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Katrin
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zuletzt 2. Juni

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
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Katrin
17. Okt. 08:42
Was hat die Vermehrung mit einer Qualzuchtrasse mit gesunden Mischlingen zu tun? Die Aussage das Mischlinge gesünder sind bezieht sich wohl eher auf Strassenhunde oder ähnliche Populationen, wo a) der Genoool nicht so stark eingeschränkt ist und b) eine "natürliche" Selektion die nicht so gesunden Tiere von der Fortpflanzung abhält.
Eine natürliche Selektion findet auch unter Straßenhunde nicht statt. Jedenfalls nicht in dem Maße das dort dann gesunde Hunde rauskommen.
 
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Thomas
17. Okt. 08:55
Eine natürliche Selektion findet auch unter Straßenhunde nicht statt. Jedenfalls nicht in dem Maße das dort dann gesunde Hunde rauskommen.
Deswegen hatte ich das "natürliche" ja extra in Anführungszeichen gesetzt.
In einer gefestigten Gruppe kommt man dem aber deutlich näher als bei der Rassehundezucht.
 
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Christine
17. Okt. 10:35
https://www.deine-tierwelt.de/kleinanzeigen/pugapoo-mops-x-zwergpudel-mischlingswelpen-wurfankuendigung-bezaubernde-mops-pudel-welpen-erwartet-a86513577/ Soviel zu gesunden Mischlingen
😱
Es wird langsam Zeit, daß Züchter und Privatvermehrer strengstens kontrolliert werden.

Wohin solche upps- Würfe führen, müssen Tierschützende leider fast täglich erfahren.

Und dann gibt's ja auch noch unseriöse Züchter, die unkontrolliert vermehren und mehr am Verdienen als am Wohl der Tiere interessiert sind. 🤬
 
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wolf
17. Okt. 10:40
Deswegen hatte ich das "natürliche" ja extra in Anführungszeichen gesetzt. In einer gefestigten Gruppe kommt man dem aber deutlich näher als bei der Rassehundezucht.
Ich wiederhole mich hier diesbezüglich immer wieder, aber eine Zucht, die das Ziel verfolgt, gesunde Tiere zu bekommen, wird wahrscheinlich insgesamt gesündere Hunde bekommen als es bei unkontrollierten Mischlingen der Fall ist. Durch Outcrossing-Projekte ist es auch möglich, die Diversität im Genpool einer Rasse zu verbessern und gezielt gegen Krankheitsfaktoren vorzugehen. Der Inzucht-Koeffizient der Rasse kann somit reduziert werden.
Mischlinge verweist ja auf alle Verpaarungen, die nicht innerhalb einer Rasse erfolgen, und somit sind auch alle Krankheitsfaktoren möglich. Die pauschale Aussage, daß Mischlinge gesünder seien, ist ein Irrglaube. Natürliche Selektion gibt es bei Wildhunden wie Dingo, Pariah-Dog und Carolina Dog. Die sind allgemein weniger von Erbkrankheiten belastet, auch wenn bei den Dingos die genetische Diversität eingeschränkt ist.
Solange man bei Mischlingen keine Informationen über die Verpaarungen hat oder Gentests gemacht hat, hat man ein komplettes Überraschungspaket. Qualzucht ist ja eben nicht nur eine Plattnase, Stummelbeine oder ähnliches. Qualzucht ist auch nicht einfach ein Hund mit Erbkrankheiten. Es ist die gezielte Verpaarung von Hunden, bei der zu erwarten ist, daß die Nachkommen gesundheitliche Beeinträchtigungen haben werden. Also kann ich auch Mischlinge "züchten", die dieses Kriterium erfüllen und die Verpaarung somit als Qualzucht gilt.
https://www.geo.de/natur/tierwelt/sind-mischlinge-gesuender-als-rassehunde--31754970.html
 
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Carola
17. Okt. 11:02
Was hat die Vermehrung mit einer Qualzuchtrasse mit gesunden Mischlingen zu tun? Die Aussage das Mischlinge gesünder sind bezieht sich wohl eher auf Strassenhunde oder ähnliche Populationen, wo a) der Genoool nicht so stark eingeschränkt ist und b) eine "natürliche" Selektion die nicht so gesunden Tiere von der Fortpflanzung abhält.
Es geht darum dass hier im Forum häufig Mischlinge als besonders gesund beschrien werden und das ist einfach pauschal nicht der Fall!
Auch bei den hochgelobten Straßenhunden muss das nicht unbedingt der Fall sein dann viele dieser Straßenhunde sind nicht Straßenhunde über Generationen sondern einfach ausgesetzt oder möglicherweise entlaufen.
Wenn man das jetzt mit dem pariahunden vergleichen will so hinkt der Vergleich denn diese Hunde sind nicht als Haushunde geeignet und von daher wird niemand in die Genuss eines solchen gesunden "mischlings" kommen .
Überlässt man eine solche Population sich selbst ist es natürlich klar dass nur die gesunden Tiere überleben werden und alle anderen sterben einfach. Auch werden diese Hunde vermutlich nicht das Alter erreichen in dem irgendwelche Krankheiten auftreten können da sie in der Regel nicht das Alter erreichen dass unsere Haushunde so erreichen können.
Das hat aber nichts mit den hier so häufig gepriesenen Mischlingen zu tun.
Ja Mischlinge können gesund sein ebenso wie rassenhunde aber bei dem Mischling hängt es eben von der Mischung ab.
 
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Michi
17. Okt. 11:12
Deswegen hatte ich das "natürliche" ja extra in Anführungszeichen gesetzt. In einer gefestigten Gruppe kommt man dem aber deutlich näher als bei der Rassehundezucht.
Es gibt keine gefestigten Gruppen bei Straßenhunden. Das gibt es bei Wildhunden.
Straßenhunde haben sehr oft genetische Probleme zB HD.
 
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Thomas
17. Okt. 11:55
Ich wiederhole mich hier diesbezüglich immer wieder, aber eine Zucht, die das Ziel verfolgt, gesunde Tiere zu bekommen, wird wahrscheinlich insgesamt gesündere Hunde bekommen als es bei unkontrollierten Mischlingen der Fall ist. Durch Outcrossing-Projekte ist es auch möglich, die Diversität im Genpool einer Rasse zu verbessern und gezielt gegen Krankheitsfaktoren vorzugehen. Der Inzucht-Koeffizient der Rasse kann somit reduziert werden. Mischlinge verweist ja auf alle Verpaarungen, die nicht innerhalb einer Rasse erfolgen, und somit sind auch alle Krankheitsfaktoren möglich. Die pauschale Aussage, daß Mischlinge gesünder seien, ist ein Irrglaube. Natürliche Selektion gibt es bei Wildhunden wie Dingo, Pariah-Dog und Carolina Dog. Die sind allgemein weniger von Erbkrankheiten belastet, auch wenn bei den Dingos die genetische Diversität eingeschränkt ist. Solange man bei Mischlingen keine Informationen über die Verpaarungen hat oder Gentests gemacht hat, hat man ein komplettes Überraschungspaket. Qualzucht ist ja eben nicht nur eine Plattnase, Stummelbeine oder ähnliches. Qualzucht ist auch nicht einfach ein Hund mit Erbkrankheiten. Es ist die gezielte Verpaarung von Hunden, bei der zu erwarten ist, daß die Nachkommen gesundheitliche Beeinträchtigungen haben werden. Also kann ich auch Mischlinge "züchten", die dieses Kriterium erfüllen und die Verpaarung somit als Qualzucht gilt. https://www.geo.de/natur/tierwelt/sind-mischlinge-gesuender-als-rassehunde--31754970.html
Das Problem dabei ist das die aktuellen Rassestandards auf Optik und nicht auf Gesundheit ausgelegt sind.
Wer als Züchter also tatsächlich konsequent das Ziel Gesundheit verfolgt kann das kaum innerhalb irgendwelcher Zuchtverbände machen...

Cross-Out Projekte, wie neuling hier verlinkt, bedeuten diverse Generationen Tierleid - will man das, nur um eine kaputtgezüchtete Rasse zu erhalten?
 
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Dogorama-Mitglied
17. Okt. 11:58
Das Problem dabei ist das die aktuellen Rassestandards auf Optik und nicht auf Gesundheit ausgelegt sind. Wer als Züchter also tatsächlich konsequent das Ziel Gesundheit verfolgt kann das kaum innerhalb irgendwelcher Zuchtverbände machen... Cross-Out Projekte, wie neuling hier verlinkt, bedeuten diverse Generationen Tierleid - will man das, nur um eine kaputtgezüchtete Rasse zu erhalten?
Out Crossing hilft ja auch Rassen, bei denen der Genpool extrem klein ist, aber die Rasse an sich nicht „krank“ ist. Sprich nicht unbedingt die französische Bulldogge mit der super kurzen Schnauze, sondern der Collie, dessen Eltern Geschwister sein könnten.
Und da wird es wirklich helfen, verwandte Rassen mit ein zu Kreuzen, und damit den Pool zu vergrößern
 
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Andreas
17. Okt. 12:13
Das Problem dabei ist das die aktuellen Rassestandards auf Optik und nicht auf Gesundheit ausgelegt sind. Wer als Züchter also tatsächlich konsequent das Ziel Gesundheit verfolgt kann das kaum innerhalb irgendwelcher Zuchtverbände machen... Cross-Out Projekte, wie neuling hier verlinkt, bedeuten diverse Generationen Tierleid - will man das, nur um eine kaputtgezüchtete Rasse zu erhalten?
..bestimmt gibt es unter den Rassestandards Unterschiede, was den Fokus auf Gesundheit betrifft. Es gibt ganz sicher auch sehr verantwortungsbewusste Züchter...

Aber für mich bringst Du das Problem mit Deiner Aussage grundsätzlich auf den Punkt.
Viele Rassestandards sind auf Optik und nicht auf Gesundheit ausgerichtet.

Ich gehe sogar noch etwas weiter.
Gezielt werden (hoffentlich unbeabsichtigt) besonders gesunde Exemplare von der Zucht ausgeschlossen, da es ihnen "insgesamt an Rassestandard" fehlt.

Gleichzeitig erreichen krank gezüchtete Hunde die höchsten Auszeichnungen, da sie perfekt dem Rassestandard und dem aktuellen Schönheitsempfinden entsprechen.

Mit diesen ausgezeichneten Hunden werden dann überproportional viele Nachkommen gezeugt, weil der Nachwuchs dieser Hunde teurer ist...

Ist für mich ein ziemlich p.. System.
 
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wolf
17. Okt. 12:32
Das Problem dabei ist das die aktuellen Rassestandards auf Optik und nicht auf Gesundheit ausgelegt sind. Wer als Züchter also tatsächlich konsequent das Ziel Gesundheit verfolgt kann das kaum innerhalb irgendwelcher Zuchtverbände machen... Cross-Out Projekte, wie neuling hier verlinkt, bedeuten diverse Generationen Tierleid - will man das, nur um eine kaputtgezüchtete Rasse zu erhalten?
Ja, das Problem mit den Zuchtverbänden hatte ich da auch bereits erwähnt. Die sind oft ein Blocker, wenn es darum geht, aktiv gegen Erkrankungen in einer Rasse vorzugehen. Oft treten genau deswegen Züchter aus den Verbänden aus. Auch finde ich in den Zuchtverbänden die Ausstellungskultur problematisch. Für den Laien ist natürlich schwer zu erkennen, wann man es mit einen verantwortungsvollen Züchter zu tun hat, oder ob einem nur Märchen aufgetischt werden. Jeder Züchter ist natürlich überzeugt davon, der beste Züchter zu sein.
Und bei Qualzucht reden wir nicht nur von Möpsen, Frenchies, sondern allgemein. Bei einigen Rassen ist Outcrossing eine gute und sinnvolle Option, bei anderen ist da auch nicht mehr viel zu retten.
Aber noch mal, Qualzucht ist keine Hunderasse, sondern eine beabsichtigte Verpaarung, bei der die Nachkommen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit aufweisen, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu haben, die leid verursachen. Damit kann auch Qualzucht bei generell gesunden Rassen betrieben werden. Qualzucht ist aber nicht nur ein Problem bei Hunden oder anderen Haustieren, sondern insbesondere auch bei Nutztieren. Und es ist allgemein schwierig, eine klare Grenze zu ziehen, ab wann ein Tier als gesund gilt und für die Zucht verwendet werden kann. Auch die Frage, ob ich in Kauf nehmen kann, daß nicht alle Nachkommen gesünder werden, aber nur die gesünderen für die Zucht weiter gentzt werden, ist ethisch betrachtet auch nicht immer einfach zu entscheiden.

https://qualzucht-datenbank.eu/ethik-in-der-tierzucht

https://www.landwirtschaft.de/tier-und-pflanze/tier/nutztiere-allgemein/welchen-einfluss-hat-die-zuechtung-auf-das-tierwohl