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Anja und Peter
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 34
heute 15:13

Verzweifle so langsam - frisst nicht

Mein Hund Ciro (Chihuahua Borderterrier Mischling) aus dem Tierschutz war von Anfang an ein schwieriger Esser. Das richtige Futter zu finden hat ewig gedauert. Und wenn jemand sagt: kein Hund verhungert vor dem vollen Napf dann beweist mein Hund das Gegenteil 🙄 Wir haben ihn auch schon auf Empfehlung Hungern lassen aber gebracht hat das gar nichts. Es ist immer das gleiche. Er frisst mit Begeisterung und nach Wochen geht er nicht mehr ran. Letztendlich haben wir angefangen zu Barfen was endlich funktioniert hat ( fast ein Jahr) ohne Probleme Vor ein paar Wochen bekam mein Hund dann eine hämhorragische Gastritis. Als Notfall ist er in der Tierklinik gelandet frass überhaupt nicht mehr musste an den Tropf. Hat viel Gewicht verloren😞 Er hat es dank schneller Hilfe Gott sei Dank überlebt. Stand aber einige Zeit auf der Kippe. Nach der Klinik hieß es Darmaufbau und Schonkost. Und da mein Hund weder Möhren noch Hühnchen noch Reis gekocht fressen mag (Morrosche Möhrensuppe alles getestet) haben wir uns für Rinti sensible entschieden was er auch bis zum Wochenende noch gut gefressen hat. Leider ist das Futter ja nicht so Bedarfsgerecht daher wollten wir, da es ihm besser geht, so langsam wieder auf Barf umstellen. Starten wollte wir mit Muskelfleisch und Gemüse Tja Pustekuchen er will es nicht mehr anrühren. Schnuppert nur dran und stößt es mit der Nase weg. Jetzt ist das Problem das er mit dem Rinti Nassfutter genau so anfängt 😭 wieder die Hälfte drin lässt. Sorten haben wir durchprobiert. Ich kann in aber wegen seinem Gewicht echt nicht Hungern lassen da er seine 5 kg noch nicht ganz wieder erreicht hat. ( Leckerlis mag er übrigens ) Und ganz ehrlich: ich weiß echt nicht mehr was ich füttern soll Tierarzt haben wir gefragt der hatte auch keine Idee als ihm immer wieder was anzubieten Habt ihr ne Idee ? Andere Barfsorte vielleicht ? Oder irgendwas anderes unwiderstehliches ?
 
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Kirsten
heute 06:29
Liebe Anja,
Es gibt Tierärzte die sich auf Futter spezialisiert haben. Zum Beispiel FitmitFutter oder Napfcheck.
Dort wäre eine Möglichkeit sich professionelle Hilfe zu suchen.

Die Empfehlungen, den Hund hungern zu lassen, „Kein Hund verhungert vor dem vollen Napf.“ und das ein Hund verwöhnt von Leckerchen wäre, habe ich auch gehört.

Bei meiner Hündin hat es gedauert, dass passende Futter zu finden. Im Nachhinein wäre ich froh gewesen, über die Option der professionellen Ernährungsberatung mit dem Futter zu wissen. Sich dort an die Hand nehmen zu lassen, hätte uns vermutlich Leid und Nerven erspart.

Meine Hündin hat in der Zeit, wo das Futter noch nicht passend war besonders morgens nicht fressen wollen. Leckerchen wurden aber immer genommen (abgesehen von hohen Reizlagen). Wenn sie irgendwelchen Schnickschnack, fürs Futter gemacht hat, konnte sie danach manchmal etwas nehmen, aber eine richtige Lösung war das nicht. Wenn sie kurz nach dem Fressen in der Wohnung irgendwo runtergesprungen ist, ist es ab und an vorgekommen, dass sie danach erbrechen musste :(

Hier war es die Kombi aus unpassendem Futter und Stress (ebenfalls Tierschutzhund).
Bei intakten Rüden spielen vielleicht noch läufige Damen mithinein?
Auf deiner Pinnwand schreibst du von Unsicherheit mit vielen Reizen. Wie läuft denn die Tierverhaltenstherapie? Ist es besser geworden, oder sind diese Dinge immer ein starkes Thema für Ciro?

Heute freut sich meine Hündin sowohl morgens wie abends unheimlich auf ihre Mahlzeiten und verträgt sie gut.
 
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Aga
heute 06:36
Bei meinem damaligen Rüden war’s so, dass er das Barf Fleisch gern gefressen hat und dann aber wieder ausgewürgt hat, irgendwann wollte er auch nicht mehr dran. Ich kam dann drauf, dass er es roh nicht verträgt und habe es ihm immer etwas gegart und leicht warm gegeben. Dass ging dann so und er hat es gern genommen und vertragen. Aber ich denke du hast auch schon versucht dass Muskelfleisch bisschen zu garen?
 
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Dagmar
heute 09:46
Also mein Boston Terrier war schon als Welpe sehr wählerisch.
Er ist jetzt 2 Jahre alt und es ist immer eine neue Herausforderung,was das Futter angeht.
Wir haben eigentlich schon alles mögliche ausgetestet.
Ob selbst gekochtes, Nassfutter,ob billiges oder richtig hochwertiges teures...was er heute,bzw.morgen noch gerne gefuttert hat...nimmt er dann nicht mehr.
Da er viel mit mit Magen- Darm zu tun hat,( inzwischen besser geworden) hatte uns der Tierarzt von vet concept das DOG INTESTINAL LOW FAT mitgegeben.
Das Trockenfutter nimmt er als Snack zwischen durch, wir haben es an verschiedenen Stellen in der Wohnung platziert, kleine Häufchen, während des Gassigangs als Belohnung, seit dem geht es.. allerdings Nassfutter von der Marke rührt er nicht an. Inzwischen nimmt er Nassfutter oder selbst gekochtes,wie Hähnchenbrust immer seltener. Snacks zwischen durch,z. B von Vitakraft beef-sticks versch. Sorten,da ist er gierig nach oder von Vitakraft Süßkartoffeln mit Möhren 🥕 als Veggie Snack.
Es ist schwierig mit ihm, aber seit er zwischen durch das Trockenfutter nimmt, da gebe ich ihm so viel er mag... allerdings aus der Hand,nicht aus dem Napf! ,sei versichert, es geht dir nicht alleine so...
Ab und an eine kleine Dose Thunfisch im eigenen Saft, oder eine kleine Scheibe Brot mit Leberwurst 2 mal die Woche...es ist immer wieder eine Herausforderung..Gib nicht auf..
Ganz herzliche Grüße 🤗🐾
 
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Lo
heute 10:26
Vielleicht hab ich es überlesen, bislang gab es bei euch nur Nassfutter oder Barf. Hast du es mal mit Trockenfutter probiert, wenn er Leckerli nimmt? Oder einfach mal ein paar Leckerli oder Brocken Trockenfutter übers Nassfutter?
 
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Kirsten
heute 10:29
Vielleicht nochmal zum Stress, weil das manchmal nicht so ganz greifbar ist:
Ein hoher Allostatic Load, also häufiger oder dauerhafter Stress ohne entsprechende Erholung davon kann zu Problemen führen, wenn er sich aufsummiert.

Stress hat Auswirkungen auf die Organsysteme. Der Stoffwechsel kann entgleisen und das Immunsystem kann geschwächt werden.
Nicht nur akuter Stress, sondern auch dauerhafter Stress kann sich auf Appetit und Fressverhalten auswirken, wenn der Hund sich zu viel im Alarmmodus befindet, ohne entsprechende Ruhephasen davon. Es kann zu einer dauerhaften erhöhten inneren Anspannung führen, und dazu, dass sich die Verdauung zurückfährt.
Das kann sich z.B. in Durchfall, Blähungen, Erbrechen und einem überempfindlichen Magen äußern. Wer beispielsweise Bauchschmerzen bekommt oder wem häufiger in unterschiedlichern Ausprägungen übel ist, hat möglicherweise auch nicht so viel Freude am Essen.

Der Parasympathikus fördert Regeneration, Erholung, Wiederaufbau der Energiereserven.
Es entspringt dort der Vagusnerv der u.a. die Verdauungsorgane steuert. Es benötigt Entspannung, also eine Aktivierung des Parasysmpathikus, damit Nahrungsaufnahme ungestört funktioniert. Stress (also die Aktivierung des Gegenspielers) hemmt diese Funktion.

Ein bisschen Stress im Leben zu haben ist ganz normal, wichtig für Anpassungen und nichts bedenkliches. Aber zu lange und zu viel, kann sich in unterschiedlichen Formen in der Gesundheit manifestieren.

Es muss nicht daran liegen, ich wollte es nochmal ausführlicher ergänzen, damit du, liebe Anja, es in deine Überlegungen miteinbeziehen kannst. Die Tierverhaltenstherapie wird i.dR. auch so gestaltet, dass der Hund zwar kurzfristig auch Stress erlebt, aber eben so, dass Anpassungsleistungen möglich sind, statt dauerhaft auf erhöhtem Level zu bleiben.
Vielleicht hilft es Ernährung und Stress nicht isoliert zu betrachten, sondern als etwas, dass sich gegenseitig beeinflusst. Viel Erfolg 🍀
 
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Silke
heute 10:46
Guck doch mal bei Vet-Concept
Wird auch oft von Tierärzten empfohlen!
 
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Anja und Peter
heute 10:57
Hallöchen. Das ist wirklich eine doofe Situation und sehr belastend, kann ich mir gut vorstellen. Du schreibst der Hund nimmt aber Leckerchen. Bekommt er evtl derzeit sehr viel aus der Hand gefüttert? Also kann es sein, dass er schon damit (zu) gut gesättigt wird, weil ihr denkt ihr gebt lieber mehr "Kekse" damit sein Gewicht stabil bleibt?
Nein er bekommt nicht so viel weil wir ja immer noch auf Schonkost sind und aufpassen das es nicht zu viel wird
 
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Anja und Peter
heute 10:57
Guten Morgen, ich würde Dir dringend eine tierärztliche Ernährungsberatung empfehlen. Das sind Spezialisten für solche „schwierigen Fälle“. Zum Beispiel: Fit mit Futter Futtermedicus Napfcheck Gute Besserung für Deinen Hund. Liebe Grüße, Eva
Danke werde ich in Betracht ziehen
 
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Anja und Peter
heute 10:58
Pepe ist auch sehr mäkelig, mit Möhrensuppe und dergleichen brauche ich ihm auch nicht kommen. Wenn dein Hund aber Leckerli nimmt und sie bleiben drin, dann ist er vermutlich nur ein verwöhnter Rotzköter (spaßig und nicht abwertend gemeint), der seine Leute sehr gut im Griff hat. Deshalb würde ich tatsächlich meine Sorgen etwas runterschrauben (die das Verhalten ja meistens auch noch unbewusst unterstützen), zumal er fast sein Idealgewicht hat, auch wenn es schwer ist nach der Leidensgeschichte, das kann ich absolut nachfühlen. Zwei Verstärker könntest du noch probieren, -einen anderen Hund beim Füttern dazustellen -für das Futter was verlangen, zB. tricksen oder Schleckmatte bzw. bei Trockenfutter draußen streuen oder Schnüffelteppich … Viel Erfolg
😅das mit dem Rotzköter trifft bestimmt zum Teil zu
 
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Anja und Peter
heute 11:00
Ich hatte so einen Rotzköter 😅 meine verstorbene Mopsdame hat sich auch so verhalten. Tierärztlich war alles gecheckt. Sie war gesund aber wollte nicht aus dem Napf fressen. Meine Eltern haben sie dann aus der Hand gefüttert (musste aus der flachen Hand sein). Hört sich total doof an, war aber so. Und meine Eltern und der Hund waren glücklich damit 😅
Aus der Hand füttern haben wir schon versucht aber will er auch nicht.