Hallo Julie,
ich finde auch der Kommentar deiner Tante klingt eher nach "da kannste nur noch einschläfern" als wirklich konstruktive Hilfestellung. Also abhaken.
Zu deiner Mitbewohnerin: ich würde ganz klar (als Management) die Regel aufstellen, wenn du nicht da bist, geht sie nicht in dein Zimmer und fässt den Hund an.
Ich würde aber auch versuchen ein möglichst genaues Bild von ihr zu bekommen, wie der Beißvorfall zustande kam. Hier wird es natürlich schwierig weil Menschen solche Situationen häufig nicht so erzählen, dass sie selber auch nur ansatzweise Schuld tragen. Aber für dich und den Trainer ist es wichtig zu wissen, war dein Hund aufgeregt oder sogar "drüber"? Hat er gewarnt? Hat er versucht die Situation zu deeskalieren, zu verlassen? Hat er sich bedrängt oder gar bedroht gefühlt? Hat er sich erschreckt?
Zum Hundetrainer: ich habe hier gute Erfahrung gemacht mit Trainern die nicht explizit auf "ausschließlich positive Verstärkung" setzen, sondern auf Verantwortung abnehmen, Grenzen fair setzen, alte Muster durchbrechen und vor allem Körpersprache entschlüsseln.
Konkretes Beispiel von vor 10 Jahren: die Besitzerin hat gemeint ihr Hund würde bei Berührung an den Pfoten, ohne Vorwarnung beißen. Der Trainer hat daraufhin einen Handschuh auf einen Besenstiel gezogen und es ausgetestet. Und hat gezeigt, der Hund hat erst versucht weg zu gehen, dann gefletscht und geknurrt und dann erst gebissen. Das sind also ganz andere Trainingsvorraussetzungen 😊🐕🍀ihr schafft das!