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Katrin
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heute 07:03

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
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Sina
19. Sept. 15:29
Es gibt Rassen, die verstärkt / gehäuft / mehr die Tierarzt- und Physiopraxen überrennen und Rassen, bei denen das weniger häufig vorkommt. Aber mir fällt jetzt tatsächlich keine Rasse ein, bei der das gar nicht so ist. Weniger sieht man z. B. die Altdeutschen Hütehunde in den Praxen. Aber: das kann auch einfach daran liegen, dass Schäfer, die sie zur Arbeit einsetzen, a) pragmatischer sind und vieles selber regeln - Hausmittel & Co. b) die Hunde nicht immer ganz einfach sind, wenn sie z. B. täglich an der Herde arbeiten, und daher auch lieber nicht so uuunbedingt notwendige Therapien vermieden werden. Manche Jagdhunde sieht man auch eher selten, z. B. „so etwas wie“ Deutsch Drahthaar & Co. Aber vielleicht gibts einfach auch weniger Exemplare von denen? Es ist sehr schwierig, da eine belastbare Statistik aufzustellen, glaube ich. Meine Ausführungen sind da natürlich auch sehr subjektiv gefärbt aus meiner ureigenen Erfahrung. Die ist bestimmt nicht allgemeingültig.
Gibt es denn Rassen, die überdurchschnittlich oft bei Tierärzten/Physio auftauchen, die man jetzt nicht sofort wegen allseits bekannter Probleme dort vermuten würde?

Also nicht die klassischen Top 5 der Qualzuchten, sondern Rassen, bei denen die Problematiken noch nicht so bekannt sind.
Würde mich interessieren.
 
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Li
19. Sept. 15:32
Gibt es denn Rassen, die überdurchschnittlich oft bei Tierärzten/Physio auftauchen, die man jetzt nicht sofort wegen allseits bekannter Probleme dort vermuten würde? Also nicht die klassischen Top 5 der Qualzuchten, sondern Rassen, bei denen die Problematiken noch nicht so bekannt sind. Würde mich interessieren.
Wir gehen ja 1 Mal im Monat vorsorglich zur Osteopathie.
Es sind tatsächlich viele Labradore und Labradormischlinge dort.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Sept. 15:33
Es gibt Rassen, die verstärkt / gehäuft / mehr die Tierarzt- und Physiopraxen überrennen und Rassen, bei denen das weniger häufig vorkommt. Aber mir fällt jetzt tatsächlich keine Rasse ein, bei der das gar nicht so ist. Weniger sieht man z. B. die Altdeutschen Hütehunde in den Praxen. Aber: das kann auch einfach daran liegen, dass Schäfer, die sie zur Arbeit einsetzen, a) pragmatischer sind und vieles selber regeln - Hausmittel & Co. b) die Hunde nicht immer ganz einfach sind, wenn sie z. B. täglich an der Herde arbeiten, und daher auch lieber nicht so uuunbedingt notwendige Therapien vermieden werden. Manche Jagdhunde sieht man auch eher selten, z. B. „so etwas wie“ Deutsch Drahthaar & Co. Aber vielleicht gibts einfach auch weniger Exemplare von denen? Es ist sehr schwierig, da eine belastbare Statistik aufzustellen, glaube ich. Meine Ausführungen sind da natürlich auch sehr subjektiv gefärbt aus meiner ureigenen Erfahrung. Die ist bestimmt nicht allgemeingültig.
Unter Umständen haben Jagd- und Herdenschutzhunde vielleicht auch ein besseres Immunsystem und auch genügend Bewegung. Wie Offen- oder Aktivstallhaltung bei Pferden 🤔
 
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Dogorama-Mitglied
19. Sept. 15:38
Gibt es denn Rassen, die überdurchschnittlich oft bei Tierärzten/Physio auftauchen, die man jetzt nicht sofort wegen allseits bekannter Probleme dort vermuten würde? Also nicht die klassischen Top 5 der Qualzuchten, sondern Rassen, bei denen die Problematiken noch nicht so bekannt sind. Würde mich interessieren.
Ich kann das tatsächlich nicht so an Rassen festmachen, aber ganz viele Probleme, die die Tierärzte nach meiner Ansicht (noch) nicht so auf dem Schirm haben, resultieren meiner Meinung nach mittlerweile aus orthopädischen + neurologischen Problematiken des Lumbosacralen Bereichs, das ist der Übergang Lendenwirbelsäule zu Kreuzbein. Zu eng, Übergangswirbel, Keilwirbel, ein Wirbel zu viel, letzter Lenden-Wirbel kommt zu tief im Sakrum zu liegen und und und. Die Liste der möglichen Schwierigkeiten ist lang. Und hat Auswirkungen auf Rücken und Empfinden der betroffenen Hunde, bis hin zu Lahmheiten, Lähmungen und Inkontinenzproblematiken.
Darunter fällt z. B. auch das Cauda equina Kompressionssyndrom, auch genannt degeneratives Lumbosacrales Syndrom DLSS. Gefühlt war das früher selten. Heute hat das irgendwie jeder - ich weiß nicht - 3. bis 4. Hund (ist nur ne Schätzung!! Bitte nicht behaupten, ich habe das als Fakt dargestellt!)

Und da frage ich mich definitiv schon: woher kommt das?

Sind wir nur sensibilisierter für die Symptome oder ist es durch (unerwünschte) Zuchtentwicklung und Vermehrerei so gekommen?

Ich kann diese Frage nicht korrekt beantworten.

Und was mir auffällt: Labradore und Golden Retriever fallen nun zwar nicht unter die landläufig so genannte Qualzucht, haben aber zunehmend dermatologische + Gelenkprobleme bis hin zu Kreuzbandrissen (die beim Hund degenerativen Ursprungs sind und nicht aus Traumata wie einem Schlag oder Sturz entstehen, anders als beim Menschen). Dazu trägt Übergewicht, aber auch das massigere Aussehen seinen Teil bei.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Sept. 15:41
Unter Umständen haben Jagd- und Herdenschutzhunde vielleicht auch ein besseres Immunsystem und auch genügend Bewegung. Wie Offen- oder Aktivstallhaltung bei Pferden 🤔
Ich nehme die Herdenschutzhunde aus, die allein aus ihrer Größe / ihrem Gewicht und oft mangelernährten Aufzucht heraus sehr viele Problematiken auf sich ziehen.

Ich meine tatsächlich die alten Schläge der Altdeutschen Hütehunde. Es sind keine Herdenschutzhunde, sondern eine nicht von der FCI und vom VDH anerkannte sehr alte Haustierart. Darunter fallen Harzer Fuchs, Strobel, Schafpudel, Westerwälder Kuhhund und noch einige andere mehr.
 
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Andreas
19. Sept. 15:47
Unter Umständen haben Jagd- und Herdenschutzhunde vielleicht auch ein besseres Immunsystem und auch genügend Bewegung. Wie Offen- oder Aktivstallhaltung bei Pferden 🤔
..meinst Du vielleicht tendenziell Hütehunde und deren Schläge?
 
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Dogorama-Mitglied
19. Sept. 15:48
Wir gehen ja 1 Mal im Monat vorsorglich zur Osteopathie. Es sind tatsächlich viele Labradore und Labradormischlinge dort.
Das ist auch mein Eindruck.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Sept. 15:50
..meinst Du vielleicht tendenziell Hütehunde und deren Schläge?
Ja genau 😅 das kommt davon, wenn man fünf Sachen gleichzeitig macht 🤭
 
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Sina
19. Sept. 15:51
Ich kann das tatsächlich nicht so an Rassen festmachen, aber ganz viele Probleme, die die Tierärzte nach meiner Ansicht (noch) nicht so auf dem Schirm haben, resultieren meiner Meinung nach mittlerweile aus orthopädischen + neurologischen Problematiken des Lumbosacralen Bereichs, das ist der Übergang Lendenwirbelsäule zu Kreuzbein. Zu eng, Übergangswirbel, Keilwirbel, ein Wirbel zu viel, letzter Lenden-Wirbel kommt zu tief im Sakrum zu liegen und und und. Die Liste der möglichen Schwierigkeiten ist lang. Und hat Auswirkungen auf Rücken und Empfinden der betroffenen Hunde, bis hin zu Lahmheiten, Lähmungen und Inkontinenzproblematiken. Darunter fällt z. B. auch das Cauda equina Kompressionssyndrom, auch genannt degeneratives Lumbosacrales Syndrom DLSS. Gefühlt war das früher selten. Heute hat das irgendwie jeder - ich weiß nicht - 3. bis 4. Hund (ist nur ne Schätzung!! Bitte nicht behaupten, ich habe das als Fakt dargestellt!) Und da frage ich mich definitiv schon: woher kommt das? Sind wir nur sensibilisierter für die Symptome oder ist es durch (unerwünschte) Zuchtentwicklung und Vermehrerei so gekommen? Ich kann diese Frage nicht korrekt beantworten. Und was mir auffällt: Labradore und Golden Retriever fallen nun zwar nicht unter die landläufig so genannte Qualzucht, haben aber zunehmend dermatologische + Gelenkprobleme bis hin zu Kreuzbandrissen (die beim Hund degenerativen Ursprungs sind und nicht aus Traumata wie einem Schlag oder Sturz entstehen, anders als beim Menschen). Dazu trägt Übergewicht, aber auch das massigere Aussehen seinen Teil bei.
Danke, ist auf jeden Fall interessant.
Meine Hunde haben fast alles der genannten Probleme, ich dachte damit wären sie schon die Ausnahme. Sogar der halbe Wirbel zuviel trifft bei meiner Hündin zu.

Ich glaube früher hat man die Hunde wahrscheinlich einfach selten im Rückenbereich geröntgt. CT und MRT erst recht nicht. Da lief er halt einfach schlecht, und wurde früh alt und dann irgendwann eingeschläfert.

Aber gut möglich, dass da auch die Zucht eine Rolle spielt; bei meinen sowieso, aber vielleicht eben auch bei anderen Rassen.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Sept. 15:55
Danke, ist auf jeden Fall interessant. Meine Hunde haben fast alles der genannten Probleme, ich dachte damit wären sie schon die Ausnahme. Sogar der halbe Wirbel zuviel trifft bei meiner Hündin zu. Ich glaube früher hat man die Hunde wahrscheinlich einfach selten im Rückenbereich geröntgt. CT und MRT erst recht nicht. Da lief er halt einfach schlecht, und wurde früh alt und dann irgendwann eingeschläfert. Aber gut möglich, dass da auch die Zucht eine Rolle spielt; bei meinen sowieso, aber vielleicht eben auch bei anderen Rassen.
Das muss man natürlich mittels bildgebender Verfahren korrekt diagnostizieren, klar. Aber von der Symptomatik her sieht man es ganz oft schon in den Gangbildern der Hunde, der Anfangsverdacht ist schnell da.

Wenn ich durch die Straßen einer Stadt laufe und „spaßeshalber“ mal nach den Hunden schaue: von so vielen Hunden (9 von 10) möchte ich behaupten, dass das Gangbild nicht physiologisch, sondern in irgendeiner Form auffällig erscheint. Und es erschreckt mich sehr.

Vor allem, wenn ich dann gleichzeitig daran denke, dass die BesitzerInnen, die diese Hunde an der Leine oder auch ohne Leine führen, entweder nicht das sehen was ich sehe oder - was ich noch schlimmer finde - es nicht sehen WOLLEN, „weil nicht sein kann was nicht sein darf“. Ich kann das nicht mal am Alter der Hunde festmachen. Da sind junge wie ältere betroffen.