Hallo Ursula,
dein Bauchgefühl täuscht dich absolut nicht! Bei 10 kg Körpergewicht sind 250 g für eine Schleppleine tatsächlich spürbar zu schwer. Umgerechnet schleppt die kleine Mathilda da prozentual ganz schön was hinter sich her – dazu kommt ja noch der permanente Zugwiderstand über den Boden und oft ein viel zu massiver Karabiner. Mathilda würde sich mit einer schmaleren Leine (ca. 9 mm) und um die 120–150 g deutlich leichter und freier bewegen!
Grundsätzlich bin ich allerdings der Meinung, dass eine Schleppleine keine Dauerlösung und kein Freilaufersatz sein sollte. Für mich ist sie rein als Trainings- oder Arbeitsgerät gedacht – also als Sicherheitsnetz, wenn ich gezielt Distanztraining mache oder den Rückruf aufbaue, mit dem klaren Ziel, sie irgendwann wieder ganz wegzulassen.
Als normale Leine nutze ich sie aus mehreren Gründen nicht. Zum einen ist eine Schleppleine bei örtlicher Leinenpflicht an vielen Orten gesetzlich gar nicht zugelassen. Zum anderen sind das Verletzungsrisiko beim plötzlichen Reinknallen und die möglichen Spätfolgen für den Bewegungsapparat für mich ein klares Ausschlusskriterium fürs alltägliche Gassigehen.
Dazu kommt, dass man bei der Benutzung extrem viel falsch machen kann. Wenn ich beim Distanztraining nicht zu 100 % bei der Sache war und mich voll konzentriert habe, lief das Training schnell in eine völlig falsche Richtung. Deshalb habe ich immer nur maximal drei bis fünf Minuten trainiert, gefolgt von einer Ruhe- oder Spielpause.
Für normale Leinengänge nutze ich deshalb viel lieber meine 3-Meter-Führleine. Das ist sowohl für mich als auch für meinen Hund deutlich angenehmer. Bei Freilauf und Schleppleine ist volle Aufmerksamkeit Pflicht, da muss ich mich viel zu sehr auf die Umwelt und den Hund konzentrieren. Die 3-Meter-Leine gibt mir dagegen die Entspannung, auch mal nebenbei am Handy zu daddeln oder mich in Ruhe zu unterhalten, wenn wir in Begleitung unterwegs sind.