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zuletzt 26. Apr.

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :) Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen. Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren. Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet? Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen! Liebe Grüße
 
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Michi
26. Apr. 19:29
Mal ein paar Beispiele.
Hund im Wald an der Schleppleine....
aus einem Querweg kommt plötzlich und unbemerkt ein schneller E biker. Hund muss sofort stehenbleiben, sonst Kollision.

Aus einem Garten kommt direkt vor dem Hund eine Katze gesprungen, an einer Straße.

Der Hund hat plötzlich eine Maus oder einen Giftköder im Maul.

Ein Hase hopst direkt vor dem Hund aus dem Gras.

Ein Rehkitz einen m vom Weg entfernt, der Hund hat es gesehen und springt drauf zu.

Und, und und...da gibt es unzählige Situationen, die unverhofft passieren können.

Was macht man da?
Und was heißt " niemand sieht zu, wie ein Tier umgelegt wird? "
Davon gehe ich aus, aber da ist ja nun mal ein schneller Abbruch gefragt, oder nicht?
 
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Michi
26. Apr. 19:31
Es geht ja nicht um den Abbruch per se. Ich denke jeder Hund hier im Thread beherrscht den Abbruch und wenn nicht, sollte man den üben und festigen. Ich habe ihn heute zB. mehrmals gesetzt, einmal als er sich in Fuchskacke welzen wollte. Meistens ärgere ich mich trotzdem über einen Abbruch. Denn ein Abbruch ist immer unfair und allermeistens nicht nötig, wenn man beim Hund ist, wenn man seine Gedanken liest, wenn man wach dabei ist, wenn man an seinem Timing arbeitet. Willy wollte wenig später in ein Wildschweinschlammloch und weil ich den Lump und seine Vorlieben kenne, habe ich rechtzeitig vorher gesagt, dass er nicht ins Schlammloch soll und das befolgt er so faszinierend brav und freut sich dann mächtig über das Lob… zu spät hätte ich an der Leine reißen müssen und rumschreien und der Hund würde vermutlich denken „Mist, das nächste Mal werde ich schneller sein“ (und schon haben wir ein Gegeneinander)
Von nichts Anderem habe ich gesprochen.
Dass jeder Hund ein Abbruchsignal kennen und beherrschen sollte, um es IM NOTFALL anwenden zu können.
Warum wurde ich da zurechtgewiesen, frage ich mich?
 
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Michi
26. Apr. 19:32
Es geht ja nicht um den Abbruch per se. Ich denke jeder Hund hier im Thread beherrscht den Abbruch und wenn nicht, sollte man den üben und festigen. Ich habe ihn heute zB. mehrmals gesetzt, einmal als er sich in Fuchskacke welzen wollte. Meistens ärgere ich mich trotzdem über einen Abbruch. Denn ein Abbruch ist immer unfair und allermeistens nicht nötig, wenn man beim Hund ist, wenn man seine Gedanken liest, wenn man wach dabei ist, wenn man an seinem Timing arbeitet. Willy wollte wenig später in ein Wildschweinschlammloch und weil ich den Lump und seine Vorlieben kenne, habe ich rechtzeitig vorher gesagt, dass er nicht ins Schlammloch soll und das befolgt er so faszinierend brav und freut sich dann mächtig über das Lob… zu spät hätte ich an der Leine reißen müssen und rumschreien und der Hund würde vermutlich denken „Mist, das nächste Mal werde ich schneller sein“ (und schon haben wir ein Gegeneinander)
Wenn du jetzt schreibst, dass jeder Hund den Abbruch kennen sollte und wenn nicht, dann muss man üben und festigen...dann ist es vermutlich ok...
 
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Jochen
26. Apr. 19:35
Von nichts Anderem habe ich gesprochen. Dass jeder Hund ein Abbruchsignal kennen und beherrschen sollte, um es IM NOTFALL anwenden zu können. Warum wurde ich da zurechtgewiesen, frage ich mich?
Du wurdest nicht zurechtgewiesen, es geht Kirsten zu Recht darum, dass nicht der Eindruck entstehen sollte, ein Abbruch sei „Ulli-systemisch“.
 
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Michi
26. Apr. 19:39
Du wurdest nicht zurechtgewiesen, es geht Kirsten zu Recht darum, dass nicht der Eindruck entstehen sollte, ein Abbruch sei „Ulli-systemisch“.
Der Eindruck entstand durch meinen Kommentar an Steffi??
Weil ich geschrieben habe, dass ich gut finde, dass sie das abgebrochen hat und dass kein Hund einem Tier zu schaden hat?
Was genau gibt es daran zu kritisieren?
 
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Michi
26. Apr. 19:41
Es ging mir um unerwartete Situationen, so wie Steffi sie erlebt hat und um nichts anderes.
 
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Jochen
26. Apr. 19:43
Es ging mir um unerwartete Situationen, so wie Steffi sie erlebt hat und um nichts anderes.
Ja, niemand will, dass ein Tier zu Schaden kommt. Das ist -wie hier auch schon oft geschrieben- eine Grundmaxime der Philosophie.
 
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Michi
26. Apr. 19:44
Ja, niemand will, dass ein Tier zu Schaden kommt. Das ist -wie hier auch schon oft geschrieben- eine Grundmaxime der Philosophie.
Und was heißt das jetzt?
Wie reagiert man nun im Notfall?
 
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Jochen
26. Apr. 19:52
Mal ein paar Beispiele. Hund im Wald an der Schleppleine.... aus einem Querweg kommt plötzlich und unbemerkt ein schneller E biker. Hund muss sofort stehenbleiben, sonst Kollision. Aus einem Garten kommt direkt vor dem Hund eine Katze gesprungen, an einer Straße. Der Hund hat plötzlich eine Maus oder einen Giftköder im Maul. Ein Hase hopst direkt vor dem Hund aus dem Gras. Ein Rehkitz einen m vom Weg entfernt, der Hund hat es gesehen und springt drauf zu. Und, und und...da gibt es unzählige Situationen, die unverhofft passieren können. Was macht man da? Und was heißt " niemand sieht zu, wie ein Tier umgelegt wird? " Davon gehe ich aus, aber da ist ja nun mal ein schneller Abbruch gefragt, oder nicht?
Das Ziel ist ja, dass der Hund obige Situationen anzeigt und nicht hetzt, also ein Abbruch nicht notwendig ist.

Wenn der Hund noch nicht soweit ist, rät Ulli folgendes:

Wild schützen und gemeinsam einen Bogen laufen, um später wieder zu der Stelle zu gelangen und sie dann vom Hund ausgiebig untersuchen zu lassen. Dann nimmt der Hund es auch weniger oder gar nicht als Abbruch wahr und ihr verliert nicht eure Gemeinsamkeit.
 
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Michi
26. Apr. 19:57
Das Ziel ist ja, dass der Hund obige Situationen anzeigt und nicht hetzt, also ein Abbruch nicht notwendig ist. Wenn der Hund noch nicht soweit ist, rät Ulli folgendes: Wild schützen und gemeinsam einen Bogen laufen, um später wieder zu der Stelle zu gelangen und sie dann vom Hund ausgiebig untersuchen zu lassen. Dann nimmt der Hund es auch weniger oder gar nicht als Abbruch wahr und ihr verliert nicht eure Gemeinsamkeit.
Ich spreche aber von etwas, was man selber nicht wahrnimmt und wo man in Bruchteilen von Sekunden handeln muss...so wie Steffi... und auch in den Situationen, die ich beschrieben habe, kann man keinen Bogen laufen und man selber und auch der Hund ist überrascht .
Wir hatten das jetzt jeden Tag, dass ein Hase oder Fasan direkt vor uns aufgesprungen ist. Da erschrecken sich erstmal beide, aber der Hund hat das Wild direkt vor der Nase.
Und dann ?