Für mich hört sich das erst mal nach, wie Du schon selber sagst, nach Übersprungshandlungen an. Das würde bedeuten, dass er mit einigen Konflikten zu kämpfen hat. Ich empfinde das als ganz normal, da ihr Euch und Eure gemeinsame Kommunikationsebene ja erst mal finden müsst.
Mein erster Gedanke aufgrund Deiner Beschreibung war, dass er lieber aus diese Situation raus möchte und Abstand braucht.
Meine Idee wäre, erst mal Nähe aufbauen. Kuscheln, sozial spielen, Tricks mit Körperkontakt (Pfote geben, sich auf die Seite legen), den Aufbau ihn zwischen die Beine nehmen ...
Immer kurze Einheiten, spielen, Pause (damit er nachdenken und verarbeiten kann), ...
Schön ist auch Shaping. Eine Aufgabe mit Deiner Hilfe lösen lassen. Das baut Vertrauen auf und gleichzeitig Selbstbewusstsein (da er überwiegend alleine die Aufgabe lösen muss).
Je mehr er Dich und Deine Kommunikation kennenlernt, desto weniger Konflikte treten auf. Also nicht von Dir wegarbeiten (etwas wegwerfen), sondern immer zu Dir arbeiten lassen.
Das wären jetzt erst mal meine ersten Schritte. Gleichzeitig kommt jedoch auch das Thema Regeln und Grenzen auf. Klar und konsequent (immer mit gleicher Stimme und Körpersprache handeln) gibt Sicherheit. Eine Korrektur mit einer Berührung beenden und sicher stellen, dass die Korrektur auch angekommen ist, ansonsten landet er wieder in einem Konflikt.
Zum Thema Impulskontrolle und Frusttoleranz: der wesentliche Unterschied ist, dass bei der Impulskontrolle belohnt wird und bei der Frusttoleranz nicht. Keine Ansprache, keine Belohnung, keine Aufmerksamkeit ... Beachtet man das nicht, entsteht immer eine aufschiebende Situation/Belohnung, da Hunde intelligent sind und ein "ruhiges" Verhalten zeigen, damit sie belohnt werden. Das aber nur nebenbei, weil Du es angesprochen hast.
Ich würde erst mal mit dem Aufbau von Nähe anfangen, damit er sich in Deiner Nähe wohl fühlen kann. Nur darum geht es. Es geht nicht um locken, betteln ... .