Das ist auch wieder so eine Sache, hat Nero tatsächlich nachgefragt?
Ich denke das hätte die Frage von jemandem beantwortet, die hier gestellt wurde. Was ist wenn ich in dem Zeitpunkt stehen geblieben oder das Tempo verändert hätte?
Hätte er sich angepasst? Hat er wirklich gefragt im Moment?
Oder hat er einfach geschaut, ob sich die Gelegenheit bietet wieder vorzugehen? Denn das hat er im Endeffekt gemacht.
Ich glaube auch nicht, dass er sich immer für den geilsten hält. Manchmal schon.
Deswegen glaube ich, dass wir zwischen Führungsanssagen und Führungsaussagen schwanken. Wenn ich wieder anfange zu trainieren kommen erst mal die Ansagen, wenn ich aufgebe kommen die Aussagen.
Gestern Abend hat er wieder richtig auf sturr gestellt. Ich bin stehen geblieben, weil er gezogen hat. Hab ihn eingeladen, dann zu mir gefischt. Ich habe ihn immer wieder mit der Hand in Position geschoben, also neben mich. Und er ist jedes Mal, sobald ich die Hand weggenommen habe einen Schritt nach vorne gegangen. Wir sind also wieder in einer Diskussion gelandet, die ich ja eigentlich vermeiden soll.
Dabei hat er mich überhaupt nicht angeschaut, sondern einfach "sturr" nach vorne. Ich drücke ihn sanft aber bestimmt zurück, er geht nach vorne. Jedes Mal.
Und das ist ja eine Position, die er kennt und weiß, was ich gerade von ihm will.
Das mit dem in Position schieben kenne ich übrigens zu gut. Vom Thema Leinenführigkeit, aber lustiger Weise auch vom Pfoten abtrocknen.
Wenn ich neue Gasthunde habe, kennen diese ja mich und die Abläufe noch nicht. Kommen wir nach Hause, machen wir die Pfoten im Flur sauber. Da habe ich so meine Reihenfolge, Omi ist die erste, weil sie einfach nicht so lange da rumstehen soll. Dann kommen Leo und Indie und dann die Gäste. Oft kommen die Gäste aber sehr nah und bedrängend an mich heran, was mich in meiner Bewegungsfreiheit stört, so dass ich sie auf Distanz schiebe. Viele kommen dann immer wieder nah ran, sie wollen jetzt sofort fertig gemacht werden. Sie kennen es nicht, nicht der einzige und erste zu sein. Je nach Persönlichkeit brauche ich da schonmal so ein paar Minuten, bis das ausdiskutiert ist.
Allerdings nehme ich den Druck in der schiebenden Hand nicht zurück, bis ich merke, dass kein Gegendruck mehr da ist.
Ich fordere Distanz ein. In der Wohnung weise ich dann Plätze zu. Natürlich dürfen sie die verlassen, aber erst, wenn ich merke, grundsätzlich haben sie meine Regeln akzeptiert. Ich habe das Buch von Katrin auch gelesen und ich gehe absolut mit ihr, würde aber das Wort "Führung" durch "Kompetenz" ersetzen, weil Menschen, je nach eigener Sozialisierung und Prägung durch Erziehung - auch das thematisiert sie ja - unter dem Wort Führung oft etwas negatives verstehen, genauso wie der Begriff Dominanz ja von 95% der Hundehalter falsch verstanden wird.
Am passendsten finde ich ihre Idee mit dem Punktekonto. Ich erlebe genau das mit meinen Hunden, aber vor allem mit den immer wieder wechselnden Gästen, von denen einige bei ihren Haltern unerwünschtes Verhalten zeigen.
In umso mehr Situationen ich in deren Beisein Kompetenz beweise, und sei es nur, indem ich eine aufgekratzte Truppe zur Ruhe bringe und jedem einen Platz zuweise, mich in einer Hundebegegnung klug verhalte oder mich in der richtigen Situation für einen einzelnen Hund stark mache, desto schneller schließen sie sich mir an und "hören" auf mich. Sie beobachten mich mehr und warten ab, was ich dazu "sage". (Ich denke nach wie vor, eurer Leinenführigkeitsthema werdet ihr nicht allein beim Spaziergang lösen).