Naja ein bisschen schon.
Heute habe ich zB zufällig gelesen, dass Markus Söders Tochter promoviert.
In diversen Fernsehshows konnte sie die einfachsten Rechenaufgaben nicht lösen und wusste als Politikertochter weder was SPD heisst, noch wer Helmut Kohl war.
Da musste ich schon etwas schmunzeln, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass sie ohne den Einfluss ihres Vaters keine Doktorandin wäre.
Wer genug Geld für Privatschulen hat, kann seinem Sprössling zudem einen Abschluss ermöglichen, den er auf einer staatlichen Schule nicht geschafft hätte.
Auch war es bei uns in Schulzeiten so, dass Akademiker Kinder automatisch eine Empfehlung fürs Gymnasium bekamen. Die Arbeiterkinder mit denselben Noten nicht.
Eigentlich skandalös, aber normal.
Bei uns war es so, dass Migrantenkinder sehr häufig bei gleichen Noten keine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen haben 😤.
Später an der Uni habe ich erst so richtig zu spüren bekommen, was Connections bedeuten. Gehe mit Kommilitonen auf eine Firmenbörse, bleiben am Stand eines extrem gefragten Unternehmens und fragen nach Praktikumsmöglichkeiten. "Ne sowas bieten wir nicht an". Dann sagt eine Freundin, ihre Tante Frau XY würde für das Unternehmen arbeiten. Plötzlich ganz andere Ton, wir bekamen Tüten mit Promoartikeln und die Freundin eine Visitenkarte, das würde man natürlich einrichten können.
Später in der ersten Firma in der ich angestellt war gab es so viele Praktikanten, Werkstudenten und Studenten mit Abschlussarbeiten, die Eltern oder Verwandte in der Firma hatten. Das war krass! Das sind Plätze, an die man ohne Connections einfach nicht ran kommt. Und diese bestimmen dann aber häufig, welche weiterführenden Ausbildung oder Studienplätze oder Arbeitsplätze man bekommt.
Ein offenes Geheimnis.