Dass man es regeln sollte oder darf hinterfragt glaube ich niemand.
Die Frage ist lediglich wie man es regelt und hier gehen die Meinungen auseinander.
Ich kann die Wut und den Ärger sehr gut nachvollziehen und mir ging es lange ganz genauso. Vor allem in der Zeit, in der Nero ausschließlich an der Führleine blieb und wir dennoch ständig körperliche Auseinandersetzung erlebten.
Denn ich musste den in der Regel viel kleineren Hund, der ankam und den Konflikt initierte vor meinem eigenen Hund schützen, quasi gegen meinen Hund kämpfen, obwohl er angegangen wird, was sich echt mies anfühlt.
Und dann erlebt man, wie der eigene Hund nach jeder solcher Aktion reaktiver wird und fühlt sich wie ein Verräter, der ihn behindert sich zu verteidigen, während er attackiert wird.
Aber letztendlich ist das einzige was tatsächlich nachhaltig hilft souverän und ruhig aufzutreten und zu lernen, Hunde durch "Ausstrahlung" und Standhaftigkeit abzublocken.
Da üben wir selber auch noch. Das Vermeiden, in dem man Situationen frühzeitig erkennt und proaktiv ausweicht klappt hingegen schon sehr gut.
All die Sprays, Schreckschusswaffen, Schlagwerkzeuge, wilden Tritte und Geschrei, wenn ein Hund in 50 Meter Abstand ohne Leine läuft helfen nicht und vermiesen einem selber nur das Leben.
Weil man ja mit der Erwartung das Haus verlässt, das etwas passieren wird.
Und so wirkt der harmlose, ungestüme Junghund plötzlich wie ein irrer Killer, der mit Gewalt aufgehalten werden muss und wir versauen uns gegenseitig unsere Hunde immer weiter.
Diesem Kommentar möchte ich vollumfänglich zustimmen 👍🏻
Ich kenne das auch sehr gut, weil ich mit Neo in ganz ähnlichen Situationen war – als ich recht „ahnungslos“ und er jung, unsicher, hochreaktiv (das war ich allerdings auch!), rückgerichtet und ehrlich gesagt, wir zusammen zeitweise durchaus eine Katastrophe waren🙈😂.
Mein Hauptfokus lag damals auch darauf, den anderen Hund, aber vor allem, Neo vor sich selbst zu schützen: davor, Maulkorb- und/oder dauerhafte Leinenpflicht zu bekommen. Das war für mich der absolute Albtraum.
Und ja – da waren Wut, Enttäuschung und Frust.
Ich konnte weder meinen Hund verstehen noch nachvollziehen, warum Menschen ihre Hunde nicht einfach heranrufen oder Situationen nicht ernster nehmen.
Auch wenn mich das - na klar - zeitweise immer noch ärgert, gehe ich heute anders damit um. Und genau diesen Weg hast du, Julia, in deinem Beitrag sehr treffend beschrieben☺️
Das ist im Kern die Entwicklung, die ich selbst auch gemacht habe 😅👍🏻