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Michele
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Anzahl der Antworten 3
heute 12:51

Frustationsroleranz ≠ Konzentrationsfähigkeit

Hallo ihr Lieben, Ich habe vor kurzem einen alten (geschätztes Alter 13 Jahre) aus dem Tierheim adoptiert. Arbeitsrasse, dementsprechend intelligent. Hatte vorher einen Border Collie, kenne das Temperament also. Es gab bekannte Probleme, reaktiv, unverträglich mit Artgenossen und ein paar andere Kleinigkeiten. Nun zu meinem Problem, wir arbeiten natürlich an verschiedensten Dingen und mir fällt immer öfter auf, dass sobald ich Verhalten vom Hund unterbinde (teilweise auch nur durch einen Richtungswechsel ausgelöst), der Hund übersprungshandlungen zeigt und kopflos wird. Das fing an, dass er wild auf Stöcker sprang bis hin zu, dass er gegen mich tackelt, mich begrenzt und versucht teilweise sehr körperlich seinen Willen zu bekommen. Mein Problem hierbei ist, das wir egal wie reizarm die Umgebung ist, wir kaum trainieren können, weil er gefühlt keine Frustrationstolerant hat und sofort überspringt. Habt ihr Tipps wie ich daran arbeiten kann? Wie kann ich seine Toleranzschwelle steigern
 
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Frank
Beliebteste Antwort
heute 12:51
Mit 13 Jahren lernt auch eine Arbeitsrasse nicht mehr so flott.
Ich finde du verlangst da deutlich zuviel von ihm.

Er - ein Tierheimhund(!) - muss erstmal richtig bei Dir ankommen können, das kann - je nach seiner Vergangenheit - locker paar Monate dauern - und das ist noch relativ(!), bei anderen dauerts teilweise noch deutlich länger.

Gib ihm Zeit,
meide triggernde Situationen, gehe wenig frequentierte Wege mit ihm, erstmal kurze Wege und anfangs immer die gleichen.
Mache kleine, spielerische(!) Übungen mit ihm und lobe/belohne jedes positive Verhalten, auch die welche er selbstständig zeigt.
Bleibe freundlich und gelassen, wenn was nicht klappt mache etwas das er schon kann damit ihr mit einem guten Erlebnis abschliessen könnt.


Im Forum gibts viele Info's/ Threads zu dem Thema,
Boardsuche hilft sie zu finden.
LG
 
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Nicole
heute 11:53
Hallo Michele 👋 Wie unterbindest du denn das Verhalten? Plötzlich und unerwartet? Plötzliche Richtungswechsel haben bei uns auch zu Frust geführt, weil sie für Ernie keinen Sinn ergaben. Und ehrlich gesagt, hatte er damit ja auch recht 😅 Er hat nicht verstanden, was ich damit eigentlich bezwecken möchte. Und mal ehrlich, wie soll der Hund verstehen, dass er nicht ziehen soll, wenn man plötzlich aus dem Nichts die Richtung wechselt. Auch einfaches Stehenbleiben, wenn er gezogen hat, hat nichts gebracht. Vor Frust wurde sich dann auch eine alternative Beschäftigung gesucht (Stöckchen kauen z.B.). Ich würde tatsächlich einen anderen Ansatz probieren. Nicht bei jedem Hund funktionieren die Tipps, die man so sieht oder liest. Wir mussten auch einiges ausprobieren, bis wir miteinander kommunizieren konnten. Bei Ernie waren es Freundlichkeit, Spaß und viele Leckerlis 😅 Ich habe ein Signalwort aufgebaut, dass ich immer bei gewünschtem Verhalten sage. Danach kommt sofort eine Belohnung (Futter, Spiel o.ä.). Das Wort ist also, wie ein Klicker. Ersetzt aber nicht die Belohnung. Nicht aufgeben und viel Erfolg 🍀 Habt Spaß miteinander ☺️
 
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The In
heute 12:06
Hi Michele,
Klappt es denn drinnen, Frustrationstoleranz zb mit Leckerchen aufzubauen?
Ich erinnere mich an eine Übung meiner Trainerin, mit der wir auch testen konnten, wie es denn mit Impulskontrolle und Frustrationstoleranz bei unserem Hund so aussieht. Bei meinem war auch wenig bis gar nichts da 😅
Dazu nimmst du sichtbar ein Leckerchen in die Hand, schließt diese vollständig und hälst sie ihm hin. Solange er versucht die selber aufzubekommen, öffnest du sie nicht. Erst wenn er Kontakt zu dir aufnimmt, also dich zb anguckt und wartet (!) kommt ein Signalwort und die Hand geht auf.
Hier kann man viel lernen, manche Hunde versuchen die Hand auszukratzen, andere fangen frustriert an zu bellen, wieder andere "zeigen einem den Finger" und gehen weg.
Du bekommst also ein Gespür dafür, wie sehr kann er sich zusammen reißen, kann er sich überhaupt konzentrieren um zu lernen und wie sehr frustet es ihn, wenn er es nicht (sofort) bekommt?
🍀🐕
 
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Frank
heute 12:51
Mit 13 Jahren lernt auch eine Arbeitsrasse nicht mehr so flott.
Ich finde du verlangst da deutlich zuviel von ihm.

Er - ein Tierheimhund(!) - muss erstmal richtig bei Dir ankommen können, das kann - je nach seiner Vergangenheit - locker paar Monate dauern - und das ist noch relativ(!), bei anderen dauerts teilweise noch deutlich länger.

Gib ihm Zeit,
meide triggernde Situationen, gehe wenig frequentierte Wege mit ihm, erstmal kurze Wege und anfangs immer die gleichen.
Mache kleine, spielerische(!) Übungen mit ihm und lobe/belohne jedes positive Verhalten, auch die welche er selbstständig zeigt.
Bleibe freundlich und gelassen, wenn was nicht klappt mache etwas das er schon kann damit ihr mit einem guten Erlebnis abschliessen könnt.


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LG