Home / Forum / Erziehung & Training / Mein Hund verteidigt Beute

Verfasser-Bild
B
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 38
zuletzt 17. Okt.

Mein Hund verteidigt Beute

Liebe alle, mein KlM muss lernen, Beute herauszugeben, wenn ich es verlange. Er bellt, knurrt und beisst aber, sobald ich mich mit der Hand nähere. Selbst wenn ich sein Lieblingsleckerli eintauschen will. Spielzeug tauschen ist natürlich kein Problem. Aber bei Hirschhaut oder kennt er nichts mehr. Was soll ich tun?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jörg
16. Okt. 14:46
Warum hat das wenig mit Beute zu tun wenn der Hund die Hirschhaut sichert? Für mich sehr wohl. Er kann es ja zur Entspannung kriegen, muss es meiner Meinung aber auch abgeben wenn ich es will, ist auch nicht anders wenn sie draußen n Knochen findet.
Ich würde nie auf die Idee kommen meinem Hund den Futternapf den ich ihm hinstellen weg zu nehmen. Das heißt aber nicht das er nicht warten muss bis ich die Schüssel frei gebe. Beute im klassischen Sinne ist etwas was der Hund durch Jagen und Hetzen selbst erarbeitet zb Futterdumy da würde ich dann zb auf die Herausgabe bestehen. Oder nimmst du deinem Hund die Wasser Schüssel weg die du ihm gerade gegeben hast zum trinken das macht kein Sinn oder.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Aga
16. Okt. 14:53
Ich würde nie auf die Idee kommen meinem Hund den Futternapf den ich ihm hinstellen weg zu nehmen. Das heißt aber nicht das er nicht warten muss bis ich die Schüssel frei gebe. Beute im klassischen Sinne ist etwas was der Hund durch Jagen und Hetzen selbst erarbeitet zb Futterdumy da würde ich dann zb auf die Herausgabe bestehen. Oder nimmst du deinem Hund die Wasser Schüssel weg die du ihm gerade gegeben hast zum trinken das macht kein Sinn oder.
Bei der Wasserschüssel nicht unbedingt, aber beim Futter habe ich es tatsächlich so gemacht und es wieder weg genommen, natürlich kriegt es der Hund am Schluss aber das sehe ich wirklich anders. Beute kann alles für den Hund sein, ob Futter, Knabberstange oder Spielzeug.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Anna
16. Okt. 15:01
Ich würde nie auf die Idee kommen meinem Hund den Futternapf den ich ihm hinstellen weg zu nehmen. Das heißt aber nicht das er nicht warten muss bis ich die Schüssel frei gebe. Beute im klassischen Sinne ist etwas was der Hund durch Jagen und Hetzen selbst erarbeitet zb Futterdumy da würde ich dann zb auf die Herausgabe bestehen. Oder nimmst du deinem Hund die Wasser Schüssel weg die du ihm gerade gegeben hast zum trinken das macht kein Sinn oder.
ich finde es auch wichtig, dass man einem Hund auch Sachen weg nehmen kann. Kann ja auch mal was sein, das nicht in den Hund gehört
 
Beitrag-Verfasser
Tina
16. Okt. 15:12
Das ist eine interessante Diskussion, vor allem da ich zwei Jagdhunde habe. Futter, Kauartikel und Spielzeug das ICH gebe habe ich noch nie weggenommen. ICH gebe es in dem Moment und das ist Freigabe.

Alles andere ist so als würde mir mein Chef eine Gehaltserhöhung geben und direkt im Anschluss mir das Geld wieder wegnehmen. Nimmt mir einer mein Schnitzel weg hätte er auch die Gabel in der Hand.

Aber: Fremdkörper am Boden. Keine Freigabe durch MICH. Ein Kommando und meine Hunde spucken es aus. Für mich sind das interessanter Weise völlig unterschiedliche Dinge.

Interessanter Weise kann ich im Notfall (hatte ich neulich) Fressen und Kauartikel wegnehmen. Das hat aber auch was mit Vertrauen und Bindung zu tun.

Spannende Gedankengänge......
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Aga
16. Okt. 15:16
Das ist eine interessante Diskussion, vor allem da ich zwei Jagdhunde habe. Futter, Kauartikel und Spielzeug das ICH gebe habe ich noch nie weggenommen. ICH gebe es in dem Moment und das ist Freigabe. Alles andere ist so als würde mir mein Chef eine Gehaltserhöhung geben und direkt im Anschluss mir das Geld wieder wegnehmen. Nimmt mir einer mein Schnitzel weg hätte er auch die Gabel in der Hand. Aber: Fremdkörper am Boden. Keine Freigabe durch MICH. Ein Kommando und meine Hunde spucken es aus. Für mich sind das interessanter Weise völlig unterschiedliche Dinge. Interessanter Weise kann ich im Notfall (hatte ich neulich) Fressen und Kauartikel wegnehmen. Das hat aber auch was mit Vertrauen und Bindung zu tun. Spannende Gedankengänge......
Aber auch mit Training. Vielleicht hattest du Glück es wegnehmen zu können, aber warum sollte man das nicht von vorne rein trainieren?
 
Beitrag-Verfasser
Tina
16. Okt. 15:23
Aber auch mit Training. Vielleicht hattest du Glück es wegnehmen zu können, aber warum sollte man das nicht von vorne rein trainieren?
Das finde ich ja gerade so spannend. Das ist kein Glück. Meine Hunde wissen genau, wann es ernst wird ohne Training. Ich frage mich aber woran das liegt....Körpersprache? Authentizität? Ich glaube da spielt noch mehr rein.

Sorry für die Ablenkung vom Thread, aber die Diskussion war gerade echt spannend. Ich lese lieber nur mit.... 😀
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Claudia
16. Okt. 15:25
Ich konnte meinem Hund letztens den Ball nicht wegnehmen, ich hätte ihn massiv einfordern und eventuell handgreiflich (Hund festhalten und Ball entnehmen) werden müssen. Hab ich aber nicht, stattdessen habe ich reflektiert.
Die Situation vorher war wie folgt:
Ich habe sie an meine Seite gerufen, ins Sitz. Ich rolle den Ball, gebe dann frei. Das habe ich mehrmals gemacht, mit immer mehr Dynamik (schneller, weiter). Milla kann nicht apportieren, ich also hin zu ihr, Kommando aus und zurück. Und beim 5/6/7 Mal hat sie nicht gehört und geknurrt. Klares Statement.
Warum?


Beim nächsten Mal (einige Tage später) habe ich sie wieder rangeholt. Ich rolle den Ball, gebe frei, nehme Ball und das 2x.
Dann werfe ich den Ball weit, gebe sofort frei, lasse sie laufen, sie holt den Ball, kommt freudig in meine Richtung, ich nehme den Ball, hole sie ran…..

Ich habe sie beim ersten Mal nicht belohnt, es hat sich für sie nicht gelohnt. Impulskontrolle ist so mäßig. Ich habe etwas von ihr verlangt, was sie noch nicht kann. Und vielleicht aus ihrer Sicht auch: warum soll ich das weiter machen?

Ja, ich kann meinem Hund immer alles wegnehmen, aber zu welchem Preis?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
B
16. Okt. 15:26
Das ist eine interessante Diskussion, vor allem da ich zwei Jagdhunde habe. Futter, Kauartikel und Spielzeug das ICH gebe habe ich noch nie weggenommen. ICH gebe es in dem Moment und das ist Freigabe. Alles andere ist so als würde mir mein Chef eine Gehaltserhöhung geben und direkt im Anschluss mir das Geld wieder wegnehmen. Nimmt mir einer mein Schnitzel weg hätte er auch die Gabel in der Hand. Aber: Fremdkörper am Boden. Keine Freigabe durch MICH. Ein Kommando und meine Hunde spucken es aus. Für mich sind das interessanter Weise völlig unterschiedliche Dinge. Interessanter Weise kann ich im Notfall (hatte ich neulich) Fressen und Kauartikel wegnehmen. Das hat aber auch was mit Vertrauen und Bindung zu tun. Spannende Gedankengänge......
Okay tatsächlich interessant, weil ich mich auch schon gefragt habe, ob es die richtige Teainingssituation ist. Er muss ja bei der Jagd die gefundene Beute abgeben und die wird man ihm nie vorher zum Kauen geben. Er soll aber auch nicht damit abhauen, was offenbar geschieht,cwrnn man es eben vorher nicht trainiert. Nur eben wie? Spielzeug und Karotten, das geht ja schon ohne Probleme.
 
Beitrag-Verfasser
Tina
16. Okt. 15:33
Okay tatsächlich interessant, weil ich mich auch schon gefragt habe, ob es die richtige Teainingssituation ist. Er muss ja bei der Jagd die gefundene Beute abgeben und die wird man ihm nie vorher zum Kauen geben. Er soll aber auch nicht damit abhauen, was offenbar geschieht,cwrnn man es eben vorher nicht trainiert. Nur eben wie? Spielzeug und Karotten, das geht ja schon ohne Probleme.
Bei Jagdgebrauchshunden ist das noch was anderes. Hier ist Geduld und Ruhe gefragt. Natürlich steht und fällt das mit einem gewissen Grundgehorsam, der sich bei guter Ausbildung nur langsam etabliert. Moderne Ausbilder arbeiten hier kleinschrittig und mit Clicker. Bei der modernen Jagdhundeausbildung das Tool.

Erst Clicker etablieren. Dann mit Möhre anfangen und steigern. Irgendwann sollte die Ente im Maul sein.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
B
16. Okt. 15:37
Ich konnte meinem Hund letztens den Ball nicht wegnehmen, ich hätte ihn massiv einfordern und eventuell handgreiflich (Hund festhalten und Ball entnehmen) werden müssen. Hab ich aber nicht, stattdessen habe ich reflektiert. Die Situation vorher war wie folgt: Ich habe sie an meine Seite gerufen, ins Sitz. Ich rolle den Ball, gebe dann frei. Das habe ich mehrmals gemacht, mit immer mehr Dynamik (schneller, weiter). Milla kann nicht apportieren, ich also hin zu ihr, Kommando aus und zurück. Und beim 5/6/7 Mal hat sie nicht gehört und geknurrt. Klares Statement. Warum? Beim nächsten Mal (einige Tage später) habe ich sie wieder rangeholt. Ich rolle den Ball, gebe frei, nehme Ball und das 2x. Dann werfe ich den Ball weit, gebe sofort frei, lasse sie laufen, sie holt den Ball, kommt freudig in meine Richtung, ich nehme den Ball, hole sie ran….. Ich habe sie beim ersten Mal nicht belohnt, es hat sich für sie nicht gelohnt. Impulskontrolle ist so mäßig. Ich habe etwas von ihr verlangt, was sie noch nicht kann. Und vielleicht aus ihrer Sicht auch: warum soll ich das weiter machen? Ja, ich kann meinem Hund immer alles wegnehmen, aber zu welchem Preis?
Meiner bringt den Ball freiwillig, weil er gecheckt hat, dass es lustiger ist, wenn ich ihn werfe...