Ich wohne im Erzgebirge. Hier gibt es keine Anleinpflicht. Trotzdem sollte niemand, dessen Hund nicht absolut den Rückruf in jeder Situation befolgt, den Hund frei laufen lassen.
Kein Hund ist beim Rückruf absolut sicher, auch nicht der best ausgebildete Jagdhund. Bei einer mega Prüfung ist eine Jagdhündin in mal für drei Tage ausgebüchst, auf einem Bauernhof aufgelaufen, die Trophäe dahin. Soviel zur Abrufsicherheit. Es ist doch wohl anzunehmen, dass der Hundeführer seine Hündin zurückgerufen hatte. Sie kam trotzdem nicht. Niemand weiß, warum.
Also: Freilauf (bei Freizeithunden) ja, aber mit Sinn und Verstand des Hundeführers. Da, wo viel Wild steht, besser nicht. Da, wo regelmäßig Menschen, Hunde, Spaziergänger, Pferdenarren und sonstige Zivilisationsmenschen unterwegs sind, ja (weil dort kaum mit Wild zu rechnen ist), aber immer wachsam sein und die Situation richtig einschätzen. Kommt ein Hundehalter mit einem angeleinten Hund entgegen, eigenen Hund an die Leine. Bei Verständigung beider Hundeführer auf Freilauf, o.k.
Der Freilauf bei (relativer) Abrufbarkeit (s.o.) ist dann nicht grundsätzlich falsch.
Brut und Setzzeit sollte respektiert werden.
In der Stadt immer angeleint (auch aus Schutz für den eigenen Hund), aber es gibt Spezialisten, deren Hunde an einer imaginären Leine neben ihrem Führer laufen. Respekt! Schaffe ich (noch) nicht (und will ich auch in der Stadt nicht).
Ich schicke meinen Hund fast immer in den Sitz bei Radfahrern und Läufern, die mir entgegen kommen. Die (schnell) von hinten kommen "verteufel" ich oft, weil sie sich der Gefahr für sich selbst und meinen Hund nicht bewusst sind. Nicht nur ich, auch mein Hund kann sich dann erschrecken und (falsch????) reagieren.
Sonst den eigenen Hund immer gut beobachten, Rückruf trainieren, aber nicht "kaputt" trainieren.
Wenn man sieht (im Wald oder auf dem Feld), dass er an etwas (nicht Problematischem) super interessiert ist, den richtigen Zeitpunkt zum Rückruf abwarten.
In waldreichen Gegenden mit langer Leine durchaus ab und zu testen, ob er schon so weit ist und "cool" bleibt, ansprechbar ist, sich "zurückzunehmen", sich auf Anweisung hinsetzen und nur beobachten, auf Anweisung weiter gehen kann.
Dieses Thema, Freilauf oder Leine, zeitliche (Brut- und Setzzeit) und örtliche (Stadt) Vorgaben usw. ist so vielschichtig, dass man noch endlos weiter schreiben könnte.
Wenn man seinen Hund frei laufen lassen will, sollte man sich aber auch immer der möglichen Konsequenzen im Klaren sein, wenn es mal nicht so gut läuft.