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Julia 🐾Nero
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zuletzt 13. Mai

Probleme mit Besuchshunden in neuer Wohnung

Hallo, Gestern haben wir zum ersten Mal nach unserem Umzug in die neue Wohnung Besuch von zwei Hunden bekommen, die bis heute Abend bleiben. Nero kennt die Hunde schon lange und die beiden waren regelmäßig bei uns in der alten Wohnung. War nie ein Problem. Jetzt macht Nero aber in der neuen Wohnung Probleme. Am schlimmsten ist es im Garten (vorher hatten wir keinen). Er begrenzt die Hunde, will sie nicht in mein Schlafzimmer oder aufs Sofa im Wohnzimmer lassen, rennt gestresst rum und geht nicht in den Garten, wenn die anderen beiden draußen sind. Wenn er raus geht, dann geht er die Hunde an (treibt sie, springt sie an und bellt dauerhaft). Er schirmt auch mich ständig ab, wenn sich die anderen beiden nähern. Die zwei Besuchshunde verhalten sich ganz normal, so wie bei früheren Aufenthalten bei uns auch. Mir bleibt jetzt gerade nicht anderes übrig, als die Hunde räumlich zu trennen. Für den einen Tag heute ist das ja auch nicht schlimm. Die zwei Besuchshunde sind im Wohnzimmer mit Zugang zum Garten (den finden sie toll und spielen draußen oder liegen in der Sonne) und Nero ist in meinem Büro. Grundsätzlich bin ich nicht jemand, der seinem Hund Kontakte aufzwingt. Wenn er nicht mag, muss er nicht. Aber ich finde das jetzt schon sehr schade, das sind seine einzigen zwei Hundefreunde und Kontakte. Die einfachste Erklärung ist Territorialverhalten, aber wieso hat er es in der alten Wohnung nicht gezeigt? Könnte der Garten etwas damit zu tun haben? Hat jemand eine Idee? Lg
 
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Julia 🐾Nero
12. Mai 12:05
Hast du grade jemanden da, der Nero nehmen könnte (und du nimmst die Gasthunde)? Dann könntet ihr zusammen eine große Runde machen und danach die Hunde nochmal vergesellschaften. Vielleicht klappt es dann ja besser.
Leider nein.
Mit Nero und der Hündin war ich vorhin draußen, da war alles in Ordnung.
Später gehe ich mit Nero und dem Rüden.

Die Wohnung und v.a. der Garten scheinen das Problem zu sein.
 
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Julia 🐾Nero
12. Mai 12:10
Das mit dem Spielen finde ich ganz normal. Hunde sind in diesem Alter erwachsen und da kann das nachlassen. Bei meinem Mailo 🌈 damals begann das schon mit reichlich 3 Jahren, dass er immer seltener mit anderen Hunden spielen wollte. Er hat zwar bis ins hohe Alter gespielt, aber nur mit mir. Andere Hunde wurden zunehmend uninteressanter. Natürlich ist auch da wieder jeder Hund anders, aber einen Grund zur Sorge sehe ich da nicht. Wenn es dich aber beruhigt, dann sprich es mal beim Tierarzt an. Natürlich könnte auch irgendeine Erkrankung daran schuld sein.
Ich bin eigentlich auch der Meinung, dass erwachsene Hunde nicht unbedingt spielen müssen.
Es kam für mich aber doch sehr plötzlich, denn mit 4,5 hat er auch noch gespielt und da war er eigentlich schon erwachsen.

Ich versuche auch keine Erwartungshaltung zu haben wenn es um seine sozialen Interaktionen geht.
Klar fände ich es schön, wenn er Freunde hätte. Aber da wurde ich ja schon zu Beginn enttäuscht, dass er kein Social Butterfly ist.
Mit Freunden hat er aber doch gerne geblödelt.
Aber wenn das jetzt auch vorbei ist, dann muss ich damit leben und da nichts forcieren.

Er wurde nur irgendwie nicht langsam weniger, sondern gefühlt von einem Tag auf den anderen hat er gar nicht mehr gespielt.

Wobei ich schon lügen würde, wenn ich behaupten würde von der aktuellen Situation nicht enttäuscht zu sein. Ich hab mich sehr darauf gefreut, die beiden Hunde hier zu haben. Und dachte jetzt mit dem Garten wird es noch so viel schöner 🙈.
 
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Julia 🐾Nero
12. Mai 12:29
Ein Ortswechsel ist immer eine neue Situation für einen Hund. Ist es ja auch für Dich. Du hast Dich allerdings darauf einstellen können und Nero wurde vor vollendete Tatsachen gestellt (geht ja nicht anders). Auf mich wirkte sein Verhalten aufgrund Deiner Beschreibung: Kontrollverlust. Zum "Spielverhalten". Hunde, ab einem bestimmten Alter, in der Regel wenn sie erwachsen sind, brauchen nicht mehr zu spielen. Bei vielen Hunden lässt das nach. In Deiner Situation denke ich mal, dass ihm zum Spielen gar nicht zumute ist. Er scheint eher damit beschäftigt zu sein, alles irgendwie unter Kontrolle halten zu müssen. Harter Job, der mit viel Stress verbunden sein kann. Drinnen und draußen sind auch noch mal unterschiedliche Situationen. Ich selber bin der Auffassung, dass Besuch nicht überall hin muss. Ich weise allen einen Platz zu. Daran müssen sich dann auch meine Hunde halten. Erst, wenn eine entspannte Situation entstanden ist, schaue ich mal weiter.
Jetzt komme ich mir wirklich blöd vor, ich hab mit solchen gravierenden Verhaltensänderungen überhaupt nicht gerechnet.

Aber ihr habt natürlich alle Recht. Es wirkte so, als ob ihm der Umzug nichts ausmacht und er sich schnell eingelebt hätte. Eigentlich wäre es auch zu schön um wahr zu sein, dass er draußen nicht mehr pöbelt, weil er sich wohl fühlt.
Das nicht-pöbeln ist wohl doch eher ein Zeichen von Verunsicherung.

Ach ja ich dachte alles wird besser. So komisch es klingt, aber ich bin schon auch wegen Nero umgezogen. Größere Wohnung, ein Garten. Wollte ihm "mehr" bieten. Aber irgendwie scheint ihm unsere Mini Schuhkarton Wohnung gar nicht so schlecht getan zu haben.
 
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Babs
12. Mai 12:35
Jetzt komme ich mir wirklich blöd vor, ich hab mit solchen gravierenden Verhaltensänderungen überhaupt nicht gerechnet. Aber ihr habt natürlich alle Recht. Es wirkte so, als ob ihm der Umzug nichts ausmacht und er sich schnell eingelebt hätte. Eigentlich wäre es auch zu schön um wahr zu sein, dass er draußen nicht mehr pöbelt, weil er sich wohl fühlt. Das nicht-pöbeln ist wohl doch eher ein Zeichen von Verunsicherung. Ach ja ich dachte alles wird besser. So komisch es klingt, aber ich bin schon auch wegen Nero umgezogen. Größere Wohnung, ein Garten. Wollte ihm "mehr" bieten. Aber irgendwie scheint ihm unsere Mini Schuhkarton Wohnung gar nicht so schlecht getan zu haben.
Aus meiner Sicht ist das alles eine kleine "Baustelle". Wenn man selber in einer Situation sitzt, sieht man gerne mal den Wald vor lauter Bäumen nicht 😳. Von Außen hat man immer einen anderen Blickwinkel.

Ich denke, es braucht nur kleine Veränderungen 😉.
 
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Linnéa
12. Mai 12:51
Ich bin eigentlich auch der Meinung, dass erwachsene Hunde nicht unbedingt spielen müssen. Es kam für mich aber doch sehr plötzlich, denn mit 4,5 hat er auch noch gespielt und da war er eigentlich schon erwachsen. Ich versuche auch keine Erwartungshaltung zu haben wenn es um seine sozialen Interaktionen geht. Klar fände ich es schön, wenn er Freunde hätte. Aber da wurde ich ja schon zu Beginn enttäuscht, dass er kein Social Butterfly ist. Mit Freunden hat er aber doch gerne geblödelt. Aber wenn das jetzt auch vorbei ist, dann muss ich damit leben und da nichts forcieren. Er wurde nur irgendwie nicht langsam weniger, sondern gefühlt von einem Tag auf den anderen hat er gar nicht mehr gespielt. Wobei ich schon lügen würde, wenn ich behaupten würde von der aktuellen Situation nicht enttäuscht zu sein. Ich hab mich sehr darauf gefreut, die beiden Hunde hier zu haben. Und dachte jetzt mit dem Garten wird es noch so viel schöner 🙈.
Ich glaub die Erwartungshaltung/Traumvorstellung und eine enge Definition von Hundefreundschaft lassen Dich gerade stolpern;) Kenne ich von mir selbst nur zu gut :D
Hunde können gut befreundet sein ohne zu spielen und Quatsch zu machen. Sie genießen dann die gegenseitige Gesellschaft, die Ruhe, das Vertrauen. Sieht für uns Menschen nicht so süß aus, ist aber eigentlich eine tolle Art von Beziehung !

Du könntest auch nochmal für dich überprüfen: hast du selbst ein Problem mit jeder Art von Aggressionsverhalten und hättest am liebsten, dass immer alles „nett“ ist? Und dann im zweiten Schritt überprüfen: zeigt Nero im Garten wirklich unangemessenes Aggressionsverhalten oder nervt die Hündin vielleicht auch mit zu aufdringlichen Spielaufforderungen und akzeptiert sein nein nicht. Oder ist es vielleicht eine Mischung: manchmal unangemessen und manchmal angemessen?
Ich glaube auf Basis dieser Überlegungen und Beobachtungen kann man sich dann ein Vorgehen überlegen.
Von Ferne ist das aber schwierig.
Eine Idee wäre auch Nero an die Leine mit den anderen in den Garten zu nehmen. Du schickst die Hunde weg, wenn sie zu ihm kommen (oder deren Halter) aber er muss gleichzeitig auch einfach aushalten, „seinen“ Garten zu teilen 😉 Aber das ist jetzt kein per se guter Ratschlag, kann auch unpassend bei euch sein - nur mal so als Inspiration;)

Ich kann aber anderen hier nur zustimmen, klingt nicht dramatisch - du findest bestimmt einen Umgang!!
 
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Tina
12. Mai 13:19
Jetzt komme ich mir wirklich blöd vor, ich hab mit solchen gravierenden Verhaltensänderungen überhaupt nicht gerechnet. Aber ihr habt natürlich alle Recht. Es wirkte so, als ob ihm der Umzug nichts ausmacht und er sich schnell eingelebt hätte. Eigentlich wäre es auch zu schön um wahr zu sein, dass er draußen nicht mehr pöbelt, weil er sich wohl fühlt. Das nicht-pöbeln ist wohl doch eher ein Zeichen von Verunsicherung. Ach ja ich dachte alles wird besser. So komisch es klingt, aber ich bin schon auch wegen Nero umgezogen. Größere Wohnung, ein Garten. Wollte ihm "mehr" bieten. Aber irgendwie scheint ihm unsere Mini Schuhkarton Wohnung gar nicht so schlecht getan zu haben.
Vielleicht
Wird das noch... unser Hund war am liebsten draussen und aufm Sofa garten war völlig unnötig
Eigentlich
Zum thema schuhkarton
Man meint es gut und dann
Das wird schon
 
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Svenja
12. Mai 15:19
Mich wundert es nur, dass es ihm in der alten Wohnung wohl nicht so wichtig war. Eigentlich habe ich es immer so gehalten, dass sich die Hunde da aufhalten können wo sie wollen. Aber da gab es auch keine Probleme. Hier werde ich das anders handhaben müssen und Plätze zuweisen. Er wirkt auch nicht wirklich aggressiv aber führt halt Aggressionsverhalten aus. Aber nicht im Sinne von "ich mag dich nicht" sondern vermutlich wie du sagst Überforderung. Könnte vielleicht auch daran liegen, dass sich die Wohnfläche vergrößert hat (mehr als verdoppelt) und er auch einfach nicht mehr den Überblick hat was wo passiert (er bellt auch manchmal mich an, wenn ich aus einem anderen Zimmer komme. Vorher haben wir in einer 1 Zimmer Wohnung gewohnt). Vorhin habe ich ihn neben mir am Schreibtisch angebunden und alles war OK. Dann war ich mit ihm und der Hündin spazieren, draußen war alles gut. Als wir heim gekommen sind war auch alles gut. Dann habe ich die Terrassentür aufgemacht (Fehler!) und der Stress fing im Garten wieder an. Der Garten (nicht nur) scheint ein großer Faktor für den Stress zu sein. Er hat sich danach aber in der Wohnung nicht wieder beruhigt, so dass ich wieder trennen musste.
Hunde lernen ja auch ortsgebunden. Nun ist sein Reich auch noch größer geworden, ich finde es gut, dass du anfängst, Plätze zuzuweisen, das nimmt ihm den Druck, etwas zu kontrollieren.
 
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Katja
12. Mai 15:44
Jetzt komme ich mir wirklich blöd vor, ich hab mit solchen gravierenden Verhaltensänderungen überhaupt nicht gerechnet. Aber ihr habt natürlich alle Recht. Es wirkte so, als ob ihm der Umzug nichts ausmacht und er sich schnell eingelebt hätte. Eigentlich wäre es auch zu schön um wahr zu sein, dass er draußen nicht mehr pöbelt, weil er sich wohl fühlt. Das nicht-pöbeln ist wohl doch eher ein Zeichen von Verunsicherung. Ach ja ich dachte alles wird besser. So komisch es klingt, aber ich bin schon auch wegen Nero umgezogen. Größere Wohnung, ein Garten. Wollte ihm "mehr" bieten. Aber irgendwie scheint ihm unsere Mini Schuhkarton Wohnung gar nicht so schlecht getan zu haben.
Sieh‘s doch mal anders: die Ein-Zimmer-Wohnung habt ihr beide irgendwie im Griff gehabt… Zeit also für die nächste Stufe!😬

Ne, mal im Ernst: ihr zwei habt doch schon so viel erreicht… da kriegt ihr das doch auch noch hin!
Und ich könnte mir auch vorstellen, dass, wenn Du es schaffst, ihm in diesem größeren „Reich“ klarzumachen, dass er nicht zuständig ist, das auch massiv seinem früher gezeigten Verhalten draußen helfen wird.
Und Dir in Deiner persönlichen Entwicklung sowieso!😉

Teil Dir einfach die Schritte so ein, wie sie Dir passen: Wenn Garten grad zu viel ist, gibt‘s den für Nero halt erstmal nur alleine!
Und Du managst erstmal das Verhalten der Hunde in der Wohnung.
Wirst sehen: Nero (so lese ich das zumindest aus Deinen Beiträgen) scheint ein harter Brocken zu sein… Aber Du bist härter und, vor allen Dingen: cleverer!
Nur Mut, das wird!!!😀👍
 
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Julia 🐾Nero
12. Mai 18:29
Sieh‘s doch mal anders: die Ein-Zimmer-Wohnung habt ihr beide irgendwie im Griff gehabt… Zeit also für die nächste Stufe!😬 Ne, mal im Ernst: ihr zwei habt doch schon so viel erreicht… da kriegt ihr das doch auch noch hin! Und ich könnte mir auch vorstellen, dass, wenn Du es schaffst, ihm in diesem größeren „Reich“ klarzumachen, dass er nicht zuständig ist, das auch massiv seinem früher gezeigten Verhalten draußen helfen wird. Und Dir in Deiner persönlichen Entwicklung sowieso!😉 Teil Dir einfach die Schritte so ein, wie sie Dir passen: Wenn Garten grad zu viel ist, gibt‘s den für Nero halt erstmal nur alleine! Und Du managst erstmal das Verhalten der Hunde in der Wohnung. Wirst sehen: Nero (so lese ich das zumindest aus Deinen Beiträgen) scheint ein harter Brocken zu sein… Aber Du bist härter und, vor allen Dingen: cleverer! Nur Mut, das wird!!!😀👍
Danke für die lieben Worte 💖.

Du hast Recht, ich habe den kleinen Raum gut managen können und dachte, dass mehr Raum nicht gleich mehr Managment bedeutet. Aber scheinbar schon.

Ich habe mir das ganze noch einmal angeschaut mit den drei und es sieht sehr danach aus, was Nero schon früher in einem Garten gemacht hat.

Nur jetzt ist die Intensität hoch 10 und es sind zwei Hunde, die er begrenzen will. Daher ist er vermutlich drüber und wird aggressiv, weil es nicht klappt mit zwei Hunden (und die lassen sich nicht so ausbremsen, wie die Hündin im Video).
Also alles was man in dem Video sieht, in den Nacken "packen", ausbremnsen usw hat er jetzt auch gemacht. Aber viel stärker und sah dadurch schlimmer aus. Aber ich glaube ich verstehe, was er versucht zu machen.

Zur Erklärung auf dem Video hab ich mit Nero und dem Labbi bisschen trainiert. Sitz, Platz, drehen usw. haben beide schön gemacht. Dann hab ich Platz und bleib gemacht und als ich sie abgerufen habe, hat Nero die Hündin in der Bewegung begrenzt. In den statischen Übungen hat es ihm nichts ausgemacht und bei etwas mehr Bewegung hat er angefangen sie zu begrenzen.
 
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Claudia
12. Mai 18:36
Ich finde, du machst das super! Ich finde toll, wie du dich reflektierst
Du bist da in ein Fettnäpfchen geraten, welches du einfach nicht sehen konntest (wegen der rosaroten Brille 😉).
Abhaken, neu sortieren und beim nächsten Mal anders machen.