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Michelle
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Anzahl der Antworten 18
zuletzt 23. März

Bisher untrainierten Hund erziehen - Tipps und Ideen?

Hallo zusammen 😊 ich wollte mich hier mal austauschen, weil ich aktuell etwas Unterstützung und Tipps gebrauchen könnte. Es geht um den Hund meiner Tante, um den ich mich jetzt intensiver kümmere. Er ist 2 Jahre alt, eher klein – aber leider bisher kaum erzogen worden, weil am Anfang einfach nicht genug Zeit da war. Ich möchte das jetzt gern Schritt für Schritt aufholen. Aktuell haben wir einige Baustellen: Er hört kaum auf Kommandos (Sitz etc. klappt gar nicht), springt auf Sofa und Tisch, ist teilweise noch nicht stubenrein und macht zwischendurch in die Wohnung. Insgesamt wirkt er oft ziemlich unruhig und weiß einfach nicht, was von ihm erwartet wird. Mir ist wichtig zu sagen: Ich gebe dem Hund keine Schuld – er konnte es ja nie richtig lernen. Deshalb möchte ich ihm jetzt mit Geduld und Konsequenz helfen. Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder Tipps, wie ich am besten anfangen kann? Gerade beim Thema Grundgehorsam und Stubenreinheit wäre ich super dankbar für Ratschläge 🙏 Vielen Dank schon mal!
 
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Heike
Beliebteste Antwort
17. März 06:42
Lebt der Hund jetzt bei dir oder kümmerst du dich gelegentlich um ihn?
Gerade bei dem Training zur Stubenreinheit ist es wichtig konsequent und regelmäßig ihn rauszubringen, wenn er Anzeichen dafür zeigt, dass er muss. Das wird schwierig, wenn er noch bei deiner Tante wohnt und sie sich nicht entsprechend kümmert.
Das Training dazu ist wie bei einem Welpen, wenn er draußen macht, loben und belohnen, wenn es doch mal drinnen passiert, kommentarlos entfernen, die Stelle mit einem Enzymreiniger nachreinigen, damit es nicht mehr nach Löseplatz riecht.
Man muss eben sehr auf die kleinen Anzeichen achten und anfangs sehr häufig kurz zum Lösen rausgehen.
Wenn er noch bei deiner Tante lebt, wird es nicht klappen, wenn ihr nicht an einem Strang zieht und er bei ihr weiterhin alles darf und nicht erzogen wird, da müsst ihr versuchen, sie einzubinden (wenn möglich), sonst ist für ihn keine konsequente Erziehung machbar.
 
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Ulrike
17. März 06:20
Ich kann hier keinen Lehrgang veranstalten aber einen kleinen Tipp habe ich für dich: trainiere ihn mit Belohnung, am besten mit Leckerlis, wenn er die gerne annimmt. Wiederholungen und Belohnung. Und viel Geduld.
Viel Glück (… das Glück gehört dem Tüchtigen😉)
 
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Michelle
17. März 06:31
Ich kann hier keinen Lehrgang veranstalten aber einen kleinen Tipp habe ich für dich: trainiere ihn mit Belohnung, am besten mit Leckerlis, wenn er die gerne annimmt. Wiederholungen und Belohnung. Und viel Geduld. Viel Glück (… das Glück gehört dem Tüchtigen😉)
Vielen Dank für deine Antwort und den Tipp! 😊
Ja, ich denke auch, dass wir nochmal ganz von vorne mit den Grundlagen anfangen sollten, also Sitz, Platz und solche Dinge in Ruhe festigen.

Draußen merke ich nämlich oft, dass er sich total auf andere Hunde freut und dann mit seinen Emotionen schnell überfordert ist. Da fällt es ihm dann schwer, sich noch auf mich zu konzentrieren.

Ich werde das mit der Belohnung auf jeden Fall ausprobieren und mehr Wiederholungen einbauen – und Geduld 😅
Danke dir!
 
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Heike
17. März 06:42
Lebt der Hund jetzt bei dir oder kümmerst du dich gelegentlich um ihn?
Gerade bei dem Training zur Stubenreinheit ist es wichtig konsequent und regelmäßig ihn rauszubringen, wenn er Anzeichen dafür zeigt, dass er muss. Das wird schwierig, wenn er noch bei deiner Tante wohnt und sie sich nicht entsprechend kümmert.
Das Training dazu ist wie bei einem Welpen, wenn er draußen macht, loben und belohnen, wenn es doch mal drinnen passiert, kommentarlos entfernen, die Stelle mit einem Enzymreiniger nachreinigen, damit es nicht mehr nach Löseplatz riecht.
Man muss eben sehr auf die kleinen Anzeichen achten und anfangs sehr häufig kurz zum Lösen rausgehen.
Wenn er noch bei deiner Tante lebt, wird es nicht klappen, wenn ihr nicht an einem Strang zieht und er bei ihr weiterhin alles darf und nicht erzogen wird, da müsst ihr versuchen, sie einzubinden (wenn möglich), sonst ist für ihn keine konsequente Erziehung machbar.
 
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Steffi
17. März 06:52
Hallo, schön, dass Du Dich um den Wauzi kümmerst. Mit der Stubenreinheit ist es natürlich schwierig, falls Du nicht immer vor Ort bist. Erste Voraussetzung ist, dass der Hund häufig genug die Gelegenheit hat, sich draußen zu lösen. Möglichst bei mehreren Spaziergängen pro Tag. Drinnen auch auf seine Anzeichen achten, dass er muss und dann schnell raus. Da dann loben, loben, loben. Stellen, an denen er sich drinnen bereits gelöst hat mit Enzymreiniger säubern, damit er nicht immer wieder animiert wird.
Für die grundsätzliche Erziehung schau Dir vielleicht Sendungen von Martin Rüther an, da werden ja viele unterschiedliche Situationen mit Trainingsansätzen dargestellt.
Ganz gut für denn Anfang finde ich auch das Buch Eziehung bracht Bindung von Ellen des Souza Marques, einer Trainerin aus Martin Rüthers Umfeld.
 
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Sonja
17. März 19:10
Würde es so machen wie bei einem "frisch eingezogenen Welpen". Also nicht (zu) viel erwarten und mit viel geduld kleine Schritte. Auch würde ich bei Hundeschule(n) kontakt aufkehmen, auch erklären und anfragen ob an Junghunde Grundgehorsamkeits Kurs teilnehmen kannst. Da der Hind ha eher klein ist würde das wohl auch in der grösse gut passen... Also quasi , "alles auf anfang"..😉
 
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Guido
21. März 09:12
wenn sowohl der Hund als auch du bisher keine Erfahrung mit Grundkommandos hattest, lohnt es sich mal bei Dogorame für ein Monat das Abo zu nehmen und sich die Trainingsvideos anzuschauen. Damit kannst du dann auch gleich die kleineren Fehlern beim trainieren ersparen, wie z.B. das vergessen des auflöse Kommandos.

Das wäre so die minimalste Investitionen um das maximale herauszuholen.
Du musst dann aber die Zeit investieren, damit sich das lohnt bzw immer wiederholen.
 
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Nicole
21. März 10:39
Zur Stubenreinheit: Hund lesen ist das a und o und einfach in gewisser Regelmäßigkeit die Möglichkeit zum draußen lösen geben.

Zusätzlich prüfen ob es wirklich ein müssen oder eher ein markieren im Haus ist.

Grundsätzlich ja Hunde können durchaus auch in unterschiedlichen Umgebungen und mit unterschiedlichen Personen lernen.
Schneller geht’s sicher wenn an einem Strang gezogen wird.
Aber wenn nicht, ist Hund durchaus schlau genug zu wissen bei wem welche Haus-Regeln gelten.

Einfaches Beispiel: Macht sich mein Partner ein Käsebrot ist er häufig direkt umringt, öffne ich den Kühlschrank stehen die meisten nicht mal auf.
Umgekehrt komme ich heim ist oft erstmal kurzes Chaos beim Whippettrupp, kommt er heim reagiert fast keiner.

Ansonsten belies dich und schau dir Videos an wie welches Kommando aufgebaut wird und überlege dir welches dir unbedingt wichtig ist.

Nicht jedes Kommando ist unbedingt sinnig für jeden Hund. Bei mir können die wenigsten tatsächlich ein Sitz, Bono kann’s erst jetzt im Alter nachdem er Jahrelang Grace zugeschaut hat wie es geht. Auch Platz im Sinne von Platz unter Anspannung beherrscht hier kaum einer, aber fast jeder lässt sich auf einen Platz zum entspannen schicken.

Wichtig ist beim Kommandos lernen nicht zu viele auf einmal, und dem einen dann auch erstmal Zeit geben es in unterschiedlichsten Situationen abzurufen.
Es sind vor allem die korrekt ausgeführten Wiederholungen die zum Erfolg führen.

Bei meinem Yorki wars Z.b. so, dass man ihn nachdem man ihm ein Kommando beigebracht hatte man ihn 1-2 Tage in Ruhe lassen musste, danach konnte er es ganz selbstverständlich abrufen, neben den bereits beherrschten Kommandos.
 
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Nessa
21. März 11:08
Lebt der Hund jetzt bei dir oder kümmerst du dich gelegentlich um ihn? Gerade bei dem Training zur Stubenreinheit ist es wichtig konsequent und regelmäßig ihn rauszubringen, wenn er Anzeichen dafür zeigt, dass er muss. Das wird schwierig, wenn er noch bei deiner Tante wohnt und sie sich nicht entsprechend kümmert. Das Training dazu ist wie bei einem Welpen, wenn er draußen macht, loben und belohnen, wenn es doch mal drinnen passiert, kommentarlos entfernen, die Stelle mit einem Enzymreiniger nachreinigen, damit es nicht mehr nach Löseplatz riecht. Man muss eben sehr auf die kleinen Anzeichen achten und anfangs sehr häufig kurz zum Lösen rausgehen. Wenn er noch bei deiner Tante lebt, wird es nicht klappen, wenn ihr nicht an einem Strang zieht und er bei ihr weiterhin alles darf und nicht erzogen wird, da müsst ihr versuchen, sie einzubinden (wenn möglich), sonst ist für ihn keine konsequente Erziehung machbar.
Ich kenne eine ähnliche Situation und da kann ich zumindest sagen, dass der Hund sich zwar immer kurz akklimatisieren muss bei uns, sich aber schon dann gut an unseren Regeln orientiert, obwohl er sonst keine hat.
Also du hast sicher recht, dass man nicht grundlegend die fehlende Erziehung ausbügeln kann, aber zumindest ein bisschen einwirken kann man denk ich schon, dass er die verschiedenen Situationen entsprechend einordnet und lernt, dass es nicht überall so läuft.
 
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Sebbi
21. März 12:12
Hey Michelle, echt stark, dass du dich dem Kleinen annimmst! Dass du da so geduldig bleibst, ist schon mal die halbe Miete. 👍🏼

Um dir echt passende Tipps geben zu können, wären ein paar Infos noch super hilfreich:
* Was ist er denn für einer? Also welche Rasse oder was für ein Mix steckt in ihm? Ein kleiner Terrier tickt ja ganz anders als ein Mops, weißt du?
* Ist es ein Rüde oder eine Hündin? Das macht beim Training und der Markiererei (Thema Stubenreinheit) ja auch oft einen Unterschied.
* Wie sieht’s bei dir aus – hattest du früher schon mal mit Hunden zu tun oder ist das dein erstes Mal, dass du so eine „Baustelle“ übernimmst?
* Vervollständige doch mal dein Profil mit ein paar Fotos von dem Kleinen! Dann kann man sich ein besseres Bild von ihm machen und wir sehen alle mal, wie süß er ist. 😉
Wenn man das alles weiß, kann man viel besser einschätzen, wie man das Training am besten angeht.
 
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Sascha
21. März 12:49
Zusätzlich zu den ganzen wertvollen Tips kann ich dir das Buch "Die Hundegrundschule" von Patricia B. McConnell und Aimee M. Moore empfehlen. Es ist super zum Einstieg, wie ich finde.