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zuletzt 25. Apr.

Ob man die Folgen mit der drastischen Erhöhung der GOT für Tierärzte im Blick hatte?

Wie die meisten Tierhalter schon mitbekommen haben, sind die Behandlungskosten bei dem TA um ca. um 100 bis 200% gestiegen. Das hat natürlich auch Folgen für alle Tierkrankenversicherungen und Tierhalter, die nicht wirklich auf diese Erhöhung vorbereitet waren. So werden jetzt die Tarife angepasst. Das bedeutet aber für uns Tierhalter, das Hunde, Katzen ect. nun zu einem Luxus Familienmitglied avancieren! Die Tierheime sind auch deshalb so voll. Viele können bei der drastischen Erhöhung einfach die Kosten nicht mehr bezahlen. Ob die Erhöhung der Gebühren für TA in dem Ausmaß für die Tiere so sinnvoll war? Ich vermute, man wollte einfach der Hundehalterschwemme entgegen wirken. Nur wohlhabende sollen sich noch einen Hund/ Katze leisten können. Problem, ich glaube dass dadurch die Tierschutz-Hund-Katzen auf der Strecke bleiben bleiben. Oder die Tiere leiden mehr, da man sich einen TA- Besuch nicht mehr leisten kann, bzw. die Tier-Versicherungen ihre AGB'S so anpassen, dass kaum noch Schadensfälle übernommen werden. Ich glaube dass die negativen Folgen die Entscheidungsträger der Gebührenerhöhung, nicht im Blick hatten. 🙈
 
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Melanie
22. Apr. 12:37
Ich verstehe hier ehrlich gesagt die ganze Diskussion nicht:
Wenn ich mir ein Haustier anschaffe, muss ich mir vorher bereits Gedanken zu den entsprechenden Kosten machen. Ja, es gibt immer ungeplante und unvorhersehbare Situationen aber das ist nun mal das Leben. Auch damit muss man rechnen.

Ich persönlich, hatte über 10 Jahre keinen Hund. Ich hatte damals einfach neben zu wenig Platz und Zeit auch definitiv nicht genug Geld dafür. Das war sehr hart für mich, aber ich wusste das es nicht anders geht. Stattdessen habe ich in dieser Zeit viel auf die Hunde anderer Leute aufgepasst.

Vor gut 3 Jahren hat sich die Situation geändert. Wir haben Tessa bei uns und demnächst kommt noch ein Welpe hinzu. Auch dafür haben wir uns hingesetzt und genau bedacht: Können wir uns das wirklich leisten?

Auch wenn unsere Hunde jetzt noch jung sind, weiß ich jetzt schon das die Tierarztkosten in 10 Jahren wohl deutlich höher sind. Hierfür gibt's bei uns ein Sparkonto und eine Versicherung für beide Hunde.

Ich weiß, das viele Tierärzte auch durchaus immer wieder hingehen und den Haltern bei den Kosten entgegen kommen. Sie machen das aus purer Tierliebe. Es gibt durchaus absolute Härtefälle bei denen das der richtige Weg ist. Diese sollten aber auch im Sinne der Tierärzte eine sehr große Ausnahme bleiben. Das Leben ist in so gut wie jedem Bereich mit Kosten verbunden auch für Tierärzte.
 
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Dogorama-Mitglied
22. Apr. 12:38
Viele Hundehalter sind halt sehr emotional. Ich bin ein Kopfmensch und würde auch keine Sekunde zögern und Suki abgeben wenn ich sie mir finanziell nicht mehr leisten könnte. Das bin ich meinem Tier doch auch schuldig, Liebe oder Bindung hin oder her.
Deswegen ist es gut, Plan B & weitere Pläne in der Tasche zu haben. Damit man von der emotionalen Seite her vllt sogar schon den oder die richtige NachfolgerIn im Kopf und bestenfalls darüber auch informiert hat ;0)
 
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Dogorama-Mitglied
22. Apr. 12:40
Absolut! Ich würd da aber vielleicht auch Privileg mit grosser Verantwortung ersetzen. Und wenn man die nicht auch finanziell tragen kann, geht's halt nicht. Ich wollte schon seit vielen Jahren einen Hund, war halt aus diversen Gründen keine gute Idee und deswegen kam er erst jetzt.
Verantwortung ist ein super Ersatz für
„Privileg“
 
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Katrin
22. Apr. 12:40
Deswegen ist es gut, Plan B & weitere Pläne in der Tasche zu haben. Damit man von der emotionalen Seite her vllt sogar schon den oder die richtige NachfolgerIn im Kopf und bestenfalls darüber auch informiert hat ;0)
Japp. Hier ist alles geregelt. Auch der Nachfolger sollte ich nicht mehr in der Lage sein den Hund zu versorgen.
 
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Sina
22. Apr. 12:41
Das Problem liegt auch darin, daß jetzt alle gleich viel kassieren müssen, aber die Löhne total unterschiedlich sind. In einigen Regionen/Ballungszenzren im Süden, verdienen die Leute das 3-4 Fache von dem, was im Norden für den selben Beruf gezahlt wird.
Die Tierarztkosten sind dafür in diesen Orten nochmal um einiges teurer. Ich bin immer erstaunt, wie "wenig" andererorts selbst nach GOT Erhöhung gezahlt werden muss.

Hier war die Rede von einer Kastration erhöht von ca 300 auf 500 Euro. Ich habe dafür letztes Jahr über 1000 Euro gezahlt. In einer Praxis, keine Tierklinik.
Fürs MRT habe ich insgesamt knapp 2500 Euro hingeblättert.

Wann ich das letzte mal 2 Stellig aus der Tierarztpraxis kam, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Auch wenn eigentlich fast nichts gemacht wurde. Und das ist hier überall so.
 
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Dogorama-Mitglied
22. Apr. 12:42
Japp. Hier ist alles geregelt. Auch der Nachfolger sollte ich nicht mehr in der Lage sein den Hund zu versorgen.
Du bist wirklich eine recht große und vorausschauende Ausnahme.
 
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Dogorama-Mitglied
22. Apr. 12:42
Doch schon. Was bringt es denn den Hund in ein Zuhause vermitteln wo sich nicht drum gekümmert werden kann? Ein Hund kostet. Essen, Krankheiten, Trainer etc. Und wenn das nicht geleistet werden kann, dann kann dort kein Hund leben. Und gerade bei der Neuanschaffung eines Haustieres muss das vorher! bedacht werden. Es gibt ganz viele tolle Hunde, die ein Zuhause verdient haben. Sie werden aber trotzdem nie eins bekommen. Weil sie aus dem falschen Land kommen, die Eltern die falsche Rasse waren oder sie einfach Pech hatten. Das ist so. Und das kann man auch nicht ändern indem man Tiere aufnimmt die man sich nicht leisten kann.
Ich sehe das ein wenig anders.

Und nur zur Klarstellung, ich will den Tierärzten nicht ihr Geld wegnehmen. Ich habe schon geschrieben, dass ich die Erhöhung gerechtfertigt finde.

Ich denke allerdings, dass wir als Gesellschaft eine Lösung für Tierschutzhunde finden müssen. Wir zahlen alle Hundesteuer, was passiert mit der?

Wieso kann die nicht dafür verwendet werden, Tierarztkosten für Tierschutzhunde zu subventionieren?

Und ein Hund profitiert enorm von einer Adoption, auch in eine Geringverdienerfamilie. Ein Zuhause, eine Bezugsperson, Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit.
Natürlich sollten grundlegende Grundbedürfnisse finanziell gedeckt werden können.
Aber ich persönlich würde Leuten, die Hunde aus dem Tierheim holen alle Entlastungen bieten, die wir als Gesellschaft stemmen können.
Denn im Tierheim muss der Hund ja ebenfalls medizinisch versorgt werden. Die Kosten entstehen ja sowieso.
Die Frage ist, bleibt er im Tierheim und das Tierheim zahlt oder wird er vermittelt und die Kommune übernimmt einen Teil der Kosten. Das tut sie im Tierheim ja auch (zuzüglich zu privaten Spenden usw.).
Oder sehe ich das falsch?
 
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Sandra
22. Apr. 12:43
Es gibt viele unterbezahlte und wenig geschätzte Berufe und mit Sicherheit auch gut bezahlte Tierärzte, sowie auch Tierärzte, die mehr Wert auf ihr Einkommen legen als auf die Qualität der Behandlungen. Aber das Gehalt der Tierärzte war für die Leistungen und den Aufwand definitiv nicht ausreichend und ist nun endlich angemessen angepasst. Die hohe Gefahr vor Depressionen und Suizid unter Tierärzten und Studenten und die Verletzungsgefahr, seien es nun Katzen- und Hundebisse bis hin zu Pferdetritten, hängt sicherlich nicht nur von den Gehältern ab. Aber es ist ein wichtiger Faktor in diesem Prozess. Aktuell mangelt es an Tierärzten, die Notdienste sterben aus und auch Privatpraxen und Kliniken verschwinden. Dies alles in dem obigen Kontext würde also nicht besser werden, wenn keine Erhöhung der GOT stattgefunden hätte. Wer also eine schnelle und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung seines Tieres haben möchte, der muss auch die Tierarztkosten finanzieren. Und den Tierärzten zuliebe gerne ohne vorherige Beschwerden, denn diese haben genug Stress und die meisten leisten wirklich tolle Arbeit.
Da bin ich komplett bei dir.
Aber zusätzlich bin ich der Meinung, dass es den Tierärzten freigestellt sein sollte. Es gibt Praxen mit vielen Geräten, Service etc. die können gerne mehr verlangen.
Aber es sollte auch Praxen geben, die einfacher sind und entsprechend weniger Geld nehmen.
Denn als Ergebnis der hohen
Gebühren befürchte ich weniger Tierschutzhunde die gerettet werden.
Auch eure Argumentation, dass für ein Tier Rücklagen etc gebildet werden müssen ist richtig. Aber man kann nicht alle Eventualitäten über 15 Jahre einkalkulieren. Wenn Tiere dann ins Tierheim kommen, entstehen uns doch umso mehr Kosten.
 
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Silke
22. Apr. 12:43
Es gibt viele unterbezahlte und wenig geschätzte Berufe und mit Sicherheit auch gut bezahlte Tierärzte, sowie auch Tierärzte, die mehr Wert auf ihr Einkommen legen als auf die Qualität der Behandlungen. Aber das Gehalt der Tierärzte war für die Leistungen und den Aufwand definitiv nicht ausreichend und ist nun endlich angemessen angepasst. Die hohe Gefahr vor Depressionen und Suizid unter Tierärzten und Studenten und die Verletzungsgefahr, seien es nun Katzen- und Hundebisse bis hin zu Pferdetritten, hängt sicherlich nicht nur von den Gehältern ab. Aber es ist ein wichtiger Faktor in diesem Prozess. Aktuell mangelt es an Tierärzten, die Notdienste sterben aus und auch Privatpraxen und Kliniken verschwinden. Dies alles in dem obigen Kontext würde also nicht besser werden, wenn keine Erhöhung der GOT stattgefunden hätte. Wer also eine schnelle und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung seines Tieres haben möchte, der muss auch die Tierarztkosten finanzieren. Und den Tierärzten zuliebe gerne ohne vorherige Beschwerden, denn diese haben genug Stress und die meisten leisten wirklich tolle Arbeit.
Mit Sicherheit gibt es gut verdienende Tierärzte. Ich glaube aber das es nur ein sehr kleiner Teil sein kann. Sonst würden ja nicht die ganzen kleinen Tierkliniken und Notdienste verschwinden. Ich habe wie du schon sagst die Hoffnung das durch die Anpassung der Got einiges erhalten bleibt. Und das viele Menschen ihren Verstand einschalten und die Notdienste auch nur für wirkliche Notfälle in Anspruch nehmen.
 
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Dogorama-Mitglied
22. Apr. 12:45
Ich sehe das ein wenig anders. Und nur zur Klarstellung, ich will den Tierärzten nicht ihr Geld wegnehmen. Ich habe schon geschrieben, dass ich die Erhöhung gerechtfertigt finde. Ich denke allerdings, dass wir als Gesellschaft eine Lösung für Tierschutzhunde finden müssen. Wir zahlen alle Hundesteuer, was passiert mit der? Wieso kann die nicht dafür verwendet werden, Tierarztkosten für Tierschutzhunde zu subventionieren? Und ein Hund profitiert enorm von einer Adoption, auch in eine Geringverdienerfamilie. Ein Zuhause, eine Bezugsperson, Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit. Natürlich sollten grundlegende Grundbedürfnisse finanziell gedeckt werden können. Aber ich persönlich würde Leuten, die Hunde aus dem Tierheim holen alle Entlastungen bieten, die wir als Gesellschaft stemmen können. Denn im Tierheim muss der Hund ja ebenfalls medizinisch versorgt werden. Die Kosten entstehen ja sowieso. Die Frage ist, bleibt er im Tierheim und das Tierheim zahlt oder wird er vermittelt und die Kommune übernimmt einen Teil der Kosten. Das tut sie im Tierheim ja auch (zuzüglich zu privaten Spenden usw.). Oder sehe ich das falsch?
Das ist ein Missverständnis: ein großer Grundsatz der Steuerpolitik ist, dass Steuern - im Gegensatz zu Beiträgen oder Gebühren - *nicht* zweckgebunden sein dürfen.