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Steffie
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Anzahl der Antworten 56
zuletzt 25. Okt.

Angst raus zu gehen

Hallo,

Ich bin neu hier und hoffe das passt hier.

Ich habe seit April einen Schäferhund Mischling. Über seine Hintergrund geschichte weiß ich nichts.

Er kam, laut Geburtsdatum mit knapp 3 Monaten zu uns. War da schon sehr ängstlich, ich dachte aber das wäre am Anfang normal, neue Familie neue Umgebung usw.

Ich hab dann irgendwann festgestellt das ihm das wohl bleibt. Er hat allerdings wirklich super Fortschritte gemacht. Mittlerweile ist er 9 Monate alt.

Bis vor fast zwei Monaten ein kleiner unangeleinter Mathäser zugeschnappt hat, Besitzer weit und breit nicht zu sehen 🙈.

Wir sind an einem Punkt an dem er nur noch bis zur Treppe geht er traut sich absolut nicht weiter, ich verzweifle, er kann doch nicht gar nicht gassi gehen....vor zwei Tagen habe ich ihn mit Käse, mehr oder weniger die treppe runter gelockt, wir waren dann auch draußen aber das hat kein zweites mal geklappt.

Es kommt bald eine Hundetrainerin ich hoffe wir kriegen das wieder hin aber vielleicht hat jemand ja ähnliche Situationen erlebt und hat Tipps?

Ihn einfach hinter mir her ziehen tue ich nicht. Einmal habe ich ihn die treppe runter getragen und dann kam die Nachbarin raus, er hat mittlerweile 23kg, wenn da mal was schief geht sind wir beide eventuell verletzt.

Bin über jeden sinnvollen Tipp dankbar 🙏
 
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Tina
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22. Okt. 11:00
Ich frage mich gerade, wie ihr aktuell aus dem Haus kommt?

Ich denke auf die Angst groß einzugehen und dem nachzugeben oder den Hund iwie groß zu bemitleiden in seiner Angst würde es nur schlimmer machen. Er muss ja raus und nicht nur 1x am Tag.

Ich würde ihn schon bestimmt die Treppe herunter führen, am Geschirr, neben mir, langsam und kontrolliert. Lob und positive Erlebnisse im Haus schaffen. Freundlich aber bestimmt bleiben. Auf möglichen Zwischenetagen und gleich draußen würde ich durchaus nen gemeinsamen Spaß einbauen wie kurzes Zergeln oder Futterbeutelarbeit. Sodass der Hund seinen Fokus auf was anderes und angenehmes lenken kann - im Idealfall auf dich bzw eure gemeinsame schöne Interaktion. Sodass er lernt die zu vertrauen auf euren Wegen und sein Panikmonster im Kopf kleiner wird.
 
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Sonja
22. Okt. 10:23
Hat er "feste Hundefreunde", wenn ja frag doch einfach die HH ob ihr zusamnen gassi gehen könnt resp ob die euch "abholen können/würden . Bei solchen Fällen helfen viele positive Hundebegegnungen.
 
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Steffie
22. Okt. 10:47
Nein nicht wirklich, er hat angst vor wirklich allem draußen, andere Hunde sind nur aus Entfernung ertragbar. Das war eigentlich schon viel besser. Einen hätte er aber da müssten wir mit der sbahn hin, wir kommen ja nicht mal vor die Tür.
 
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Tina
22. Okt. 11:00
Ich frage mich gerade, wie ihr aktuell aus dem Haus kommt?

Ich denke auf die Angst groß einzugehen und dem nachzugeben oder den Hund iwie groß zu bemitleiden in seiner Angst würde es nur schlimmer machen. Er muss ja raus und nicht nur 1x am Tag.

Ich würde ihn schon bestimmt die Treppe herunter führen, am Geschirr, neben mir, langsam und kontrolliert. Lob und positive Erlebnisse im Haus schaffen. Freundlich aber bestimmt bleiben. Auf möglichen Zwischenetagen und gleich draußen würde ich durchaus nen gemeinsamen Spaß einbauen wie kurzes Zergeln oder Futterbeutelarbeit. Sodass der Hund seinen Fokus auf was anderes und angenehmes lenken kann - im Idealfall auf dich bzw eure gemeinsame schöne Interaktion. Sodass er lernt die zu vertrauen auf euren Wegen und sein Panikmonster im Kopf kleiner wird.
 
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Tina
22. Okt. 13:35
Ich denke, dass hier das ganze System gekippt ist. Ein eh schon ängstlicher Hund, der sich vermutlich noch dazu in einer sehr sensiblen Entwicklungsphase befindet und auf Umweltreize sensibel reagiert. Der Angriff des Hundes muss nicht die alleinige Ursache sein. Ich glaube, das ganze System stand schon vorher auf wackeligen Beinen.

Für das zukünftige Training musste du die Grenze herausfinden, wo die Angst beginnt. An dieser Grenze muss das Training starten.

Eines fällt mir bei dem Text auf. Es wird etwas versucht. Es klappt nicht: gut dann halt nicht. Das verstärkt die Angst. Dein Hund lernt so auch sich aus der Situation zu entziehen. Bei Angsthunden ist ganz wichtig, dass Du keinerlei Unsicherheit oder Zögern zeigst. Schon Deine Körperhaltung kann seine Angst verstärken.

Natürlich nicht den Hund zwingen, aber sofort immer aufzugeben hilft auch nicht. Tina schildert tolle Möglichkeiten.

Je lockerer und spielerischer Du mit der Situation umgehst, desto eher kann er seine Angst überwinden.

Ich hatte auch mal so ein Problem. Ich bin mit dem Hund jeden Tag mehrfach (sehr oft) zur Treppe gegangen. Es sollte das normalste auf der Welt werden. Mal flog ein Ball, mal gab es da sein Futter, dann hab ich mich hingesetzt usw. ....ich liess Erkundungsverhalten zu und habe jede Bewegung Richtung Haustür unaufgereget gefeiert. Ganz langsam wurde er neugierig und wollte selbst raus. Arbeite mit der Neugier.

Bei der Trainerin darauf achten, dass sie nicht mit Reizüberflutung arbeitet.
 
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Steffie
22. Okt. 13:54
Ich frage mich gerade, wie ihr aktuell aus dem Haus kommt? Ich denke auf die Angst groß einzugehen und dem nachzugeben oder den Hund iwie groß zu bemitleiden in seiner Angst würde es nur schlimmer machen. Er muss ja raus und nicht nur 1x am Tag. Ich würde ihn schon bestimmt die Treppe herunter führen, am Geschirr, neben mir, langsam und kontrolliert. Lob und positive Erlebnisse im Haus schaffen. Freundlich aber bestimmt bleiben. Auf möglichen Zwischenetagen und gleich draußen würde ich durchaus nen gemeinsamen Spaß einbauen wie kurzes Zergeln oder Futterbeutelarbeit. Sodass der Hund seinen Fokus auf was anderes und angenehmes lenken kann - im Idealfall auf dich bzw eure gemeinsame schöne Interaktion. Sodass er lernt die zu vertrauen auf euren Wegen und sein Panikmonster im Kopf kleiner wird.
So gut wie gar nicht kommen wir aus dem Haus. Das ist es ja was mich verzweifeln lässt 🙈.

Ich kann ihn die Treppe nicht runter zerren oder ziehen, da würde er sich verletzten, heute hat er sich auf den bauchgelegt, ich habe noch etwas gezogen bis er mit den Pfoten auf der ersten Stufe war, keine Chance. Ich hab bis jetzt alles versucht, Leckerli, Spielzeug, spielerisch alles mögliche, er weigert sich die Treppe runter zu gehen. Es sind maximal 7 Stufen, dann kommt der Aufzug.
 
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Steffie
22. Okt. 13:56
Ich denke, dass hier das ganze System gekippt ist. Ein eh schon ängstlicher Hund, der sich vermutlich noch dazu in einer sehr sensiblen Entwicklungsphase befindet und auf Umweltreize sensibel reagiert. Der Angriff des Hundes muss nicht die alleinige Ursache sein. Ich glaube, das ganze System stand schon vorher auf wackeligen Beinen. Für das zukünftige Training musste du die Grenze herausfinden, wo die Angst beginnt. An dieser Grenze muss das Training starten. Eines fällt mir bei dem Text auf. Es wird etwas versucht. Es klappt nicht: gut dann halt nicht. Das verstärkt die Angst. Dein Hund lernt so auch sich aus der Situation zu entziehen. Bei Angsthunden ist ganz wichtig, dass Du keinerlei Unsicherheit oder Zögern zeigst. Schon Deine Körperhaltung kann seine Angst verstärken. Natürlich nicht den Hund zwingen, aber sofort immer aufzugeben hilft auch nicht. Tina schildert tolle Möglichkeiten. Je lockerer und spielerischer Du mit der Situation umgehst, desto eher kann er seine Angst überwinden. Ich hatte auch mal so ein Problem. Ich bin mit dem Hund jeden Tag mehrfach (sehr oft) zur Treppe gegangen. Es sollte das normalste auf der Welt werden. Mal flog ein Ball, mal gab es da sein Futter, dann hab ich mich hingesetzt usw. ....ich liess Erkundungsverhalten zu und habe jede Bewegung Richtung Haustür unaufgereget gefeiert. Ganz langsam wurde er neugierig und wollte selbst raus. Arbeite mit der Neugier. Bei der Trainerin darauf achten, dass sie nicht mit Reizüberflutung arbeitet.
Wir machen kleine Fortschritte muss ich sagen, Geschirr anziehen kommt er mittlerweile wenn er es hört, Leine anlegen kein problem, bis zur tür klappt und an der Treppe ist dann stop.
Aufgeben tue ich nicht, ich mache natürlich weiter, er soll ja raus.
Macht es aber Sinn wenn er zur Haustür rennt, trotzdem an der Treppe zu bleiben?
 
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Steffie
22. Okt. 13:57
Wir machen kleine Fortschritte muss ich sagen, Geschirr anziehen kommt er mittlerweile wenn er es hört, Leine anlegen kein problem, bis zur tür klappt und an der Treppe ist dann stop. Aufgeben tue ich nicht, ich mache natürlich weiter, er soll ja raus. Macht es aber Sinn wenn er zur Haustür rennt, trotzdem an der Treppe zu bleiben?
Also was ich meine, rein und später nochmal oder abwarten und weiter versuchen.
 
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Tina
22. Okt. 14:07
Wir machen kleine Fortschritte muss ich sagen, Geschirr anziehen kommt er mittlerweile wenn er es hört, Leine anlegen kein problem, bis zur tür klappt und an der Treppe ist dann stop. Aufgeben tue ich nicht, ich mache natürlich weiter, er soll ja raus. Macht es aber Sinn wenn er zur Haustür rennt, trotzdem an der Treppe zu bleiben?
Nein, wenn er raus will, dann raus mit Euch. Wieso soll er dann auf der Treppe bleiben?
Wenn er sich hinlegt, setz Dich zwei Stufen unterhalb. Dreh ihm den Rücken zu. Leine locker und warte. (Buch mitnehmen, kann dauern) Jede kleine Bewegung in deine Richtung wird belohnt.
Belohnung kann bei einem Angsthund auch mal zurück in die Wohnung heißen, aber eben erst wenn er eine kleinen Schritt vorwärts gemacht hat. Das ändert die Erwartungshaltung bei ihm.

Wenn du in dem Moment ziehst, lernt er, dass "Nicht-Gehen" zu seiner Realität wird.
 
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Tina
22. Okt. 14:26
So gut wie gar nicht kommen wir aus dem Haus. Das ist es ja was mich verzweifeln lässt 🙈. Ich kann ihn die Treppe nicht runter zerren oder ziehen, da würde er sich verletzten, heute hat er sich auf den bauchgelegt, ich habe noch etwas gezogen bis er mit den Pfoten auf der ersten Stufe war, keine Chance. Ich hab bis jetzt alles versucht, Leckerli, Spielzeug, spielerisch alles mögliche, er weigert sich die Treppe runter zu gehen. Es sind maximal 7 Stufen, dann kommt der Aufzug.
Das klingt wirklich nach einem harten Fall. Also weil ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, der Hund muss doch Geschäfte machen, Wiesen erschnüffeln, ein paar Außenreize erleben dürfen um sich zu entwickeln...

Ich weiß nicht wie viel das hilft, aber hatte das Beispiel beim Tierarzt, meine wollte nicht in den Behandlungssraum, sie ist umgedreht, abgebogen, gestoppt usw. Mir wurde auch von einer Trainerin gesagt, die einmal mit dabei war, sehr viel läuft über meine Körpersprache. Wenn ich dort selbst rein laufe wie ein Schlückchen Wasser und sofort weich werde, weil mein Hund stehen bleibt/ich den kleinsten Zug auf der Leine keinesfalls dulden kann und direkt nachgebe, sei das nicht gut. Ich hatte paar Runden im Wartebereich gedreht und mehrere Anläufe ins Zimmer gemacht und wurde immer bestimmter und "fester", Rücken gerade und Brust raus und mein Hund ist mir gefolgt und nicht mehr abgebogen oder stehen geblieben. Ist halt aber natürlich ein Unterschied, wir konnten uns in dem Setting nicht Ewigkeiten Zeit nehmen und uns vor das Behandlungszimmer setzen und warten bis sie freiwillig ein geht. Es hat aber funktioniert, dass sie sich seither nicht mehr so sehr vorm Behandlungsraum drückt und es immer besser wird.
 
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Claudia
22. Okt. 14:33
Wie seid ihr denn bisher rausgegangen? Er muss ja sein Geschäft erledigen. Sind ja schon 6 Monate.

Wie sieht denn das reinkommen aus? Geht er dann die Treppe ganz normal hoch? Oder hat er da auch Probleme?

Ich habe mich mit Milla an die Treppe gesetzt, Buch mitgenommen und gelesen.
Als sie dort entspannen konnte, das Leckerlie auf die nächste Stufe gelegt und weitergelesen.
Mich dann weiter nach unten gesetzt, Leckerlie neben mir und gelesen.
Selbstwirksamkeit führte dann zum Erfolg.