Ich würde dem Herrn vermutlich erst mal Doppelmoral vorwerfen. Auf der anderen Seite können sich Menschen auch ändern, und das sollte man dann auch anerkennen.
Ich halte sein Projekt durchaus für unterstützenswert. Obwohl die Hunde in dieser Umgebung eher funktionieren als leben, da der Stressfaktor für sie einfach noch zu hoch sein kann. Aber in Anbetracht dessen, dass viele Hunde erst drei Monate nach der Ankunft bei ihrer neuen Familie ihr wahres Ich zeigen, ist das schon mal ein guter Ansatz.
Viele unterschätzen leider Hunde aus dem Tierschutz oder gar dem Auslandstierschutz. Sie denken, sie tun etwas Gutes, verzweifeln dann aber oft an der Aufgabe. Gerade Menschen, die nie zuvor einen Hund hatten.
Jenen, die es durchziehen, muss man folglich deutlich Respekt zollen. Auch wenn es natürlich viele Hunde gibt, die von Anfang an einfach Zucker sind.
Stimmt, wir haben so ein Exemplar aus Bulgarien, einfach nur Zucker.
Meinen 2. Schäfi hatte ich aus dem Tierheim, auch ein wunderbarer Hund.
Das Problem mit Auslandshunden sehe ich darin, dass die Einschätzung des Hundes nicht wirklich stimmt. Es gibt dann eine Beschreibung, z.B.:dass der Hund schüchtern ist, aber in Wirklichkeit ist er panisch und hat Angst vor Allem.
Das ist jetzt keine Kritik an den Menschen, die den Hunden helfen möchten.
Der Hund wird irgendwo im Nirgendwo eingefangen/ gerettet vor einem Leben auf der Straße, obwohl er vielleicht ein Zuhause hat, und muss dann in einen Shelter o. Tierheim. Er wurde seiner Freiheit beraubt und versteht die Welt nicht mehr. Er freut sich dann über Menschen, weil das bedeutet für ihn Futter oder Streicheleinheiten. Der Hund ist dann einfach nett und zutraulich und wird auch so beschrieben.
So, und jetzt muss er eine ewig lange, bestimmt nicht angenehme Fahrt, hinter sich bringen um bei Menschen untergebracht zu werden, die es"gut"mit ihm meinen!!!
Er gewöhnt sich irgendwann ein , aber nach einigen Monaten, wenn er dann angekommen ist, zeigt das Tier Eigenschaften, die hier nicht gewollt sind.
Aber in seiner Heimat wurde er gehalten, um den Besitz seiner Menschen zu verteidigen, und auch anzugreifen, wenn es nötig war, weil das erwünscht war.
Dann ist er "schwierig", man kann damit nicht umgehen und schwupps, landet er im Tierheim als nicht vermittelbar. Das hat er nicht verdient!!
Ich denke einfach, dass Menschen, die einen Hund aus dem Ausland möchten, sich besser informieren sollten und und nicht nur die" Rettung"des Hundes im Vordergrund steht.
Vielleicht möchte dieser Hund nicht gerettet werden, weil sein Leben gut ist.
In Osteuropa werden Hunde nicht zum Kuscheln gehalten, sondern um eine Aufgabe zu erfüllen. Und das wird er in seinem neuen Zuhause auch machen.