Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Wo kann mein Hund endlich frei laufen?

Verfasser-Bild
Galina
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 36
zuletzt 14. Juli

Wo kann mein Hund endlich frei laufen?

Mein Hund aus dem Tierschutz hat über die Jahre leider trotz intensiver Trainings zu sämtlichen Themen viele Ängste entwickelt. An der kurzen Leine hat er ständig Angst, läuft aber artig nebenher und hört auf jeden Befehl (Dr. Jekyll). An der langen Schleppleine hingegen wird er „aggressiv“ und stellt Menschen und vor allem Fahrräder, um sie fernzuhalten (Mr. Hide). Autos auf den Straßen sind kein Problem, aber kommt eins unvorhergesehen im Wald zum Beispiel der Förster, dann rennt er direkt vor das Auto. Es gab schon einige böse Unfälle (für mich vorallem) mit der langen Leine und ich muss mich dauerhaft konzentrieren und bin angespannt. Diesen Trieb kriegen wir nicht mehr raus aus ihm. Er hat dann eine andere Persönlichkeit und dennoch muss er laufen dürfen, er liebt es, über Felder zu rennen, aber gibt wirklich immer irgendwo jemanden oder etwas, weshalb wir immer mitrennen müssen, wodurch wir ihm niemals gerecht werden können. Jetzt meine Frage: Was gibt es für Möglichkeiten, damit mein Hund frei laufen kann in seinem Tempo und vielleicht sogar in kleineren Gruppen mit Artgenossen? Hundeschulen bieten zwar oft das richtige Ambiente, allerdings wollen wir kein Training und keine Mitgliedschaft. Hundeparks sind aufgrund seiner Unsicherheit auch ausgeschlossen, wenn wir die Situation bzw. die Hunde nicht aussuchen können. Ich wünsche mir, dass er richtig ausgelassen Hund sein darf, dass er nicht seine Umgebung abscannen muss und einfach spielen kann, anstatt angespannt zu sein. Im Übrigen hat er noch nie ein anderes Lebewesen gebissen oder verletzt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Gabriele
Beliebteste Antwort
13. Juli 15:40
So wie dein Hund vom Körperbau ist würde ich ihn ans Fahrrad, gewöhnen, lastet seinen Bewegungsdrang aus und entspannt die Nerven durch die gleichmäßige Bewegung. Natürlich bei passenden Temperaturen und ein Training für das Radfahren ist Vorraussetzung.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Gabriele
13. Juli 15:40
So wie dein Hund vom Körperbau ist würde ich ihn ans Fahrrad, gewöhnen, lastet seinen Bewegungsdrang aus und entspannt die Nerven durch die gleichmäßige Bewegung. Natürlich bei passenden Temperaturen und ein Training für das Radfahren ist Vorraussetzung.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Heike
13. Juli 15:50
Bei uns gibt es in der weiteren Umgebung Hundewiesen, die man stundenweise reservieren kann, gegen Entgeld natürlich.
Da kann man sich mit Hundefreunden zusammentun und die Wiese gemeinsam nutzen, für andere ist sie dann gesperrt.
Vielleicht gibt es sowas ja auch in deiner Umgebung?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Das A-Team
13. Juli 16:01
Es gibt eingezäunte Ausläufe die man für sich gegen Geld Mieten kann.
Dazu einige passende Mensch Hunde Teams die du einladen könntest.
Da müsstest du dich mal in deiner Umgebung erkundigen.
Ich kenne es nur aus Leipzig.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Maria
13. Juli 16:09
Für mich klingt es ja konsistent, nur dass der Hund an der kurzen Leine andere Strategien (Gehorsam?) wählt, als an der langen Leine. Da trifft er dann eigene Entscheidungen und fühlt sich verantwortlich. Klingt so, als würde ihm in beiden Fällen die Sicherheit fehlen. Da würde ich eher nochmal auf die Beziehung schauen.

Ansonsten…wenn der Hund an der langen Leine (und im Freilauf) so unsicher ist, dass er alles attackiert, warum dann Freilauf? Das bedeutet für ihn doch nur noch mehr Unsicherheit.

Hab mal ein Interview mit jemandem gehört, der einen Epagneul Breton adoptiert hatte und feststellte, dass mit zu viel Freilauf Angst vor dem Alleinbleiben einherging.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Yvonne
13. Juli 19:24
Schau mal hier, da kannst Du eine Halle oder eine Wiese mieten - alleine oder mit mehreren. Ist in Puchheim.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lisa-Eileen
14. Juli 04:13
Das kann der Hund wenn man als Mensch ihm den sicheren Rahmen gibt durch Führung.
Was soll ein Hund mit vermeindlicher "Freiheit" mit der er nicht umgehen kann?
Hunde brauchen Sicherheit, dann geht das auch.
Erstmal lernen wie man ihm diese gibt und ihn nicht sich selbst überlassen.
Beibringen das er sich auf dich verlassen kann und es nicht selbst regeln muss.
Wenn du etwas siehst rufst du ihn zu dir bevor er reagiert.
Zum gesicherten Freilauf gibts Freilaufplätze, wenn du mit Leuten zusammen gehen willst kannst du ne Gruppe gründen oder selbst suchen zb hier auf Dogorama über Treffen kannst du was reinstellen um passende Leute zu finden.
Hunde müssen nicht frei rumbrettern, man kann gut Fahrrad fahren für körperliche Auslastung wenn der Hund Druck ablassen muss oder Bikejöring, Canicross usw.
Es gibt genug Möglichkeiten für körperliche Auslastung.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lisa-Eileen
14. Juli 04:16
Für mich klingt es ja konsistent, nur dass der Hund an der kurzen Leine andere Strategien (Gehorsam?) wählt, als an der langen Leine. Da trifft er dann eigene Entscheidungen und fühlt sich verantwortlich. Klingt so, als würde ihm in beiden Fällen die Sicherheit fehlen. Da würde ich eher nochmal auf die Beziehung schauen. Ansonsten…wenn der Hund an der langen Leine (und im Freilauf) so unsicher ist, dass er alles attackiert, warum dann Freilauf? Das bedeutet für ihn doch nur noch mehr Unsicherheit. Hab mal ein Interview mit jemandem gehört, der einen Epagneul Breton adoptiert hatte und feststellte, dass mit zu viel Freilauf Angst vor dem Alleinbleiben einherging.
Genau das.
Hatte das Thema selbst auch Anfang des Jahres als seine Schmerzen so eskaliert sind.
Da musste er auch paar Monate erstmal an der Leine bleiben weil er die Sicherheit brauchte.
Mittlerweile seit ich auch nochmal besser gelernt habe zu führen und Sicherheit zu geben und wir seine Schmerzen besser hinbekommen haben gehts auch wieder mit dem Freilauf.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Maria
14. Juli 04:42
Ich würde noch ergänzen:

Macht lieber etwas gemeinsam mit eurem Hund, statt ihn in Unverbundenhrit laufen zu lassen.

Schaut, ob er eher ein Langläufer (wie Huskies) ist oder eher ein Sprinter (wie ein Galgo). Und stimmt die Aktivität darauf ab.

Bei einem Langläufer sind Wanderungen doch super. Vielleicht kann er dabei noch etwas ziehen oder tragen.

Ist er eher ein Sprinter wäre ein gezielter Sprint mit festgelegtem Anfang und Ende eine gute Idee. Dazu gehört z.B. das Apportieren (aber nicht 20 x hintereinander den Ball werfen, sondern Hund absetzen. Dummy, Futterbeutel, Ball werfen und der Hund darf auf Kommando los). Und das dann nur einmal. Oder ihr setzt den Hund ab, geht weiter und in der Distanz ruft ihr ihn dann zu euch.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Maria
14. Juli 04:43
Das kann der Hund wenn man als Mensch ihm den sicheren Rahmen gibt durch Führung. Was soll ein Hund mit vermeindlicher "Freiheit" mit der er nicht umgehen kann? Hunde brauchen Sicherheit, dann geht das auch. Erstmal lernen wie man ihm diese gibt und ihn nicht sich selbst überlassen. Beibringen das er sich auf dich verlassen kann und es nicht selbst regeln muss. Wenn du etwas siehst rufst du ihn zu dir bevor er reagiert. Zum gesicherten Freilauf gibts Freilaufplätze, wenn du mit Leuten zusammen gehen willst kannst du ne Gruppe gründen oder selbst suchen zb hier auf Dogorama über Treffen kannst du was reinstellen um passende Leute zu finden. Hunde müssen nicht frei rumbrettern, man kann gut Fahrrad fahren für körperliche Auslastung wenn der Hund Druck ablassen muss oder Bikejöring, Canicross usw. Es gibt genug Möglichkeiten für körperliche Auslastung.
Ich mag auch den Satz von Jan Njboer: Hunde suchen nicht Freiheit. Hunde suchen Verbindlichkeit.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sebbi
14. Juli 05:57
Servus,
wir haben hier also einen Hund mit mehreren massiven Baustellen.

Capper steht unter ständiger Angst und somit unter Dauerstress.
An der langen Leine geht er auf Konfrontation über und stellt Menschen zu Fuß sowie Radfahrer.
Bei unerwarteten Reizen, wie zum Beispiel Autos im Wald, setzt sein Gehirn völlig aus, er verliert jegliche Impulskontrolle und rennt sogar blindlings in die Gefahr.

Das ist eine nicht unerhebliche Packung. Und du willst diese Packung jetzt einfach als gegeben hinnehmen und ihm trotzdem Freilauf gewähren?

Ich hoffe wirklich, ich habe das meiste missverstanden. Ansonsten sehe ich das Problem hier ehrlich gesagt eher bei dir als beim Hund.