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Verfasser
Diana
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Anzahl der Antworten 26
zuletzt 2. Feb.

Alten Hund noch operieren ?

Hallo, wir haben einen fast 15 Jahre alten Havaneser-Malteser Mix. Er war nie wirklich beim Arzt (außer natürlich Impfung usw)und ein paar seiner Zähne mussten ihm im Jungen Alter gezogen werden. Jetzt hat er Demenz, irrt nachts durchs EG, es gibt bessere und schlechtere Nächte. 1-3x müssen wir raus zum pipi machen. August letzten Jahres ist er die Treppe runter gefallen. Beim Ultraschall von Wirbelsäule und Bauch wurde ein schwarzer Fleck an der Niere entdeckt. Seitdem bekommt er Schmerzmittel, jeden Abend 1 Tablette. Kurz vor Weihnachten war ich wieder beim Doc um schauen zu lassen, ob der Fleck gewachsen ist. Diagnose: es sind einige dazu gekommen. Die Ärztin meinte, es wären prall mit Blut gefüllte „Dinger“, die platzen könnten. Er ist schon alt und hat einige Baustellen, Demenz, dann der Krebs !? , seine Zähne müssten gemacht werden (Zahnstein), er hat überall so Fettbeulen… Die Tierärztin riet mir, ihn zu erlösen. Es gäbe noch die Möglichkeit einer probenentnahme, um zu schauen ob es operabel ist, aber ob ich das einem so alten Hund noch antun will ? Hat oder hatte jemand auch so einen Pflegefall ? Was habt ihr gemacht ? Oder wie würdet ihr entscheiden ?
 
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Sabrina
1. Feb. 15:13
Das Narkoserisiko ist aufgrund des Alters erhöht. Wenn der Hund Tumoren in sich trägt, die jederzeit platzen könnten, würde ich meinen Hund, so schwer es auch ist, gehen lassen. Innerlich zu verbluten ist sicher kein schöner Tod.
 
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Sylvia
1. Feb. 15:16
Ja, das muss ich auch sagen, wenn jetzt plötzlich etwas platzt....wird es alles andere als ein schönes Ende. Und er hat so viele Baustellen, die sich teilweise nicht mehr richten lassen. Das ist alles traurig und nicht einfach. Ich weiß 😔 Trost ist, dass er wirklich sehr alt ist. Aber lieben heisst auch loslassen können. Hier bei Dogorama konnte sich auch eine Frau von ihrem alten Hund nicht trennen und berichtete von den schlechten Tagen und noch schlechteren Nächten. Sie hat ihm damit keinen Gefallen getan! Er hat furchtbar gelitten. Ich fands grausam. Das ist keine Liebe mehr zum Tier!
Genau. Wenn es Nachts passiert muss man evtl. zugucken wie er stirbt, weil man so schnell keinen TA zum einschläfern finden wird.
 
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L.🐾
1. Feb. 15:23
Genau. Wenn es Nachts passiert muss man evtl. zugucken wie er stirbt, weil man so schnell keinen TA zum einschläfern finden wird.
Genau so! Wir hatten bei Picasso, ohne dass wir wussten, das so etwas passieren kann, so eine schnelle Einschläferung. Sonntag Abend 20 Uhr, ich konnte Gott sei Dank meinen Nachbarn holen, der zufällig Tierarzt ist.
Er hat ihn sofort im Wohnzimmer erlöst.
Ohne ihn wäre das hier eine Grosse Katastrophe geworden.
So war es nur für uns eine Riesen Katastrophe.
Picasso konnte schnell über den Regenbogen gehen...
 
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Andrea
1. Feb. 15:26
Wir hatten ähnliche Situationen und haben uns entschieden dass sie nicht mehr leiden müssen. Wenn keine Besserung mehr zu erwarten ist, eher noch mehr Leid, dann sollte man ihnen den allerletzten und größten Liebesbeweis erbringen und sie gehen lassen.
Ich wünsche euch viel Kraft für diesen letzten gemeinsamen Schritt.
 
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Kirsten
1. Feb. 18:06
Die Entscheidung liegt bei dir, die kann dir keiner abnehmen.
Aber loslassen ist Liebe und wir haben bei unseren Fellnasen die Möglichkeit ihnen größeres Leid am Ende ihres Lebens zu ersparen, darüber bin ich froh und glücklich, denn ich musste diese Entscheidung letztes Jahr 3 Mal treffend konnte allen 3en größeres Leid ersparen
Erst mein Pferd (27) im Frühjahr und im Herbst 2 meiner Katzen (beide 17).
 
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Jens
2. Feb. 12:06
Demenz lässt sich mit Propentofyllin behandeln und für Inkontinenz gibt es Windeln.

Es ist fraglich ob er in dem Alter und in seinem Zustand eine Narkose überlebt.

Dennoch würde ich ihn, rein von der Beschreibung her, noch nicht gehen lassen. Die Frage ist, ob er noch aktiv an seiner Umwelt teilnimmt oder nur noch apathisch ist.
 
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Verena
2. Feb. 13:16
Meine Amira ist auch 15 Jahre alt.
Amira hat Demenz. Sie hat ein Herzproblem das man nicht einstellen kann, da sie die Operation nicht überleben würde, sie würde einen Herzschrittmacher benötigen. Nun hat sie auch noch einen bösartigen Tumor. Diese Tumor Art Streu zum Glück sehr spät und wächst nach außen.
Sie ist Palliativ eingestellt, hat keine Schmerzen und wir unterstützen das Herz. Der Tumor wird in ein paar Wochen äußerlich aufplatzen. Ich sehe es also. Dann werden wir die letze Entscheidung treffen müssen.
Ich würde sie sofort operieren lassen in dem Alter. Ihr Allgemeinzustand lässt es aber nicht zu. Sie überlebt die Op nicht. Das hat mir auch eine zweit ärztliche Meinung bestätigt. Ich bin wirklich regelmäßig in der Tierklinik, dass die Ärzte auf sie schauen, sie abhören und sie abtasten. Das brauche ich für mein Gewissen, da ich dauernd Angst habe etwas zu übersehen. Mir gefällt das alles ganz und gar nicht und mit meinen Tränen kann ich ganze Fässer füllen.
Sie trägt nachts Windeln, alles ist mit waschbaren wasserfesten Überzügen überzogen. Sie läuft gerne noch ein paar Meter, liebt es im Buggy mit zu fahren. Es gibt bessere und schlechtere Tage. Aber solange sie noch so gerne am Leben teil nehmen kann, machen wir es ihr so schön es geht.
Hat sie schlimme Demenz Unruhe Schübe, dann hilft uns die Leckmatte oder ihr Futterball.
Amira hat auch Zahnstein. Wir pflegen die Zähne weiterhin so gut es geht. Es ist keiner locker und sie hat keine Entzündungen. Deshalb sagen die Ärzte, dass das das kleinste Problem ist, ich soll sie einfach weiter pflegen.
Eine Probe entnehmen habe ich lassen, da ich wissen wollte mit welcher Art Tumor wir es zu tun haben. Dies ging zumindest bei Amira ohne Narkose.
Würde der Krebs innerlich wachsen und innerlich platzen können, wüsste ich nicht was ich machen soll. Da bin ich ehrlich. Wenn der Hund innerlich verbluten könnte und man bekommt es nicht sofort mit, hört sich schlimm an.
Wäre mein Hund Narkose fähig und top fit, würde ich ihr in dem Alter den Tumor sofort raus operieren lassen und ihr auch die Zähne machen lassen, wenn sie schon schläft. Leider keine Option bei uns. Dafür hat sie zu viele Vorerkrankungen.
 
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Das
2. Feb. 13:43
Auch das aufwachen aus der Narkose kann für demente Hunde eine Tortur sein.
 
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Sabine
2. Feb. 14:08
Man sollte sich fragen, ob man selbst so leben wollen würde? Ich finde den Rat deiner Tierärztin gut/richtig
 
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Verena
2. Feb. 16:33
Man sollte sich fragen, ob man selbst so leben wollen würde? Ich finde den Rat deiner Tierärztin gut/richtig
Ich bin mir sicher, dass das von Hund zu Hund individuell ist. Demenz ist nich gleich Demenz, Herzerkrankung ist nicht gleich Herzerkrankung. Bei jeder Erkrankung gibt es ja verschiedene Abstufungen. Und das kann man in einem Forum ja nicht sehen.
Letzten Endes könnte nur unser Hund uns sagen wie sie sich wirklich fühlen, aber diese können wir ja nicht fragen. Wir können sie nur beobachten und lesen.
Solange die Freunde am Leben bei weitem überwiegt bei meinem Hund, werde ich alles dafür geben, dass das so bleibt. Dabei versuche ich zu beachten, dass ich keine unethische Entscheidungen treffe. Das ist aber manchmal schwieriger getan als gesagt bei seinem geliebten Tier. Ich bin sehr dankbar über meine gute Ärztin aus der Klink. Ihr kann ich echt vertrauen und sie bringt medizinische Entscheidungen immer auf den Punkt und klärt dabei im kleinsten Detail auf.