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Katrin
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Anzahl der Antworten 3021
heute 15:14

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
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Michi
heute 12:50
Für mich gehören auch die Hunde die nervlich nicht belastbar sind in den Bereich. Das Problem beim Mops und Frenchy ist aber halt auch das sie körperliche Qualzuchtmerkmale bereits im Rassestandard haben. Rund und Kurzköpfig und ohne richtige Rute sind nur 2 der optische Merkmale die leider auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen.
Fakt ist ja, dass man das Produzieren solcher Hunde keinesfalls unterstützen darf.
Aber auch im Tierschutz gibt es Exemplare, die gesundheitlich deutlich besser aufgestellt sind.
Meine Kleine, von Bully in Not, ist auch im Sommer mit am Pferd gelaufen und 15 Jahre alt geworden.
 
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Katrin
heute 13:05
Fakt ist ja, dass man das Produzieren solcher Hunde keinesfalls unterstützen darf. Aber auch im Tierschutz gibt es Exemplare, die gesundheitlich deutlich besser aufgestellt sind. Meine Kleine, von Bully in Not, ist auch im Sommer mit am Pferd gelaufen und 15 Jahre alt geworden.
Das ändert ja aber nix an der Optik. Alt werden und laufen können heißt ja nicht das der Hund keine Merkmale hatte die letztendlich für Probleme verantwortlich sein können. Das ist aus meiner Sicht das Hauptproblem. Nur weil manche Vertreter weniger stark betroffen sind ändert es ja nichts an der Tatsache das diese Hunde durch die gewünschte Optik zu einer Vielzahl an Problemen neigen die teilweise mit lebenslangen Qualen verbunden sind.
 
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Michi
heute 13:07
Das ändert ja aber nix an der Optik. Alt werden und laufen können heißt ja nicht das der Hund keine Merkmale hatte die letztendlich für Probleme verantwortlich sein können. Das ist aus meiner Sicht das Hauptproblem. Nur weil manche Vertreter weniger stark betroffen sind ändert es ja nichts an der Tatsache das diese Hunde durch die gewünschte Optik zu einer Vielzahl an Problemen neigen die teilweise mit lebenslangen Qualen verbunden sind.
Habe ich auch überhaupt nicht behauptet!
 
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Katrin
heute 13:23
Habe ich auch überhaupt nicht behauptet!
So leid es mir für solche Hunde auch tut aber das einzig richtige ist es sie beim Züchter/Vermehrer zu lassen.
 
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wolf
heute 13:24
Für mich gehören auch die Hunde die nervlich nicht belastbar sind in den Bereich. Das Problem beim Mops und Frenchy ist aber halt auch das sie körperliche Qualzuchtmerkmale bereits im Rassestandard haben. Rund und Kurzköpfig und ohne richtige Rute sind nur 2 der optische Merkmale die leider auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen.
Ich glaube, das Problem ist hier in der Tat die Definition von Qualzuchtmerkmal und damit auch davon, was eine Qualzucht auszeichnet.
Für mich stellt ein Labrador, der genetisch bedingt permanent Hunger leidet, ein Qualzuchtmerkmal dar, ist aber offiziell als solches mWn nicht gelistet.

Hunde, die nervlich nicht belastbar sind, finde ich pauschal schwierig. Anders könnte ich auch sagen, Hunde mit grossen Aktivitätsbedarf stellen Qualzucht dar, wenn sie für Personen gezüchtet werden, die eine solche Bewegung nicht erfüllen können. Das war lange ein Problem bei Afghanen als Modehunde, die keine Bewegung hatten und komplett neurotisch wurden, oder heute bei Aussies in der Stadt. Aber es ist keine Qualzucht, sondern eine falsche Vermarktung.
Ein nervöser Schäferhund mag in der Stadt Dauerstress leiden, ist aber in der Natur ausgeglichen.
 
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Katrin
heute 14:34
Ich glaube, das Problem ist hier in der Tat die Definition von Qualzuchtmerkmal und damit auch davon, was eine Qualzucht auszeichnet. Für mich stellt ein Labrador, der genetisch bedingt permanent Hunger leidet, ein Qualzuchtmerkmal dar, ist aber offiziell als solches mWn nicht gelistet. Hunde, die nervlich nicht belastbar sind, finde ich pauschal schwierig. Anders könnte ich auch sagen, Hunde mit grossen Aktivitätsbedarf stellen Qualzucht dar, wenn sie für Personen gezüchtet werden, die eine solche Bewegung nicht erfüllen können. Das war lange ein Problem bei Afghanen als Modehunde, die keine Bewegung hatten und komplett neurotisch wurden, oder heute bei Aussies in der Stadt. Aber es ist keine Qualzucht, sondern eine falsche Vermarktung. Ein nervöser Schäferhund mag in der Stadt Dauerstress leiden, ist aber in der Natur ausgeglichen.
Ja da muss dringend was geschehen. Das dauernd hungrig sein ist leider auch noch nicht richtig erforscht. Ich glaube letztes Jahr gab es ne neue Studie mit neuen Erkenntnissen drüber, hab die aber noch nicht gelesen. Dazu kommt das auch nicht die ganze Rasse davon betroffen sind. Ob sich das noch rauszüchten lässt weiß ich nicht. Eigentlich (so war meine letzte Info) ist es wohl auch kein Dauerhunger sondern eher ein schneller wieder hungrig werden.
 
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Vic
heute 14:47
Man kann ins extreme gehen und sagen alle Hunde ausser Wolfshunde und Wolf ähnliche Hunde gehören zur Qualzucht. Entweder zu klein (Chihuahua, Malteser, etc) , zu gross (Dogge, Newfi, etc) , zu kurze Beine (Beagle, Basset, Dackel, etc) zu stockig (Bully, Shar Pei, etc) zu dünn (windhund, etc), geschweige zu kurze Nase (Brachy). Würde man alle diese Rassen verbieten dann blieben nur noch Husky und Co. Wo immer der Mensch seine Finger hat wird die Natur verdreht.
 
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wolf
heute 14:52
Ja da muss dringend was geschehen. Das dauernd hungrig sein ist leider auch noch nicht richtig erforscht. Ich glaube letztes Jahr gab es ne neue Studie mit neuen Erkenntnissen drüber, hab die aber noch nicht gelesen. Dazu kommt das auch nicht die ganze Rasse davon betroffen sind. Ob sich das noch rauszüchten lässt weiß ich nicht. Eigentlich (so war meine letzte Info) ist es wohl auch kein Dauerhunger sondern eher ein schneller wieder hungrig werden.
Qualzucht fängt ja auch erst dann an, wenn diese Eigenschaft gezielt in der Zucht gefördert wird. Wenn es als solches Merkmal erkannt wird, dann kann man ja in der Zucht auch dagegen vorgehen. Aber wenn es eben mit anderen gewünschten Merkmalen einhergeht, dann besteht die Gefahr, dass es in der Rasse zunimmt. Ich glaube, es wird noch nicht systematisch auf das entsprechende Gen getestet.
 
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wolf
heute 15:03
Man kann ins extreme gehen und sagen alle Hunde ausser Wolfshunde und Wolf ähnliche Hunde gehören zur Qualzucht. Entweder zu klein (Chihuahua, Malteser, etc) , zu gross (Dogge, Newfi, etc) , zu kurze Beine (Beagle, Basset, Dackel, etc) zu stockig (Bully, Shar Pei, etc) zu dünn (windhund, etc), geschweige zu kurze Nase (Brachy). Würde man alle diese Rassen verbieten dann blieben nur noch Husky und Co. Wo immer der Mensch seine Finger hat wird die Natur verdreht.
Naja, die Liste mit Husky ist ja willkürlich. Wenn man bedenkt, daß viele Wildhunde windhundartig werden (vgl Pariah Dog) und es auch andere Hunde gibt, die einer natürlichen Selektion unterlagen (z.B. Carolina Dog), sollte man hier schon differenzierter argumentieren. Auch bei Wolfshunden (hier wohl nicht Barsoi und Irish Wolfhound gemeint 😜) wäre ich vorsichtig, da ja fraglich ist, was durch die Hybridiesierung eingebracht wurde.
Ich denke, Bewußtsein und Technologie haben sich so weit entwickelt, daß der Mensch eine verantwortungsvolle Zucht durchführen können, bei der Gesundheit und Wesen im Vordergrund stehen. Sie dir mal zum Beispiel die Strategie bei der Rasse meines Hundes an, wo viel Mühe aufgewendet wird, genetische Krankheiten zu identifizieren und durch die Zucht und outcrossing auszumerzen. Ähnliches wird auch bereits bei anderen Rassen umgesetzt.
Viele ältere Rassen mit einer pervertierten Merkmalselektion sind aber schon komplett an die Wand gefahren.

https://silkenwindhounds.org/wp-content/uploads/2025/05/Official-ISWS-statement-re-health-reporting.pdf
 
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Vic
heute 15:11
Naja, die Liste mit Husky ist ja willkürlich. Wenn man bedenkt, daß viele Wildhunde windhundartig werden (vgl Pariah Dog) und es auch andere Hunde gibt, die einer natürlichen Selektion unterlagen (z.B. Carolina Dog), sollte man hier schon differenzierter argumentieren. Auch bei Wolfshunden (hier wohl nicht Barsoi und Irish Wolfhound gemeint 😜) wäre ich vorsichtig, da ja fraglich ist, was durch die Hybridiesierung eingebracht wurde. Ich denke, Bewußtsein und Technologie haben sich so weit entwickelt, daß der Mensch eine verantwortungsvolle Zucht durchführen können, bei der Gesundheit und Wesen im Vordergrund stehen. Sie dir mal zum Beispiel die Strategie bei der Rasse meines Hundes an, wo viel Mühe aufgewendet wird, genetische Krankheiten zu identifizieren und durch die Zucht und outcrossing auszumerzen. Ähnliches wird auch bereits bei anderen Rassen umgesetzt. Viele ältere Rassen mit einer pervertierten Merkmalselektion sind aber schon komplett an die Wand gefahren. https://silkenwindhounds.org/wp-content/uploads/2025/05/Official-ISWS-statement-re-health-reporting.pdf
Heutzutage kann man viele Gene die negative Merkmale hervorbringen relativ gut erkennen und durch gute Zucht ausschalten. Leider gibt es wenige seriöse Züchter. Meistens ist der Grund der Zucht Geld.