Home / Forum / Versicherungen & Recht / Gefährliche Hundebegegnungen

Verfasser-Bild
Marie-Christin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 175
zuletzt 5. Jan.

Gefährliche Hundebegegnungen

Hallo zusammen, ich möchte mich gern zum Thema Hundebegegnungen, speziell mit kleinen Hunden, austauschen und hoffe auf eure Erfahrungen. Wir haben einen Cocker Spaniel, fast 1 Jahr alt. Leider hatten wir inzwischen zwei extrem negative und gefährliche Hundebegegnungen. In beiden Fällen sind deutlich größere Hunde unangeleint auf unseren Hund zugerannt und wollten ihn tatsächlich beißen. Bei einer Situation musste mein Mann sogar körperlich eingreifen, weil wir sonst ernsthaft Angst hatten, unseren Hund zu verlieren. Was mich besonders schockiert: Die Halter rufen ihre Hunde zwar teilweise zurück, aber die Hunde reagieren nicht – oder die Situation wird von den Haltern nicht ernst genommen. Statt einzugreifen, wird gelacht oder relativiert, obwohl ein kleiner Hund dabei real in Gefahr ist. Seitdem bin ich ehrlich gesagt sehr verunsichert, vor allem wenn ich alleine mit unserem Hund unterwegs bin. Ich frage mich zunehmend: • Wie schützt ihr kleine Hunde in solchen Situationen? • Gibt es Strategien, um Begegnungen frühzeitig zu entschärfen? • Hebt ihr eure Hunde hoch oder ist das eher kontraproduktiv? • Nutzt jemand Hilfsmittel (z. B. Schleppleine, Abwehrspray, bestimmte Trainingsmethoden)? • Wie setzt ihr euch gegenüber uneinsichtigen Hundehaltern durch?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
4. Jan. 22:11
Der Tipp mit den Leckerlis werfen ist auch das was meine Hundetrainerin sagt. Würde noch ergänzen, am Besten stark riechende Leckereien wie Pansen, Lunge, Barf-Leckerli, Sprotten oder so zu nehmen, und dann wirklich exklusiv dafür. Auf den Angreifer werfen und dich dann nach Möglichkeit in die andere Richtung entfernen. Ich kann nachempfinden wie du dich fühlst, ich wünsche euch alles Gute 🙏
Nun das mit dem Leckerli werfen funktioniert nur wenn der Hund nicht wirklich aggressiv und noch zugänglich ist. Bei einem Labrador könnte es funktionieren aber es gibt durchaus auch Hunde die es nicht die Bohne interessiert.
Wenn der Hund noch Leckerlis nimmt könnte man auch so einfach umdrehen und weggehen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Anja
4. Jan. 22:13
Noch ein Tipp zum Abblocken anderer Hunde, wenn du nicht mit Sprays oder Wasser hantieren möchtest und du Angst hast, dass der andere Hund auf körperliches Blocken nicht reagiert, dann kannst du mit der Leine zwischen deinem und dem fremden Hund schnell kreisen, wie ein Lasso. War ein Tipp aus dem Hundebegegnungskurs den ich besuche, liebevoll auch Pöblerstammtisch genannt😅. Du solltest deinen Hund nur vorher dran gewöhnen, damit er nicht irritiert ist und vielleicht Angst bekommt. Hab ich letztens erst ausprobiert und hat super funktioniert um einen Border Collie von uns fern zu halten, der frei lief und dann leider von Cinnis Pöbeln so getriggert wurde (Ich habe ihn auf der abgewandten Seite an kurzer Leine geführt), dass er auf Angriff ging. Die Besitzerin hat mehrere Versuche gebraucht bis sie ihn erwischte, obwohl sie in der Nähe war, da er sich wendig hin und her bewegte und versucht hat, ob er vielleicht von rechts oder links eine Chance hätte, wenn frontal nicht funktioniert. Er setzte mehrmals zum Satz nach vorne an und hat dann kurz vor der drehenden Leine doch wieder abgestoppt und geschaut, ob er nicht irgendwie um diese doofe Leine drumherum kommen kann um zu Cinni zu gelangen. Ich bin den Bewegungen des Borders einfach immer gefolgt, bis die Besitzerin ihn endlich erwischte. Neben dem angreifenden fremden Hund muss ich mich auch immer noch bemühen meinen hinter mir zu halten da er in solchen Situationen immer noch am liebsten nach vorne geht und es selbst klären will. Ich kann mich in der Regel also nicht so dem anderen Hund zum Blocken entgegen stellen wie es manche Hunde vielleicht bräuchten um auch wirklich abzudrehen. Drehe ich die Leine schnell im Kreis zwischen meinem und dem fremden Hund zögern beide nach vorne zu gehen, weil das Geräusch und die Bewegung sie evtl verunsichert und auf Abstand hält oder weil sie im Zweifel mal die Erfahrung gemacht haben, dass es unangenehm ist in so eine schnell drehende Leine zu laufen 🫣. Bekommt ein Hund die Leine ab ist das natürlich blöd für den Hund, aber immer noch besser als wenn es zu einer Beißerei kommt.
Ich hatte immer einen Ball aus Tauwerk mit Seil dabei, oder auch den normalen Gummiball am Tau. Den konnte ich gut rotieren lassen und irgendwie bekommt man selbst eine andere Ausstrahlung, allein wenn man das Ding zur Hand nimmt. Frei nach dem Motto "Wage es nicht, Freundchen!"...
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Adelina
4. Jan. 22:30
Meist kennt man die Hunde in der Umgebung. Ich drehe dann bei bestimmten Hunden (wenn diese frei laufen) immer um und gehe einen anderen Weg. Wenn ich den Hund nicht kenne, kommt es dann auf die Körpersprache des Hundes an. Ich selber arbeite viel mit meiner eigenen Körpersprache und habe auch schon einige Hunde körperlich weggeblockt. Das würde ich aber nicht empfehlen, wenn man sich da nicht zu 100% sicher fühlt und sich da informiert hat. Ansonsten hab ich mal in einer Situation, wo ein Hund mit ernster Absicht zu uns rannte, diesen mit dem vollen Kotbeutel, den ich noch in der Hand hatte, abgeworfen. Nicht verletztend, aber ordentlich imponierend. Der Halter fand das nicht so witzig 🤷🏻‍♀️
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Johanna
4. Jan. 23:01
Das meinte ich damit auch gar nicht. Und ich war immer sehr entspannt und offen jedem gegenüber, aber seit mein kleiner zwei mal böse von einem Labrador angegriffen wurde, bin ich jetzt schon skeptischer und die meisten besitzen lachen halt dann, weil sie denken na meinem Großen kann eh nichts passieren. Das sollen die mal unter sich klären. Das finde ich halt absolut nicht okay und ich erwarte einfach von Hundebesitzern ihre großen Hunde zurückzuhalten bzw. Auch anzuleinen, wenn sie diese nicht richtig einschätzen können.
Das sehe ich überhaupt nicht so. Ich kenne sehr viele Hundehalter von großen Hunden, die sehr verantwortungsbewusst sind und natürlich auch nicht wollen, dass ihr Hund von kleinen Gebissen wird. Egal wie groß der Hund ist, ein Biss ist immer gefährlich (Gefahr der Entzündung).

Ich habe eine mittelgroße Hündin (ca. 17 kg, dafür aber eher groß und schlank). Bei Kontakt mit kleinen Hunden habe ich selbst eher Angst, dass sie andere verletzen kann, weil sie manchmal wie Rambo durch die Gegend rennt und handle entsprechend.
Wenn ich merke, dass das mit dem kleinen Hund von der Energie klappen kann, habe ich damit aber auch kein Problem, wenn die spielen.
In 95 % springt sie eher über den anderen Hund, als in ihn rein zu rennen. Und selbst das umrennen (im Spiel) ist zwar nicht schön, bringt einen Hund aber in der Regel nicht um.
Vor allem kann man seine Tiere nicht schützen, Unfälle können leider immer passieren.

Aber natürlich hast du recht, dass Hund nicht unangeleint und ohne Absprache in euch rein rennen dürfen. Bei uns sind es Hunde in jeder Größe, deren Halter sich für sowas leider nicht interessieren, oder den Hund falsch einschätzen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Reimer
4. Jan. 23:50
Glücklicherweise gibt es Tierparks mit Leinenpflicht. Wir gehen kaum noch woanders.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Nadine
5. Jan. 07:33
Hunde die aggressiv gegenüber anderen Hunden sind können gar nicht zu gut gesichert sein. Ich hatte früher selbst einen Hund der gegenüber anderen Hunden aggressiv war und auch nicht spielen wollte sondern Blut sehen wollte. Natürlich habe ich ihn nicht ohne Leine laufen lassen wenn die Gefahr bestand dass er einen anderen Hund verletzen könnte, später konnte er auch mit ausgewählten Hunden und Maulkorb frei laufen. Und ja auch da sind manchmal andere Hunde auf uns zugekommen und es war ein hartes langes Training diesen Hund so weit zu sozialisieren dass er den anderen Hund nicht sofort aufgefressen hat. Das aber war mein Problem und nicht das Problem anderer Hundehalter. Und ja sie musste lernen das auch andere Hunde sich in Ihrer Nähe aufhalten dürfen. Mit gutem Trainer, guten Nerven und sehr viel Geduld hat es auch soweit funktioniert dass sie andere Hunde nicht mehr angriff. Von daher glaube ich schon dass ich einen wirklich aggressiven Hund durchaus erkennen kann. Natürlich liegt es auch in der Verantwortung des Hundehalters dafür zu sorgen dass der eigene Hund keinen anderen Hund verletzt aber als Hundeführer sollte man auch keinen anderen Hund verletzen. Darum würde ich niemals eine Schreckschusspistole oder Pfefferspray oder ähnliches verwenden. Das höchste der Gefühle ist für mich die Wasserflasche.
Zu gut da mein alter Buddy schwer verletzt wurde nur weil ich dafür gesorgt habe das Sky nicht helfen konnte. Als nächstes Sky am bein zerrissen. Jetzt ohne Maulkorb und die anderen behalten ihre Hunde bei sich da es heißt scheiße der könnte sich wehren.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sabine
5. Jan. 07:43
Spannend. Zwei Waffen zur Hundeabwehr? Fehlt nur noch die Ritterrüstung und der Notfall-Katapultmodus. Ich gehe mit meinem Hund spazieren, nicht in den Endkampf von Game of Thrones.😅
Bis dein Hund mal verletzt wird, dann siehst du es anders. Ich würde auch zum Ast greifen wenn mein Hund angegriffen wird. Alles nur weil die Hunde oft nicht abrufbar sind und trotzdem frei laufen. Meine sind immer angeleint.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
SandrA
5. Jan. 08:02
Bis dein Hund mal verletzt wird, dann siehst du es anders. Ich würde auch zum Ast greifen wenn mein Hund angegriffen wird. Alles nur weil die Hunde oft nicht abrufbar sind und trotzdem frei laufen. Meine sind immer angeleint.
Wenn ein Hund - und dazu noch ein großer - wirklich mit Beschädigungsabsicht auf deinen Hund losgeht, dann bringt ein Ast herzlich wenig. Im Zweifel macht der alles nur noch schlimmer!
Wenn ein Hund eine Scheinattacke startet, weil er ungestüm, unerfahren, unsicher oder einfach jung und doof ist, ist eine bewaffnete Attacke verheerend. Auch für den eigenen Hund, der im Zweifel auch einen mitkriegt und obendrein mindestens miterlebt, wie die Führung die Fassung verliert.
Nochmal der Appell, sich darin zu üben „Save Zones“ zu etablieren und zu behaupten.
Stehe ich souverän und mit deutlicher Haltung vor meinen Hunden, bricht ein pöbeliger, vogelfreier Doofhans sein widriges Ansinnen ab und kommt gar nicht näher an uns heran.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Johanna
5. Jan. 08:09
Bis dein Hund mal verletzt wird, dann siehst du es anders. Ich würde auch zum Ast greifen wenn mein Hund angegriffen wird. Alles nur weil die Hunde oft nicht abrufbar sind und trotzdem frei laufen. Meine sind immer angeleint.
Mit einem Ast wäre ich auch vorsichtig. Manche Hunde greifen dann richtig an weil sie Schmerzen haben (zuerst körperlich angegriffen wurden).

Ich würde aber jeden Hund (der angreift, auch wenn es evtl „ nur“ eine Scheinattacke ist) versuchen mit Wasser abzuwehren und eine spezielle Hündin im Zweifelsfall mit Pfefferspray (das mir sehr gezielten Strahl auf höhere Entfernung).
Zur Not bekommt mein Hund auch was ab, besser als ein Loch im Hals weil diese Hündin beim Angriff direkt auf Hals/Kehle geht und es sehr ernst meint…
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Babs
5. Jan. 08:13
Bis dein Hund mal verletzt wird, dann siehst du es anders. Ich würde auch zum Ast greifen wenn mein Hund angegriffen wird. Alles nur weil die Hunde oft nicht abrufbar sind und trotzdem frei laufen. Meine sind immer angeleint.
Ich denke, dass nicht jeder Hund, der nicht abrufbar ist, auch Verletzungsabsichten hat. Wie oft liest man bei Dogorama, wenn z. B. die Leinenführigkeit nicht klappt:" Mein Hund möchte doch nur den anderen begrüßen und spielen." Diese Hunde sind in den meisten Fällen auch nicht abrufbar, wenn die zu einem anderen Hund unterwegs sind. Und mir kann keiner erzählen, dass das hier noch nie jemanden passiert ist, dass der eigene Hund zu einem anderen gelaufen ist. Wenn die mit Pfefferspray, Schreckschussgewehr, Holzstock ... begrüßt werden... .

Natürlich gibt es Hunde mit Verletzungsabsichten, aber nicht jeder Hund der nicht mehr abgerufen kann, will den anderen Hund töten.

Ich bekomme echt langsam Angst, was für eine Meinung über Hunde herrscht.