Hi Marie,
zuerst möchte ich einmal betonen, dass die ungeschriebene Regel bei Hundebegegnungen wie folgt lautet:
Kommt mir ein angeleinter Hund entgegen, leine ich meinen Hund ebenfalls an. Alles andere ist im höchsten Maße respekt- und rücksichtslos!
Jetzt will ich aber auch nicht alle Hundehalter über einen Kamm scheren. Es kann durchaus vorkommen, dass der letzte mögliche Moment, seinen Hund zu kontrollieren und anzuleinen, entsprechend verpennt wurde. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Hund sich losgerissen hat. Nicht jeder Hund der draußen freiläuft ist ein dem Blutrausch verfallener Killer.
Aber nun zu Deinen Fragen:
* Ruhe bewahren: Wenn ein Hund auf euch zugerannt kommt, NICHT in Panik verfallen. Das überträgt sich unmittelbar auf den eigenen Hund. Ruhe bewahren und Souveränität zeigen sind der Schlüssel.
* Blocken statt Fliehen: Ich habe es immer so gehandhabt, dass ich mich vor meinen Hund gestellt und, wenn nötig, den anderen Hund blockiert habe. Viele machen den Fehler, hektisch vom anderen Halter wegzulaufen. Das stachelt den fremden Hund oft nur noch mehr an und nimmt dem anderen Halter zusätzlich die Möglichkeit, überhaupt noch auf seinen Hund einzuwirken.
* Aufmerksamkeit lenken: Versuche, die Aufmerksamkeit des heranstürmenden Hundes auf dich zu lenken (verbal oder mit Leckerlis), um deinem eigenen Hund den Rücken freizuhalten.
* Der „Krankheits-Trick“: Wenn Halter uneinsichtig sind, hilft oft eine kleine Notlüge. Rufe laut: „Vorsicht, meiner hat Flöhe!“ oder „Meiner hat eine hochansteckende Krankheit!“ Du wirst sehen, wie schnell die Leute ihre Hunde plötzlich einsammeln können, wenn sie Angst um die Gesundheit ihres eigenen Tieres haben. Das wirkt oft Wunder bei Menschen, denen Rücksichtnahme sonst egal ist.
* Hilfsmittel zur Abwehr: Wenn du dich sehr unsicher fühlst, gibt es sogenannte „Sprayshields“ (ein harmloses Wasser-/Zitronenspray). Oft reicht schon das zischende Geräusch aus, um einen heranstürmenden Hund so kurz zu irritieren, dass der Halter ihn einsammeln kann.
Den eigenen Hund hochzunehmen ist oft kontraproduktiv, da es die Dynamik verstärken kann. Das aktive Dazwischenstellen („Splitten“) ist meist die sicherere Methode, um dem Gegenüber zu zeigen, dass kein Kontakt erwünscht ist.