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Marie-Christin
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heute 18:50

Gefährliche Hundebegegnungen

Hallo zusammen, ich möchte mich gern zum Thema Hundebegegnungen, speziell mit kleinen Hunden, austauschen und hoffe auf eure Erfahrungen. Wir haben einen Cocker Spaniel, fast 1 Jahr alt. Leider hatten wir inzwischen zwei extrem negative und gefährliche Hundebegegnungen. In beiden Fällen sind deutlich größere Hunde unangeleint auf unseren Hund zugerannt und wollten ihn tatsächlich beißen. Bei einer Situation musste mein Mann sogar körperlich eingreifen, weil wir sonst ernsthaft Angst hatten, unseren Hund zu verlieren. Was mich besonders schockiert: Die Halter rufen ihre Hunde zwar teilweise zurück, aber die Hunde reagieren nicht – oder die Situation wird von den Haltern nicht ernst genommen. Statt einzugreifen, wird gelacht oder relativiert, obwohl ein kleiner Hund dabei real in Gefahr ist. Seitdem bin ich ehrlich gesagt sehr verunsichert, vor allem wenn ich alleine mit unserem Hund unterwegs bin. Ich frage mich zunehmend: • Wie schützt ihr kleine Hunde in solchen Situationen? • Gibt es Strategien, um Begegnungen frühzeitig zu entschärfen? • Hebt ihr eure Hunde hoch oder ist das eher kontraproduktiv? • Nutzt jemand Hilfsmittel (z. B. Schleppleine, Abwehrspray, bestimmte Trainingsmethoden)? • Wie setzt ihr euch gegenüber uneinsichtigen Hundehaltern durch?
 
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Oliver
9. Jan. 20:05
Ich würde das sogar noch ergänzen, Hunde verstehen sich untereinander eigentlich sehr wohl, denn ihre ‚Vokabeln‘ sind universell. Das eigentliche Problem ist nicht mangelndes Verständnis, sondern die individuelle Entscheidung, die ein Hund in einem Moment der Spannung trifft. Es ist wie bei uns Menschen..Wir verstehen eine Beleidigung alle gleich aber der eine zuckt mit den Schultern und geht (Deeskalation), während der andere sofort die Konfrontation sucht (Eskalation). Genau hier liegt unsere Verantwortung als Hundehalter..Wir müssen erkennen, welchen Weg unser Hund (oder der heranstürmende Fremdhund) gerade wählt. Da die Reaktionszeit bei ungestümen Begegnungen oft gegen null geht, ist hier meine ruhige Führung der Versuch, den Rahmen für Deeskalation so weit wie möglich offen zu halten. Dass die Umwelt vom Radfahrer bis zum unbedarften Passanten oder distanzlosen Kind diesen Rahmen oft zusätzlich stresst, macht die Sache natürlich zur täglichen Herausforderung. Aber Alltag ist Training. 😄 Ich denke mir auch nicht mehr so viel dabei. Ich schaue nach der Körpersprache des fremden Hundes und meiner Hunde. Aber meine Hunde sind in fast allen Begegnungen ohne Leine, entweder rufe ich sie ran und wir meistern das zusammen oder sie gehen selbstständig am Hund vorbei. Reagiert ein Hund reaktiv, interessiert es die kein Stück, die gehen weiter. Aber wenn ein Hund wirklich ernst macht, dann merke ich das an Ronja (unwohlsein, vermeidung) und Gigi sucht den Blickkontakt zu mir.
Alltag ist Training, ja!!!
 
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Oliver
9. Jan. 20:09
Nein die Interpretation erübrigt sich nicht. Sondern ob man richtig oder falsch liegt ist bei einer Fremdhunde Begegnung die eigene Einschätzung. Wie es die Hunde sehen ist sehr individuell und hat viele Faktoren. Tageszeit, Ort, über den Tag gesammelte Erfahrung. Schon gefüttert oder nicht. Es gibt immer ein Restrisiko. Klar wenn sich Hunde bereits kennen und den anderen gut lesen kann wird es nicht wild ausgehen. Aber ich weiß nicht ob Nachbars Lumpi gerade vom TA kommt und der gerade noch viel Lust auf eine Hundebegegnungen hat weil er gerade von einem Fremdhund eine auf den Deckel bekommen hat. Da kann die Körpersprache noch so locker sein. Ich weiß nicht ob Nachbars Lumpi gerade Abends in den Sicherheitsmodus verfällt. Im Endeffekt weiß es der Halter des Hundes. Aber ich der den Hund eventuell nur einmal oder zweimal die Woche sieht weiß es nicht was Lumpi so in den letzten Tagen an Erfahrung gemacht hat. Ich weiß auch nicht was ein Hund im Hundeverein die letzte Woche erlebt hat. Und somit ist eine Hunde begegnung immer mit einem Risiko verbunden. Und egal wie viel ich interpretiere entscheiden tun es die Hunde wenn sie in der Interaktion mit einander sind. Wir können nur einschätzen, wir können uns aber auch mit unserer Einschätzung verschätzen.
Danke für die Erläuterung.
 
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Sebbi
9. Jan. 21:05
Mein Hund ist zwar etwas größer als deiner, aber auch ich kenne die Problematik. Nicht die Hunde, sondern die Halter sind das Problem. Wenn ich ein ungutes Gefühl habe nehme ich meine an die Leine und stelle mich immer erst Mal dazwischen, mit der Hand an meinem ausziehbaren Stock. Bis jetzt musste ich ihn Gott sei Dank noch nicht benutzen,aber er gibt mir Sicherheit.
Ein ausziehbarer Stock? 🤔
Ein Teleskopschlagstock ist laut Waffengesetz (WaffG) eine Waffe.

Der Stock gibt dir nur so lange Sicherheit, bis du auf einen Hund triffst, der im Schutzhund-Training ist. Wenn der dich mit deinem Stock sieht und der Meinung ist, dass du eine drohende Haltung annimmst, ist Tilda zwar safe, du allerdings eventuell nicht mehr – je nachdem, wie ihn das triggert.

Also ich sehe beim Mitführen deines Stockes eher Probleme als Sicherheit. Wenn du mit einem ausziehbaren Stock beim Gassigehen erwischt wirst, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit:
* Der Stock wird meist eingezogen.
* Es drohen Bußgelder bis zu 10.000 €.
So wie du es darstellst, kommt noch Vorsatz dazu.
Vorsatz bedeutet im juristischen Sinne, dass man eine Tat mit Wissen und Wollen begeht.

Wenn du den Teleskopstock gezielt einsteckst und in die Hand nimmst, um ihn zur Abwehr einzusetzen, handelst du vorsätzlich:
* Du weißt, dass du den Gegenstand führst.
* Du führst ihn bewusst zu einem bestimmten Zweck.
Mit dem Teleskopstock in der Hand startest du jede Kontrolle und jeden Vorfall bereits mit dem Stempel „Vorsätzlicher Rechtsbrecher“. Das nimmt dir jegliche Glaubwürdigkeit, wenn du behauptest, du hättest nur aus Angst gehandelt.
Jetzt gehen wir davon aus, der gegnerische Hund fühlt sich von dir getriggert oder bedroht:
Er greift dich an.
* Er verletzt dich.
* Du verletzt ihn.
Du sagst, es gibt dir Sicherheit?
Ja, es macht dir mit Sicherheit massive Probleme – nicht nur im juristischen Sinne.

Du kannst dabei also nur verlieren.
 
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Carola
9. Jan. 21:10
Es wird ja immer haarsträubender hier
 
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Sebbi
9. Jan. 21:12
Es wird ja immer haarsträubender hier
Hast Du überlesen?🧐
Danach kamen noch einige Beiträge von dir🤭
 
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Carola
9. Jan. 21:23
Hast Du überlesen?🧐 Danach kamen noch einige Beiträge von dir🤭
Ja scheint so 🤔 ist aber trotzdem gruselig
 
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P.
9. Jan. 22:15
Ich finde es wirklich schade und auch traurig, dass so viele Menschen auf Grund der Farbe des Hundes Angst haben und sich dadurch anders Verhalten. 🙈 Ich liebe ja die Farbe Schwarz und für mich sind schwarze Hunde besonders toll. 😄 Aber Menschen sind schon verrückt. Ein schwarzer Labrador ist in deren Augen potenziell gefährlicher als ein heller Labrador. 😅
Manchmal wünschte ich mir meiner wäre schwarz, weil ihn jeder anfassen will 😅
 
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Frank
9. Jan. 22:17
Also, wenn ich das Gesagte für mich zusammenfasse, dann ist die Sachlage so, dass was Hunde an Kommunikation senden und empfangen von jedem Hund individuell interpretiert wird (wie bei den Menschen eben auch). Es erschließt sich dem HH nicht warum ein Hund in einer Situation so oder so macht, eine Interpretation erübrigt sich (Jörg Stephan). Damit ist jede Hundebegegnung potentiell ein Risiko mit ungewissen Ausgang. Es gibt aber signifikante Verhaltensmuster, wie Bellen als Warnung oder gedrucktes Anschleichen als Bedrohungssignal. Das ist für den HH verbindlich interpretierbar und er kann darauf reagieren. Schwieriger wird es, wenn Hunde unvorbereitet in andere hineinrennen, vor allem in Kleinere. Da hat der HH keine Rektionszeit. Das hatte ich mit meiner Hündin bis jetzt noch nicht. Noch schwieriger ist es wenn es zu einer Beißerei kommt. Ich war bei einem "kleinen" Tackerangriff anwesend. War unvorbereitet schnell, ist aber nichts passiert, hätte aber schlimmer kommen können. So was wie bei Sebbi, wo der HH das Maul des anderen Hundes mit "Gewalt" öffnen musste, um den Hund zu retten, wäre für mich der Super-GAU. Vor 10 Jahren hätte ich nicht über das oben Genannte nachgedacht. Hundegassi gehen war eben Hundgassi gehen. Da passierte nichts oder nicht viel. Da muss man auf keine Radfahrer aufpassen, die nehmen Rücksicht (auf einen Hund). Kinder verhalten sich umsichtig und fragen und rennen, nicht einfach auf einen "süßen" Labrador zu, was ihn stresst. Das bilde ich mir vielleicht alles ein. All das hat sich aber geändert, inklusive des Verhalten vieler HH. Selbst die schwarze Farbe eines Labbi, führt bei Menschen mit Migrationshintergrund "zu Angst und Schrecken" und verführt diese zu Verhaltensweisen, die ein Hund bedrohlich findet. Schäferhunde, Dobermänner, etc. sind der "Teufel" in Person. Ich will nicht beurteilen was ein "guter" oder "schlechter" HH oder Mensch ist. Das ist nicht notwendig. Notwendig ist aber zu lernen wie man mit einer Hundebegegung umgeht, die aus dem Ruder läuft, damit möglichst für den eigenen Hund (und den anderen Hund) nichts passiert.
Geducktes "Anschleichen" ist kein(!) verlässlich-signifikantes Verhaltensmuster, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Hab ich bei anderen, mir meistens unbekannten Hunden beobachtet und sehe es oft bei meiner eigenen Hundine.
In keinem einzigen Fall ist daraus ein ernsthafter Angriff geworden.

Meine verfällt bei fremden Hunden manchmal in einen geduckten Schleichgang. Passe ich nicht rechtzeitig auf sprintet sie direkt los, weicht aber die letzten paar Meter langsamer werdend leicht aus und zeigt ihre Flanke. Dann beginnt eine eher vorsichtige Annäherung. Beide Hunde beschnüffeln sich und "tänzeln" umeinander herum, dann folgt eine Art Jagdspiel oder eine leichte Art "Kommentkampf".
Oder es wird nur kurz geschnüffelt und das Interesse ist recht schnell vorbei.
Zeigt sich der Andere ängstlich breche ich das ab wenn ich sehe dass der da nicht raus kommt.

Der einzige "Angriff" den ich erlebt habe war eine Art "American Bullie" der aus seinem Garten ausgebrochen ist und direkt auf Baja los ging. Es kam zu einer Rangelei und zu Beiss-Versuchen seitens des Bulli's, letztlich war Baja aber zu schnell und zu wendig für ihn (Gottseidank war sie freilaufend mit mir am Fahrrad unterwegs)
aber(!)
trotzdem hatte ich nicht wirklich den Eindruck dass er mit Verletzungsabsicht "angegriffen" hat.
Ich habe auch keine Bisswunden bei Baja gefunden. Nicht die kleinste Scharte, nur bischen Geifer auf ihrem Fell.

Es gibt sicher einige oder genug ernsthafte Angriffe mit teils üblen Folgen, die sind aber eine seltene Ausnahme.

Was ich gelernt habe ist dass es zwar durchaus typische Eskalationsstufen bei einer Konfrontation zwischen Hunden gibt, aber keine wirklich signifikante Körperhaltung oder Gangart oder was auch immer bei einer Annäherung.

Dss bedeutet jetzt nicht dass man den "geduckten Schleich- oder Pirschgang" ignorieren kann,
für mich ist er einfach ein Zeichen von Erregung und Teil einer Art "Ritual", Obacht ist durchaus angesagt, aber der Ausgang i.d.R eher harmlos.
Schlimmer sind die Signale der Halter die mit der Situation überfordert sind. Hundi merkt das und reagiert darauf - jo, und dann kanns auch mal knallen.
LG 🌻
 
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Shila
heute 00:21
Einmal bin ich mit Emma bei einem kleinen Lokalstüberl vorbeigegangen be dem ein kleiner Hund gesessen ist, habe nur auf Emma geachtet bis der Köter auf meinen zugerannt ist, hatte den nur am Genick gepacht, hochgehoben und ihn wie einen Rucksack dem Typen gegeben, Emma ist zum Glück nichts passiert aber ich würde es so immer wieder machen und bei grösseren Hunden gibts zuerst ein deutliches bestimmtes "STOP!!" und ansonsten auch den Fuss. Niemand darf Emma was tun, niemals. Mit den Leuten reden und denen etwas erklären bringt nichts, also brauchste garnicht versuchen🥲.
 
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Sebbi
heute 04:47
Manchmal wünschte ich mir meiner wäre schwarz, weil ihn jeder anfassen will 😅
So darf das aber auch nur eine Frau sagen. Selbst da klingt das noch sehr ominös 🧐😳🤔