Wir leben in Deutschland doch recht sicher und komfortabel, Gefahren in der Wildnis gibt es hier doch wenige. Ich hatte in Tennessee gelebt. Dort habe ich Koyoten auf dem Parklplatz vor meinem Haus gehabt, Schwarzbären sind durch die Siedlungen marschiert und ein Berglöwe hat bei einer Radtour meinen Weg gekreuzt. Aber schlimmer als diese Großraubtiere waren die Schlangen. Man verlässt nicht die Wege im Wald, da Gefahr besteht, dass man eine Copperhead aufschreckt, am Wasser muss man sich vor der Cottonmouth in Acht nehmen. Ich wusste nicht, daß Klapperschlangen fast zwei Meter werden können, bis ich fast mit dem Rad über den Kopf einer Diamondback gefahren bin, die sich auf der Straße sonnte. Hier haben die Menschen verlernt, mit den Gefahren der Natur umzugehen, möchte sie lieber gar nicht haben. Das trifft nun den Wolf, aber er wird als Gefahr hochgespielt. Ich finde aber leider traurig, wenn Menschen aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus die Natur eindämmen und so nachhaltig zerstören wollen.
Wer am Wald lebt, muß halt Wildtiere akzeptieren, wer in der Stadt lebt muß mit Lärm und vielen recht heterogenen Menschen umgehen.
Also Wolf vor Mensch. Der Wald war immer ein Rückzugsort. Ein Platz der Ruhe und Entspannung. Spielplatz für Kinder. Wie oft haben wir unser Picknick eingepackt oder sind einfach als Kinder mit den Hunden zum nächsten Ort gewandert oder mit dem Fahrrad eine Tour durch den Wald gefahren.