Erziehung & Training

Verfasser-Bild
Chloe
Anzahl der Antworten 48
zuletzt 21. Feb. 04:19

Hund ignorieren um Bindung zu stärken?

Unser 8 Monate alte Rüde ist aus seiner Welpengruppe "ausgewachsen" und wir waren mit ihm jetzt zum zweiten Mal in einer neuen Hundeschule. Er ist momentan ein richtiges "Pubertier", an sich aber eigentlich ganz gut handelbar... solange keine anderen Hunde in der Nähe sind. Dann ist er ultra auf die anderen Hunde fokussiert und wir existieren quasi gar nicht mehr für ihn. Jetzt kann man sich natürlich vorstellen was in der Hundeschule passiert: er zieht nur an der Leine, wenn er sitzen muss fiepst er die ganze Zeit und alle Kommandos werden einfach ignoriert, er schaut nicht mal in meine Richtung wenn ich seinen Namen rufe. Ich finde die Ansätze von manchen Trainern dort ein bisschen naja... Altmodisch ist wahrscheinlich das richtige Wort. Zum Beispiel wurde ihm heute eine Retriever Leine angezogen weil er so gezogen hat. Der Hund wird auch gerne hinterhergeschleppt wenn er in eine andere Richtung zieht und die Korrekturen an der Leine sind auch ziemlich körperlich. Es wird viel von Respekt gegenüber dem Halter erzählt. Die Trainerin meinte heute, dass unser Hund uns zwar sehr gerne hat, aber nicht respektiert (was auch stimmt, da gebe ich ihr Recht). Wir sollen ihn jetzt eine Woche lang ignorieren - nicht mit ihm sprechen, nicht streicheln, nicht spielen, kein Körperkontakt zulassen. Ich will hier Leute mit mehr Erfahrung fragen: ist das ein legitimer Ansatz? Stärkt das wirklich seine Bindung zu uns, oder zerstören wir sie gerade, wenn wir seine emotionalen Bedürfnisse ignorieren? Ich bin hin und her gerissen und weiß nicht was ich machen soll.
 
Verfasser-Bild
Alina
Anzahl der Antworten 15
zuletzt 20. Feb. 00:44

Hündin verursacht Auseinandersetzungen mit Artgenossen

Hallo liebe Hunde-Menschen, seit etwa einem Jahr ist Husky-Mischlingshündin (Siberian Husky, Alaskan Malamute, Schäferhund und Collie Mix) Lucia an meiner Seite. Sie ist jetzt 1,5 Jahre alt. Sie ist mein erster Hund und ja, damit habe ich mir ordentlich Arbeit aufgeladen. Ich habe im letzten Jahr unfassbar viel gelernt, über Hunde und Menschen im allgemeinen und Lucia und mich im speziellen. Lucia ist ein aktiver, neugieriger, lebenslustiger und lernbereiter Hund. Allerdings scheint sie gerade eine zweite Pubertätsphase zu durchleben, denn es ist mehrmals am Tag eine Überraschung, was für einen Hund man gerade erleben darf. Teilweise hat sie komplette Aussetzer und dann ist sie plötzlich wieder der aufmerksamste, bravste und folgsamste Hund der Welt. Wir haben bereits einen Termin bei einem Hundetrainer, der mir noch einmal kompetenten Rat geben soll. Allerdings dauert das noch ein paar Wochen, da wir umziehen. Nun habe ich heute aber eine neue Seite an ihr entdeckt, die mir gar nicht gefällt und wo ich noch nicht weiß, wie ich damit am besten umgehen soll. Deshalb dachte ich, frage ich hier einmal nach Rat. Und zwar hat Lucia heute zwei mal im Freilauf von einem anderen Hund so richtig eins auf den Deckel bekommen. Und das absolut gerechtfertigt. Situation 1 war wie folgt. Ich stand mit Lucia (angeleint) auf der Wiese. Eine Dame kam mit ihrer Hündin (unangeleint) auf uns zu. Die Hunde erblickten sich. Daraufhin legte Lucia sich in die Wiese. Der andere Hund orientierte sich vorbildlich an seinem Frauchen. Als sie auf unserer Höhe waren, fragte mich die Frau ob ich Lucia von der Leine lassen wolle, dann könnten sie Kontakt aufnehmen. Ich sagte ehrlich, dass Lucia dabei sehr ungestüm ist, aber freundlich gesinnt. (Hundebegegnungen sind unser ganz großes Thema, da Lucia dabei sehr aufgeregt, häufig ungestüm und aufdringlich und teilweise hysterisch ist). Die Frau betonte noch einmal, dass sie nur unangeleint zueinander dürften, was ich durchaus sinnvoll finde. Im Grunde hat mir mein Bauchgefühl da aber schon gesagt, dass es recht sinnlos ist die beiden zusammen zu lassen, da der andere Hund keinerlei Interesse an Lucia zeigte. (Der andere Hund war schon 8 Jahre alt und in der Regel sind ältere Hunde wenig an den jungen Wilden interessiert.) Aber die Frau sagte, sie müsse ja Hundebegegnungen lernen, worin ich ihr zustimme und eigentlich auch um jeden souveränen Hundekontakt für Lucia immer froh bin. Also lies ich Lucia doch von der Leine. Es geschah alles wie erwartet. Es gab ein kurzes beschnüffeln, dann forderte Lucia ungestüm zum Spielen auf und wurde mit hochgezogenen Lefzen deutlich abgewiesen. Lucia ließ einen Moment ab, kam zu mir, versuchte es dann noch ein weiteres Mal bei der Hündin und wurde angeknurrt. Der andere Hund kommunizierte klar und deutlich und Lucia hat es auch verstanden, aber nicht akzeptiert. Ich wollte sie wieder Anleinen, aber sie lief wieder zu dem anderen Hund. Ich ging in die entgegengesetzte Richtung weil ich wusste, dass Lucia mir folgen würde, was sie auch tat. Leider folgte uns auch die Dame mit dem anderen Hund, was Lucia natürlich auch bemerkte und dazu veranlasste noch einmal hinzurennen. Nun hatte die ältere Hündin genug und machte Lucia eine ganz heftige Ansage mit Bellen und Schnappen. Es gab keine Verletzungsabsicht, war aber eine ernsthafte Auseinandersetzung und natürlich war es Lucias, bzw. auch meine Schuld. Lucia kam dann ganz bedröppelt zu mir gelaufen und ließ sich anleinen und wollte getröstet werden. Das hatte gesessen. Ich habe sie nicht getröstet, bin einfach mit ihr wieder in die entgegengesetzte Richtung gegangen. War das richtig? Was hätte ich anders oder besser machen können? Wie kann ich dem überhaupt vorbeugen? Geht das überhaupt oder muss ich akzeptieren, dass es nun solche Auseinandersetzungen öfter geben wird? Situation 2 war wie folgt. Ich war mit Lucia im Park. Sie verhielt sich bis dahin vorbildlich. Ich sah eine Bekannte mit ihrer Hündin in den Park kommen. Die Hunde kennen und mögen sich. Ich machte Lucia von der Leine ab, der andere Hund war bereits abgeleint. Sie hatten einen Ball dabei, den sich Lucia sofort schnappte und damit zu spielen begann. Ich nahm ihr den Ball nach einem Moment wieder ab und wollte ihn der anderen Hündin zurück geben. Das hat Lucia überhaupt nicht gepasst und sie hat die andere Hündin attackiert (abgeschnappt, ohne Verletzungsabsicht, aber ernst) woraus eine heftige Keilerei entstand (ohne Verletzungen). Meine Bekannte und ich trennten (mit der Stimme) die beiden und ich gab der Frau den Ball zurück. Ohne den Ball war es für Lucia wieder in Ordnung. Wobei die andere Hündin durchaus noch erregt war. Wir trennten uns dann. Ressourcen waren bisher noch nie ein Thema! Es gab nie Futterneid oder ähnliches. Das einzige was es ab und zu gab war Eifersucht, wenn ich einen anderen Hund gestreichelt habe. Aber da hat sich Lucia nur dazwischen geschoben. Der andere Hund ist dann meist von selbst gegangen, ansonsten hat Lucia es aber auch akzeptiert wenn er nicht ging und ich den anderen Hund gestreichelt habe. Was insbesondere neu ist, ist die Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung. Das kenne ich so noch nicht. Und das bereitet mir doch Kopfzerbrechen. Ich möchte natürlich um jeden Preis verhindern, dass es dochmal soweit eskaliert, dass einer von beiden gebissen wird. Heute ist mir durch die beiden Auseinandersetzungen innerhalb weniger Stunden aufgefallen, dass es sich zurzeit häuft. Vor einer Woche gab es eine Auseinandersetzung mit einem Hund, welcher unangeleint war und über die Straße auf Lucia zurannte, die angeleint neben mir ging. (Hier war Lucia definitiv nicht schuld.) Und weniger Wochen zuvor hatte es bereits eine heftige Auseinandersetzung mit einem Rüden gegeben, bei welcher ich nicht genau sagen kann wer Schuld war. Sie entstand aus einem Rennspiel, das ich vielleicht falsch gedeutet habe. Im Prinzip hatte ich davor auch schon ein ungutes Bauchgefühl, da der Rüde sehr viel imponierte, markierte und sein Nackenfell aufstellte. Aber als sie dann zusammen rannten dachte ich es wäre ok, war es aber nicht. Wie gehe ich jetzt am besten mit der neuen Situation um? Mehr auf mein Bauchgefühl hören ist das eine, aber ich möchte Lucia auch weiterhin Kontakte zu Artgenossen ermöglichen, nur möglichst ohne zu befürchten, dass eine ernste Auseinandersetzung entsteht. Vielen Dank fürs Lesen und liebe Grüße Alina mit Lucia