Ich glaube viele Leute verkennen was eine starke Demenz bei Hunden bedeutet. Da ich eine emotionale Distanz zu der Sache habe, und mich nicht irrational einfach voller Emotionen ans Handy setze, sage ich mal so wie es ist: ein Hund in dem Alter mit vermutlich dementsprechend weit fortgeschrittenener Demenz ist beinahe ein Zombie. Er weiß nicht mehr wo er ist, was er tut und was er selbst überhaupt ist. In solchen Fällen stehen Hunde teils stundenlang vor einer Wand und starren diese an. Oder sie neigen zu "Drangwanderung" also einfach ziellos durch die Gegend wandeln.
Das ganze Leben ist nur noch von der Demenz geprägt. Er hat die Bezugspersonen vergessen, jegliche Kommandos, Stubenreinheit, ob er gegessen hat oder nicht, alles weg, er wird auch keine neuen schönen Erinnerungen mehr sammeln können. Weder kriegt er es noch richtig mit, noch wird es gespeichert. Wie ein gedanklicher Nebel, der sich nie mehr lichten wird sondern immer dichter wird. Unmöglich noch in irgendeiner Form irgendein Ziel zu finden. Ein Hund in dem Zustand kann nicht mehr zuverlässig anzeigen ob er noch Lebenswillen hat oder nicht. Fressen oder nicht fressen hat da keine Bedeutung. Auch rumlaufen oder nicht hat keine Bedeutung. Alles von der Demenz geprägt.
Außerdem entstehen dadurch auch oft Angstzustände. Jeder der sowas kennt und selbst schon mal erlebt hat, weiß wie unschön und belastend das ist, selbst wenn es nur hin und wieder mal passiert. Bei solchen Hunden ist das aber ein Dauerzustand. Solange der Hund also nicht unter starke Drogen oder gar Antidepressiva gesetzt wird, ist das ziemlich unangenehm und alles andere als würdevoll.
Ein Hund in dem Zustand, auch körperlich, kann das Leben ,meiner Meinung nach,nicht mehr genießen. Und wenn ein Hund sein Leben nicht mehr genießen kann, dann ist es meine Aufgabe als Beschützer, wie auch immer, dafür zu sorgen, dass er nicht mehr leidet würdevoll Frieden findet, ohne vorher noch unnötig lange zu leiden oder vor sich hin zu vegetieren.
Ich finde es falsch und egoistisch und unfair gegenüber dem Hund, diesen quasi bis zum Hirntod an Maschinen zu hängen, wie es offenbar einige hier vorschlagen. (Übertreibung um es zu verdeutlichen). Wenn man etwas spirituell ist, ist der Körper in so einem Zustand nur noch eine Hülle, der die Seele gefangen hält. Das Bewusstsein ist schon längst weg.