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Marisa
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 15
zuletzt 8. Apr.

Abbruchsignal trainieren

Huhu, ich bin auf der Suche nach Ideen und Tipps mit meinem 9 Monate altem Labrador ein verbindliches Abbruchsignal zu trainieren. Die Methoden aus unserem Junghund-Modul der Hundeschule funktionieren leider nicht und bisher gab es auch leider keine individuellen Ratschläge der Trainerin für uns (es sind wöchentlich stattfindende Gruppenangebote mit weniger Platz für individuelle Fragen). Da er bereits gelernt hat, Leckerlis vom Boden oder aus der Hand nur nach Blickkontakt und Freigabe unsererseits zu fressen, funktionieren die Übungen aus der Hundeschule leider nicht für uns. Dort sollten beispielsweise drei Leckerlis auf den Boden geworfen werden, die der Hund nehmen darf und das vierte darf er nicht nehmen. Da unser Hund aber wie gesagt nur auf Freigabe Leckerlis aufnimmt, klappt das für uns nicht. Da es unser erster Hund ist fehlen mir ein bisschen die Ideen und ich würde mich über Ratschläge oder Ideen von euch freuen 🥰 Ich hatte auch schon versucht mich durch andere Beiträge zu lesen aber bin da auch nicht richtig fündig geworden. Danke!
 
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Ker
8. Apr. 07:04
Liebe Kerstin, auch dir danke für die ausführliche Antwort! Das mit der Übung sehe ich ähnlich, ich denke es klappt eventuell bei Hunden, die noch nicht gelernt haben, dass sie ohne Freigabe nichts aufnehmen dürfen. Bei uns wie gesagt nicht. Es freut mich natürlich zu hören, dass das bei dir und den Hunden so gut geklappt hat mit dem Nein, das ist bei uns aber leider nicht der Fall. Daher möchte ich das Abbruchsignal auch neu aufbauen und auch nicht das Wort Nein benutzen. Es hat keine wirkliche Wirkung für unseren Hund 😅 Danke trotzdem.
Dann benutze doch "Schluss" oder "Tabu" als Hörzeichen/Abbruchsignal. Es liegt aber gar nicht am Wort welches Du benutzt. Wenn NEIN nicht funktioniert, liegt es daran, dass ihr es körpersprachlich nicht korrekt und aussagekräftig genug durchgesetzt habt oder evtl. nicht immer ausreichend konsequent in der Umsetzung wart. Was auch durchaus vorkommt, je mehr Personen z.B. im Haushalt leben oder in die Betreuung des Hundes involviert sind bzw. direkten Umgang mit dem Hund haben, da es jeder anders macht. Oder das timing ist schlecht. Und diese Fehler ändern sich nicht, nur weil Du dasselbe mit eunen neuen Wort verknüpfen möchtest. Wenn ich einer Person, einem Kind etwas verbiete oder nicht erlaube, muss ich dafür auch nicht irgendwelche Wörter als Signal "erfinden". Ich mache das doch dort auch durch "Eingreifen" und meine Körpersprache/Mimik/ Grenzen aufzeigen klar. Hunde kommunizieren auch nicht verbal, sondern körpersprachlich. Man sollte sich mehr daran orientieren, wie Hunde untereinander kommunizieren und Grenzen setzen. Du wirst bei Hunden kaum sehen, dass sie 5 Anläufe brauchen, um einem anderen Hund klar zu machen, wenn er eine Grenze überschreitet! Mütter (und andere Rudelmitglieder) korrigieren ihre Welpen auch nur kurz und knapp aber sehr deutlich. Und das wird i.d.R. dann nicht infrage gestellt sondern akzeptiert. Das bedeutet nicht, dass ein Welpe oder "Halbstarker" nicht ein wenig später nochmal einen Versuch unternimmt, das Austesten gehört ja zur auch Entwicklung dazu. Aber dann wird von den Älteren wieder genauso deutlich erneut korrigiert.
 
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Lisa-Eileen
8. Apr. 10:29
Dann benutze doch "Schluss" oder "Tabu" als Hörzeichen/Abbruchsignal. Es liegt aber gar nicht am Wort welches Du benutzt. Wenn NEIN nicht funktioniert, liegt es daran, dass ihr es körpersprachlich nicht korrekt und aussagekräftig genug durchgesetzt habt oder evtl. nicht immer ausreichend konsequent in der Umsetzung wart. Was auch durchaus vorkommt, je mehr Personen z.B. im Haushalt leben oder in die Betreuung des Hundes involviert sind bzw. direkten Umgang mit dem Hund haben, da es jeder anders macht. Oder das timing ist schlecht. Und diese Fehler ändern sich nicht, nur weil Du dasselbe mit eunen neuen Wort verknüpfen möchtest. Wenn ich einer Person, einem Kind etwas verbiete oder nicht erlaube, muss ich dafür auch nicht irgendwelche Wörter als Signal "erfinden". Ich mache das doch dort auch durch "Eingreifen" und meine Körpersprache/Mimik/ Grenzen aufzeigen klar. Hunde kommunizieren auch nicht verbal, sondern körpersprachlich. Man sollte sich mehr daran orientieren, wie Hunde untereinander kommunizieren und Grenzen setzen. Du wirst bei Hunden kaum sehen, dass sie 5 Anläufe brauchen, um einem anderen Hund klar zu machen, wenn er eine Grenze überschreitet! Mütter (und andere Rudelmitglieder) korrigieren ihre Welpen auch nur kurz und knapp aber sehr deutlich. Und das wird i.d.R. dann nicht infrage gestellt sondern akzeptiert. Das bedeutet nicht, dass ein Welpe oder "Halbstarker" nicht ein wenig später nochmal einen Versuch unternimmt, das Austesten gehört ja zur auch Entwicklung dazu. Aber dann wird von den Älteren wieder genauso deutlich erneut korrigiert.
Genau das.🙏🏻
 
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Frank
8. Apr. 10:49
Dann benutze doch "Schluss" oder "Tabu" als Hörzeichen/Abbruchsignal. Es liegt aber gar nicht am Wort welches Du benutzt. Wenn NEIN nicht funktioniert, liegt es daran, dass ihr es körpersprachlich nicht korrekt und aussagekräftig genug durchgesetzt habt oder evtl. nicht immer ausreichend konsequent in der Umsetzung wart. Was auch durchaus vorkommt, je mehr Personen z.B. im Haushalt leben oder in die Betreuung des Hundes involviert sind bzw. direkten Umgang mit dem Hund haben, da es jeder anders macht. Oder das timing ist schlecht. Und diese Fehler ändern sich nicht, nur weil Du dasselbe mit eunen neuen Wort verknüpfen möchtest. Wenn ich einer Person, einem Kind etwas verbiete oder nicht erlaube, muss ich dafür auch nicht irgendwelche Wörter als Signal "erfinden". Ich mache das doch dort auch durch "Eingreifen" und meine Körpersprache/Mimik/ Grenzen aufzeigen klar. Hunde kommunizieren auch nicht verbal, sondern körpersprachlich. Man sollte sich mehr daran orientieren, wie Hunde untereinander kommunizieren und Grenzen setzen. Du wirst bei Hunden kaum sehen, dass sie 5 Anläufe brauchen, um einem anderen Hund klar zu machen, wenn er eine Grenze überschreitet! Mütter (und andere Rudelmitglieder) korrigieren ihre Welpen auch nur kurz und knapp aber sehr deutlich. Und das wird i.d.R. dann nicht infrage gestellt sondern akzeptiert. Das bedeutet nicht, dass ein Welpe oder "Halbstarker" nicht ein wenig später nochmal einen Versuch unternimmt, das Austesten gehört ja zur auch Entwicklung dazu. Aber dann wird von den Älteren wieder genauso deutlich erneut korrigiert.
Das zwar richtig, ändert aber nichts, wenn die Ursache des Verhaltens (z.B. Möbel anzuknabbern(!!), an der Küchenarbeitsplatte hochspringen), sondern verlagert es nur auf später und anderen möglicherweise unerwünschten Handlungen.

Der Zahnwechsel ist - i.d.R. - im 7. Monat abgeschlossen, Ernie ist jetzt im 9.Monat und hat immer noch Kaubedürfnis, das Hochspringen deutet auf Aufregung hin.
Das nur zu unterbinden geht nach hinten los wenn er nicht darin unterstützt wird zur Ruhe zu kommen was bei so jungen Hunden natürlich eine Herausforderung ist.
Bis das klappt braucht er Alternativen zur (Selbst-)Beschäftigung und Anleitung zum Ruhe finden.
D.h. der Abruch alleine - selbst wenn er situativ funktioniert - löst hier überhaupt kein Problem und ist vermutlich auch nicht das Kernproblem.
 
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Ker
8. Apr. 13:31
Das zwar richtig, ändert aber nichts, wenn die Ursache des Verhaltens (z.B. Möbel anzuknabbern(!!), an der Küchenarbeitsplatte hochspringen), sondern verlagert es nur auf später und anderen möglicherweise unerwünschten Handlungen. Der Zahnwechsel ist - i.d.R. - im 7. Monat abgeschlossen, Ernie ist jetzt im 9.Monat und hat immer noch Kaubedürfnis, das Hochspringen deutet auf Aufregung hin. Das nur zu unterbinden geht nach hinten los wenn er nicht darin unterstützt wird zur Ruhe zu kommen was bei so jungen Hunden natürlich eine Herausforderung ist. Bis das klappt braucht er Alternativen zur (Selbst-)Beschäftigung und Anleitung zum Ruhe finden. D.h. der Abruch alleine - selbst wenn er situativ funktioniert - löst hier überhaupt kein Problem und ist vermutlich auch nicht das Kernproblem.
Was die Ursache für das Verhalten ist und was ansonsten geübt und verändert werden muss, war auch gar nicht Inhalt meiner Antwort! Und dass die Zahnung ursächlich dafür ist, habe ich auch nicht gesagt. Ich habe lediglich Bezug darauf genommen, was es mit einem Signalwort auf sich hat bzw. wo die Fehler liegen könnten, dass das NEIN nicht funktioniert, und dass ein neues Signalwort nicht die Lösung ist bzw. ein neues Wort alleine nicht das Wichtigste ist. Es ist für mich selbstverständlich, dass immer die Ursache eines Problemes behoben werden muss und nicht das Symptom. Nur so funktioniert das langfristige Beheben von Problemen. Problembehebung bedarf grundsätzlich, wenn man es richtig machen will, einer Anamnese, um herauszufinden welche Bausteine im Umgang/im Zusammenleben des Hundes verändert werden müssen. So weit wollte ich hier aber nicht ausholen, da das nicht Thema/Frage im Beitrag war. Wenn der Hund sich selbstständig Beschäftigung sucht, Frust oder Energie an Gegenständen oder Personen "abarbeitet" sollte man sich natürlich fragen, ob der Hund anderweitig ausreichend ausgelastet ist oder auch ggf. überlastet ist und deshalb aus Stress dieses Verhalten zeigt. Darüber könnte ich jetzt hier so weit ausholen, dass es ein Buch werden würde. Aber Ferndiagnosen sind grundsätzlich nicht möglich und auch unseriös. Da sollten sich Hundebesitzer immer an ihren hoffentlich seriösen, erfahrenen Hundetrainer wenden, um in einem Hausbesuch/Beratungsgespräch und mithilfe einer Anamnese die Auslöser für dieses Verhalten und den individuellen richtigen Trainingsweg für sich und ihren Hund zu finden.
 
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Ker
8. Apr. 13:44
Danke auch dir für die vielen und ausführlichen Ideen und Tipps! Ich habe mich bisher nicht an neue Situationen „getraut“, weil ich davon ausgegangen bin, dass es zuerst einfach funktionieren muss. Also dass Ernie erst wissen muss, was mit dem Signal erwartet wird, damit er es überhaupt auf andere Situationen übertragen kann..
Denk nicht zu kompliziert! Du weißt doch instinktiv und durch gesunden Menschenverstand was Dein Hund dürfen soll und was er lassen soll 😉. Das gilt überall, in jeder Situation, zu jeder Uhrzeit. Und nicht nur dort, wo er es vielleicht schon gelernt hat. Wenn Du etwas nicht willst, egal wo Du mit ihm bist, dann mache ihm das dort und in dem Moment deutlich. Und zwar schon in dem Moment wo Du merkst, dass er im Ansatz "darüber nachdenkt", musst Du eingreifen. Das Timing muss stimmen. Warte nicht bis er auf Level 10 ist, sondern "grätsche dazwischen" in dem Moment wo er überlegt mit der unerwünschten Aktion anzusetzen, egal was es ist.