Also, wenn ich das Gesagte für mich zusammenfasse, dann ist die Sachlage so, dass was Hunde an Kommunikation senden und empfangen von jedem Hund individuell interpretiert wird (wie bei den Menschen eben auch). Es erschließt sich dem HH nicht warum ein Hund in einer Situation so oder so macht, eine Interpretation erübrigt sich (Jörg Stephan). Damit ist jede Hundebegegnung potentiell ein Risiko mit ungewissen Ausgang.
Es gibt aber signifikante Verhaltensmuster, wie Bellen als Warnung oder gedrucktes Anschleichen als Bedrohungssignal. Das ist für den HH verbindlich interpretierbar und er kann darauf reagieren. Schwieriger wird es, wenn Hunde unvorbereitet in andere hineinrennen, vor allem in Kleinere. Da hat der HH keine Rektionszeit. Das hatte ich mit meiner Hündin bis jetzt noch nicht. Noch schwieriger ist es wenn es zu einer Beißerei kommt. Ich war bei einem "kleinen" Tackerangriff anwesend. War unvorbereitet schnell, ist aber nichts passiert, hätte aber schlimmer kommen können. So was wie bei Sebbi, wo der HH das Maul des anderen Hundes mit "Gewalt" öffnen musste, um den Hund zu retten, wäre für mich der Super-GAU.
Vor 10 Jahren hätte ich nicht über das oben Genannte nachgedacht. Hundegassi gehen war eben Hundgassi gehen. Da passierte nichts oder nicht viel. Da muss man auf keine Radfahrer aufpassen, die nehmen Rücksicht (auf einen Hund). Kinder verhalten sich umsichtig und fragen und rennen, nicht einfach auf einen "süßen" Labrador zu, was ihn stresst.
Das bilde ich mir vielleicht alles ein.
All das hat sich aber geändert, inklusive des Verhalten vieler HH.
Selbst die schwarze Farbe eines Labbi, führt bei Menschen mit Migrationshintergrund "zu Angst und Schrecken" und verführt diese zu Verhaltensweisen, die ein Hund bedrohlich findet. Schäferhunde, Dobermänner, etc. sind der "Teufel" in Person.
Ich will nicht beurteilen was ein "guter" oder "schlechter" HH oder Mensch ist. Das ist nicht notwendig. Notwendig ist aber zu lernen wie man mit einer Hundebegegung umgeht, die aus dem Ruder läuft, damit möglichst für den eigenen Hund (und den anderen Hund) nichts passiert.
Geducktes "Anschleichen" ist kein(!) verlässlich-signifikantes Verhaltensmuster, das weiß ich aus eigener Erfahrung.
Hab ich bei anderen, mir meistens unbekannten Hunden beobachtet und sehe es oft bei meiner eigenen Hundine.
In keinem einzigen Fall ist daraus ein ernsthafter Angriff geworden.
Meine verfällt bei fremden Hunden manchmal in einen geduckten Schleichgang. Passe ich nicht rechtzeitig auf sprintet sie direkt los, weicht aber die letzten paar Meter langsamer werdend leicht aus und zeigt ihre Flanke. Dann beginnt eine eher vorsichtige Annäherung. Beide Hunde beschnüffeln sich und "tänzeln" umeinander herum, dann folgt eine Art Jagdspiel oder eine leichte Art "Kommentkampf".
Oder es wird nur kurz geschnüffelt und das Interesse ist recht schnell vorbei.
Zeigt sich der Andere ängstlich breche ich das ab wenn ich sehe dass der da nicht raus kommt.
Der einzige "Angriff" den ich erlebt habe war eine Art "American Bullie" der aus seinem Garten ausgebrochen ist und direkt auf Baja los ging. Es kam zu einer Rangelei und zu Beiss-Versuchen seitens des Bulli's, letztlich war Baja aber zu schnell und zu wendig für ihn (Gottseidank war sie freilaufend mit mir am Fahrrad unterwegs)
aber(!)
trotzdem hatte ich nicht wirklich den Eindruck dass er mit Verletzungsabsicht "angegriffen" hat.
Ich habe auch keine Bisswunden bei Baja gefunden. Nicht die kleinste Scharte, nur bischen Geifer auf ihrem Fell.
Es gibt sicher einige oder genug ernsthafte Angriffe mit teils üblen Folgen, die sind aber eine seltene Ausnahme.
Was ich gelernt habe ist dass es zwar durchaus typische Eskalationsstufen bei einer Konfrontation zwischen Hunden gibt, aber keine wirklich signifikante Körperhaltung oder Gangart oder was auch immer bei einer Annäherung.
Dss bedeutet jetzt nicht dass man den "geduckten Schleich- oder Pirschgang" ignorieren kann,
für mich ist er einfach ein Zeichen von Erregung und Teil einer Art "Ritual", Obacht ist durchaus angesagt, aber der Ausgang i.d.R eher harmlos.
Schlimmer sind die Signale der Halter die mit der Situation überfordert sind. Hundi merkt das und reagiert darauf - jo, und dann kanns auch mal knallen.
LG 🌻