Home / Forum / Gesundheit / Einschläfern oder nicht?

Verfasser
Jennifer
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 289
zuletzt 6. Mai

Einschläfern oder nicht?

Mein Freund sein Hund ist ein Mittel zwergspitz und 19 Jahre alt. Wir waren beim Tierarzt und sie hat ein Medikament bekommen,dass sie aufstehen bzw laufen kann und gegen ihre Demenz hat sie Karsivan bekommen. Das war ca vor 4 Wochen. Trotz Medikament fängt sie an sich wieder in allen Ecken zu quetschen. Ich war vorher schon dafür den hund einschläfern zu lassen,weil das immoment nurnoch palliativ ist,was gemacht wird. Mein Freund kann sich aber nicht von seinem Hund verabschieden,was ich auch verstehen kann. Aus Liebe muss man manchmal aber auch los lassen Das nächste Problem ist,dass der Hund ständig in die Wohnung macht. Ständig wird in meiner Wohnung alles voll gepinkelt. Das war aber ohne Medikament vorher genauso. Sie müsste normal am Tag mindestens 5x Gassi gehen. Da mein Freund aber den ganzen Tag arbeitet, geht er 1-2x Gassi. Ich kann mir und meinen Kindern aber nicht zumuten, dass die Wohnung ständig voll gepinkelt ist. Es ist dann soviel und es stinkt richtig extrem. Da ich schwanger bin rieche ich alles intensiver und kann somit nicht mein Wohnzimmer betreten. Morgens muss man aufpassen,dass man nicht in pipi rein tritt. Mein Wohnzimmer ist mit der Küche verbunden d.h wenn ich den Kids Frühstück machen muss,dann muss ich die Luft anhalten,bis ich in der Küche bin. Sie macht ja nicht nur ,,mal" rein sondern ständig. Habt ihr sonst noch Tips? Ich habe wasserdichte matten hingelegt, aber die stinken dann auch extrem und in die Waschmaschine mag ich die ungern waschen. Der hund läuft auch immer durch die pipi und riecht leider auch stark danach... Ich bin am Ende und würde den hund erlösen... sehe ich das falsch? Ich fühle mich schlecht dabei
 
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Tim
22. Apr. 20:20
Ich finde immer das Hunde auch Würde haben und verdienen. Wie würdevoll ist es, wenn der eigentliche Halter quasi nie da ist, die andere Bezugsperson vielleicht schon abneigende Schwingungen streut, der Hund stark dement ist und dadurch oft in unangenehmen/Panik verursachenden Situationen gerät, und sich permanent selbst zwangsläufig mit Urin/Kot versaut?

Dazu noch stark abgebaut, Bewegung eventuell extrem anstrengend oder auch schmerzhaft. Also bleibt im Grunde nur rumliegen, sofern die Demenz nicht zum Rumlaufen treibt.

Ich kann natürlich nur anhand dessen beurteilen, was hier als Info gegeben wurde. Aber wenn es alles so ist wie geschildert, würde ich ihm vielleicht noch einen richtig schönen Tag ermöglichen, alles organisieren und dann den Tierarzt nach Hause kommen lassen.

Ich hab es leider auch schon oft erlebt,das Menschen zu egoistisch waren und sich deshalb an den Hund geklammert haben, ohne auf das Wohl des Hundes zu achten. Wodurch dieser dann unnötig lange noch eine unschöne Zeit hatte.

Ich persönlich finde auch, es ist emotional einfacher einen "kontrollierten" Abschied zu nehmen als dann doch eines Tages "überrascht" zu werden. Man sollte es nicht bereuen, wann und wie der Hund gegangen ist. Sondern es "positiv" sehen und gestalten. Natürlich ist es scheiße, natürlich ist es traurig, natürlich tut es weh. Aber wenn die Wunde nicht mehr so frisch ist, ist es schön und beruhigend zu wissen, dass man doch das richtige getan hat und es so gut wie möglich ablief. Ich z.B. finde es schrecklich, wenn man zum Einschläfern zum Tierarzt fährt, der Hund(die meisten zumindest) dann nochmal richtig Angst bekommt und dann "friedlich" einschlafen soll.
 
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Unikum
22. Apr. 20:21
Also ich finde es erschreckend, wie viele dem armen Tier die Chance auf einen würdevollen Tod verwehren wollen.
Der Hund ist umgerechnet immerhin ca. 99 Jahre alt und ganz offensichtlich (den Schilderungen nach) ganz und gar nicht mehr gesund, geschweige denn lebensfroh.
Ich würde sogar sagen, der Hund befindet sich schon im Sterbeprozess. Es ist halt ein langsamer, qualvoller und würdeloser Tod. Warum will man sowas unterstützen??
Das geht mir echt nicht in die Rübe. 😳
Klar gibt es lebensverlängernde Maßnahmen, wie Medikamente (die übrigens auf Leber, Nieren und natürlich den Verdauungstrakt gehen), man kann dem Tier sicher auch Windeln anziehen, dann sitzt es halt den ganzen Tag in seiner eigenen Pisse. Wo ist denn da die Würde? Was hat das mit Tierliebe zu tun?
Gar nix. Kranke Ego-Sch**** nenne ich das!
Ich stimme der Threaderöffnerin und allen, Vernunftbegabten, die sich für die Euthanasie ausgesprochen haben zu.
Das Tier noch länger leiden zu lassen, ist nichts als Tierquälerei. 😕
 
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Silke
22. Apr. 21:34
Himmel! Der eigentliche Hundebesitzer verdient einen kräftigen Tritt in den Hintern! Sich dermaßen aus der Verantwortung zu stehlen, das ist ein Unding. Der Hund sollte in Würde gehen dürfen, er ist sehr alt und offensichtlich am Ende seines Lebensweges. Das ist schmerzlich, aber man darf nicht die Augen vor der Realität verschließen, weil man zu feige ist.
 
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Svenja
23. Apr. 04:27
Ich werde auch hier wieder das Gefühl nicht los, dass es bei den Verurteilern der TE und den Befürwortern einer Weiterführung der Situation, um bloß keinen heiligen Hund "zu töten" (!) nicht mehr um den 19 Jahre alten, nur noch herum liegenden, dementen Hund geht, der laut Tierarzt nur noch palliativ begleitet werden kann, sondern um das eigene Ego und den eigenen Kampf mit dem Thema Verantwortung und Liebe zum Hund.
Man darf sich selber verausgaben, seelisch und finanziell belasten und seinen eigenen Hund bis zum Schluss irgendwie am Leben erhalten, aber für mich hört es da auf, wo das auch von anderen und noch dazu völlig Fremden in völlig anderen Lebenssituationen verlangt wird, weil sie sonst verantwortungslos, hart, herzlos usw. sind.
 
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Isolde
23. Apr. 05:20
Also ich finde es erschreckend, wie viele dem armen Tier die Chance auf einen würdevollen Tod verwehren wollen. Der Hund ist umgerechnet immerhin ca. 99 Jahre alt und ganz offensichtlich (den Schilderungen nach) ganz und gar nicht mehr gesund, geschweige denn lebensfroh. Ich würde sogar sagen, der Hund befindet sich schon im Sterbeprozess. Es ist halt ein langsamer, qualvoller und würdeloser Tod. Warum will man sowas unterstützen?? Das geht mir echt nicht in die Rübe. 😳 Klar gibt es lebensverlängernde Maßnahmen, wie Medikamente (die übrigens auf Leber, Nieren und natürlich den Verdauungstrakt gehen), man kann dem Tier sicher auch Windeln anziehen, dann sitzt es halt den ganzen Tag in seiner eigenen Pisse. Wo ist denn da die Würde? Was hat das mit Tierliebe zu tun? Gar nix. Kranke Ego-Sch**** nenne ich das! Ich stimme der Threaderöffnerin und allen, Vernunftbegabten, die sich für die Euthanasie ausgesprochen haben zu. Das Tier noch länger leiden zu lassen, ist nichts als Tierquälerei. 😕
Genau, so ist es !!!!!
 
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Steffi
23. Apr. 06:04
Ich werde auch hier wieder das Gefühl nicht los, dass es bei den Verurteilern der TE und den Befürwortern einer Weiterführung der Situation, um bloß keinen heiligen Hund "zu töten" (!) nicht mehr um den 19 Jahre alten, nur noch herum liegenden, dementen Hund geht, der laut Tierarzt nur noch palliativ begleitet werden kann, sondern um das eigene Ego und den eigenen Kampf mit dem Thema Verantwortung und Liebe zum Hund. Man darf sich selber verausgaben, seelisch und finanziell belasten und seinen eigenen Hund bis zum Schluss irgendwie am Leben erhalten, aber für mich hört es da auf, wo das auch von anderen und noch dazu völlig Fremden in völlig anderen Lebenssituationen verlangt wird, weil sie sonst verantwortungslos, hart, herzlos usw. sind.
Dieser Thread ist in mehrfacher Hinsicht schwierig und belastend. Nicht nur bezogen auf die Antwortenden hier geht es nicht nur um den Hund, sondern auch bei der angedeuteten Situation..ich zieh mich jetzt hier raus, ist gesünder für mich.
 
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Aga
23. Apr. 06:41
Mein Rüde war am Schluss auch inkontinent und hat aufgrund von Blasenkrebs rein gemacht, das war kontraproduktiv für den Welpen den ich da hatte sie stubenrein zu kriegen und es war eine unangenehme Zeit aber ich habe ich erst erlöst als er mit 15 beschlossen hat nichts mehr fressen zu wollen. Vorher nur weil er inkontinent war wäre mir das nicht eingefallen, das finde ich etwas traurig, der Hund müsste dann echt einfach öfter raus. Dass er noch mehr Probleme hat, habe ich gelesen aber auch Demenz ist für mich noch kein Grund. Ich finde so lange er Futter nimmt, wäre es für mich persönlich noch nicht soweit. So war es jedenfalls bei meinem 15 jährigen vom Gefühl her.
 
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Svenja
23. Apr. 06:47
Dieser Thread ist in mehrfacher Hinsicht schwierig und belastend. Nicht nur bezogen auf die Antwortenden hier geht es nicht nur um den Hund, sondern auch bei der angedeuteten Situation..ich zieh mich jetzt hier raus, ist gesünder für mich.
Empfinde ich als absolut legitimen, richtigen und wichtigen Selbstschutz, genauso wie die Entscheidung, einen - ich sag es vorsichtshalber nochmal - dementen, 19-jährigen, inkontintenten, nur noch liegenden und vom Tierarzt als Pallitavpatienten eingeschätzen Hund zu erlösen. Nicht, weil er nervt oder man keinen Bock auf Verantwortung hat, sondern weil die persönliche, individuelle Belastungsgrenze einfach endgültig erreicht ist.
 
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Marie
23. Apr. 07:26
Mein Rüde war am Schluss auch inkontinent und hat aufgrund von Blasenkrebs rein gemacht, das war kontraproduktiv für den Welpen den ich da hatte sie stubenrein zu kriegen und es war eine unangenehme Zeit aber ich habe ich erst erlöst als er mit 15 beschlossen hat nichts mehr fressen zu wollen. Vorher nur weil er inkontinent war wäre mir das nicht eingefallen, das finde ich etwas traurig, der Hund müsste dann echt einfach öfter raus. Dass er noch mehr Probleme hat, habe ich gelesen aber auch Demenz ist für mich noch kein Grund. Ich finde so lange er Futter nimmt, wäre es für mich persönlich noch nicht soweit. So war es jedenfalls bei meinem 15 jährigen vom Gefühl her.
Die Lebensqualität sollte entscheidend sein, eben das Gesamtbild.
Das noch fressen können spielt dabei eine untergeordnete Rolle!
So hat es uns bei unserem Hund erklärt.
Das nicht mehr fressen wollen ist ja dann schon die finale Phase!
 
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Marie
23. Apr. 07:27
Die Lebensqualität sollte entscheidend sein, eben das Gesamtbild. Das noch fressen können spielt dabei eine untergeordnete Rolle! So hat es uns bei unserem Hund erklärt. Das nicht mehr fressen wollen ist ja dann schon die finale Phase!
Hat die TÄ uns so erklärt