Vielleicht nochmal zum Stress, weil das manchmal nicht so ganz greifbar ist:
Ein hoher Allostatic Load, also häufiger oder dauerhafter Stress ohne entsprechende Erholung davon kann zu Problemen führen, wenn er sich aufsummiert.
Stress hat Auswirkungen auf die Organsysteme. Der Stoffwechsel kann entgleisen und das Immunsystem kann geschwächt werden.
Nicht nur akuter Stress, sondern auch dauerhafter Stress kann sich auf Appetit und Fressverhalten auswirken, wenn der Hund sich zu viel im Alarmmodus befindet, ohne entsprechende Ruhephasen davon. Es kann zu einer dauerhaften erhöhten inneren Anspannung führen, und dazu, dass sich die Verdauung zurückfährt.
Das kann sich z.B. in Durchfall, Blähungen, Erbrechen und einem überempfindlichen Magen äußern. Wer beispielsweise Bauchschmerzen bekommt oder wem häufiger in unterschiedlichern Ausprägungen übel ist, hat möglicherweise auch nicht so viel Freude am Essen.
Der Parasympathikus fördert Regeneration, Erholung, Wiederaufbau der Energiereserven.
Es entspringt dort der Vagusnerv der u.a. die Verdauungsorgane steuert. Es benötigt Entspannung, also eine Aktivierung des Parasysmpathikus, damit Nahrungsaufnahme ungestört funktioniert. Stress (also die Aktivierung des Gegenspielers) hemmt diese Funktion.
Ein bisschen Stress im Leben zu haben ist ganz normal, wichtig für Anpassungen und nichts bedenkliches. Aber zu lange und zu viel, kann sich in unterschiedlichen Formen in der Gesundheit manifestieren.
Es muss nicht daran liegen, ich wollte es nochmal ausführlicher ergänzen, damit du, liebe Anja, es in deine Überlegungen miteinbeziehen kannst. Die Tierverhaltenstherapie wird i.dR. auch so gestaltet, dass der Hund zwar kurzfristig auch Stress erlebt, aber eben so, dass Anpassungsleistungen möglich sind, statt dauerhaft auf erhöhtem Level zu bleiben.
Vielleicht hilft es Ernährung und Stress nicht isoliert zu betrachten, sondern als etwas, dass sich gegenseitig beeinflusst. Viel Erfolg 🍀