Gleich zwei Superhelden am Werk ... 🙄
Mal ganz ehrlich, ich kann jeden nur inständig bitten, vor so einer vermeintlichen Rettungsaktion erst kurz das Gehirn einzuschalten.
Es kann dabei einfach so verdammt viel schiefgehen.
Ich lese hier (wie auch von euch)ständig diese heroischen Kommentare wie „Gar nicht fackeln, Scheibe einschlagen! Den Schaden zahle ich, das ist Tierquälerei!“
Schön und gut, aber wer so redet, denkt leider oft von der Tapete bis zur Wand. Leute, das ist Schwachsinn!
Wer von euch vermeintlichen Hobby-Rettern hat sich denn im Alltag schon mal überlegt, wie man einen fremden Hund überhaupt sichert, wenn er plötzlich in absolute Panik gerät und flüchten will? Da nützt die Kreditkarte für die kaputte Scheibe dem Hund nämlich auch nichts mehr.
Jeder Hund reagiert in Todesangst anders.
Ich habe mich mal durch die Berichte gewühlt (Einfach mal googeln), und die Realität sieht leider oft anders aus.
Da wird im Eifer des Gefechts die Scheibe eingeschlagen.
Der Hund kriegt durch den Lärm den Schock seines Lebens und rennt in purer Panik los.
Sekunden später wird er auf der Straße von einem Auto oder einer Tram erfasst.
Am Ende ist der Hund tot, nur weil man im ersten Moment nicht weiter als bis zum Splittern der Scheibe gedacht hat und im Internet den großen Max markieren wollte.
Ist es das Ego, den großen Retter zu spielen, wirklich wert? Ist ein überfahrener Hund am Ende besser dran? Wohl kaum.
Bitte, falls ihr jemals in so eine Situation kommt, hört auf mit den blinden Actionfilm-Szenarien im Kopf. Macht euch vorher Gedanken, holt euch Hilfe und sichert die Fluchtwege, anstatt einfach nur stumpf draufzuhauen.
Hier mal ein echtes, verdammt trauriges Beispiel zum Nachdenken
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/aachen-hund-wird-aus-ueberhitztem-auto-gerettet-und-dann-ueberfahren-a-1278474.html?sara_ref=re-xx-cp-sh
Ich kann dich verstehen, dieses kopflose Retten um jeden Preis ist nicht gut.
Letzte Woche war ich mit meinen Hunden im Park und wollte danach direkt auf die Autobahn Richtung Ostsee. Ich musste aber nochmal dringend pinkeln und habe einen Schlenker über zu Hause gemacht. Direkt vorm Tor geparkt, hoch und wieder zurück zum Auto waren ca 5 Minuten. Es waren schon 25 Grad, die Hunde sind nicht gestorben, Haben nicht gehechelt und es wäre mehr Stress gewesen sie nochmal aus dem Auto zu holen und mit in die Wohnung zu nehmen und wieder zurück. Wenn in der Zeit einer meine Scheibe eingeschlagen hätte, wäre ich wenig begeistert gewesen.
Zumindest schauen, wie das Befinden des Hunde ist, sollte man. Dann evtl. Die Leute ausrufen und zumindest sich einen Zeugen holen und kurz Brainstormen. Wenn der Hund schon heftig hechelt und alle Scheiben beschlagen sind oder so, dann würde ich ihn auch das raus holen und den Sachschaden kassieren. Wie jetzt bei dem Hund auf dem Freizeitpark Parkplatz. Da war es das richtige.
Das gleiche ist es bei dem Thema Hund vorm Supermarkt lassen. Ich finde es schwierig immer pauschal zu sagen: dies und jenes geht gar nicht.