Wegwerfartikel Hund: Wenn das Ego größer ist als die Verantwortung
Ich muss mir das gerade mal von der Seele schreiben. Wer sich ein Tier anschafft, unterschreibt einen „Vertrag auf Lebenszeit“. Doch die Realität in den Tierheimen oder Tierschutzorganisationen ist nur noch fassungslos machend. Wir reden hier nicht von Notfällen, wir reden von „Lifestyle-Entscheidungen“
Der Klassiker: „Wir haben jetzt leider weniger Zeit.“ oder „Wir können unserem Hund leider nicht mehr gerecht werden“. Seit wann ist Zeitmangel ein unvorhersehbares Schicksal? Wer arbeiten muss, weiß das in der Regel bevor er sich ein Lebewesen ins Haus holt. Zeitmangel ist kein Schicksal, sondern eine Frage der Prioritäten.
Ich habe mit meinen Hunden schon einige Jobwechsel durchgemacht, war immer „alleinerziehend“. Man kann seinen Hunden im Leben nie immer gerecht werden. Wie soll das auch 10-15 Jahre funktionieren?
Ist „Zeitmangel“ nur das höfliche Wort für „Ich habe keine Lust mehr, meine Freizeit zu opfern“?
Auf Vermittlungsseiten liest man: Ein Dobermann-Welpe wird abgegeben, weil er nicht alleine bleiben kann. Woanders wird ein Welpe nach einem Tag zurückgebracht, weil er nicht stubenrein ist.
Erwarten wir heute ernsthaft, dass ein Hund mit vorinstalliertem Betriebssystem und „Blasenkontrolle“ geliefert wird? Seit wann ist Erziehung optional?
Oft heißt es: „Wenigstens war der Besitzer einsichtig und hat das Tier abgegeben.“ Nein. Ich sehe es nicht ein, das noch gut zusprechen. Ein Tier aus einem Impuls heraus anzuschaffen und bei der ersten Unbequemlichkeit zu entsorgen, ist moralisches Versagen.
Warum feiern wir Menschen für ihre „Einsicht“, wenn sie eigentlich nur ihren Fehler auf Kosten des Tierheims korrigieren?
Ist die Hemmschwelle, ein Tier abzugeben, in den letzten Jahren massiv gesunken?
Brauchen wir eine lebenslange Sperre oder saftige Strafzahlungen für solche „Lifestyle-Abgaben“?