das aus meiner Sicht jeder Hundehalter mal gesehen haben sollte!
Das Video ist echt klasse!
Nicht, weil man das als Mensch auch so machen sollte… aber weil es ein tolles Beispiel ist, wie sich die Energie verändern kann, wenn nur einer konsequent ist!
Toll, wie sich die Rasselbande am Ende konsequent der Körperpflege widmet: irgendwo muss die Energie ja schließlich hin!😀
 
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Katja
14. Juni 12:19
Hab’s Cesar Millan-Video gefunden, war sogar ein Deutscher Schäferhund:

https://youtu.be/wWdxu5lOTpk?si=PZNw7nFDZmy1dSxC

Mit geht’s nicht um die Methoden mit dem Hund, die muss nicht jeder gut finden… mit geht‘s hier um die Einschätzung der Halterin und dem Weg für sie da raus.

Nachtrag: hab’s mir grad nochmal ganz angeschaut und es ist schon echt sehr sehr amerikanisch gemacht und tw. ganz schön reißerisch… bitte darüber hinwegsehen!
Aber ich finde, die Veränderung der Energie von Trish ist sehr sehr greifbar.
Gab noch ein anderes Video, wo auch noch Joga mit im Spiel war… vielleicht find ich das auch noch.
 
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Jochen
14. Juni 12:31
Hier ein Interessanter Artikel vom Berufsverband zertifizierter Hundetrainer e. V. Sind zwar 17 Seiten, ist aber echt lesenswert!😊 https://share.google/N4FDnS2O2JrhloirR
Naja, das Pamphlet eines Berufsverbands mit 300 Mitgliedern in Deutschland +Österreich ist für mich nicht repräsentativ.

Bei diesen Meinungen bin ich dann auch komplett raus, wenn bei zB. Jagdverhalten mit Strafreizen gearbeitet werden soll, ist das das Allerletzte:

Zitat:

Selbstbelohnende
Verhaltensweisen, wie das Jagdverhalten oder Aggressionsverhalten, stellen in
vielen Fällen komplexe Herausforderungen dar. In solchen Situationen kann eine
durchdachte und professionelle Anwendung von Strafreizen zu einer effektiven
Verhaltensänderung beitragen.

Und Zitat:
"Ein nettes Nein existiert nicht."


Echt letztes Jahrhundert.