Dazu möchte ich am Rande einwerfen, weil mich das Wort "aversiv" direkt mal wieder antriggert:
Aversiv zu arbeiten heißt nicht automatisch immer gleich das schlimmste wie ein Stromhalsband oder andere schlimme Gewalt zu nutzen.
Aversiv ist für mein Verständnis ein wichtiger Gegenspieler zur positiven Erziehung und gehört auch mit dazu, um konsequent und glaubwürdig zu handeln. Ein guter Ausgleich zwischen beiden schafft eine gute Erziehung und auch die Beziehung leidet nicht gleich, weil man mal aversiv handelt. Ich glaube mein Hund würde mich gar nicht für voll nehmen, wenn ich alles stets nur mit Keksen und Lob regel, z. B. wenn er sich total daneben verhält, mir das Sofa zerfrisst oder sonst was. Was wäre das für ein Umgang, wenn ich niemals mal mein Wort erhebe und auch mal unmissverständlich Schimpfe oder streng werde.
Und wie gesagt aversiv muss nicht direkt was ganz schlimmes sein, dazu zählt auch allein schon einfach etwas positives weg zu lassen.
Ich glaube viele denken aversiv ist ganz schlimm und es wird verteufelt. Dabei ist es nur so gebrandmarkt weil es halt noch immer Halter mit Strom und Schlägen gibt, aber das ja dann quasi ne sehr extrem ausgeprägte aversive Form und nicht das was aversiv allgemein beschreibt. Eine extreme Ausprägung von etwas ist mMn immer nicht gut.
Genauso wie das positive dermaßen gehyped wird als der einzige gute Weg, was ich auch nicht in jeder Situation für sinnvoll halte und viel zu leichtfertig als der goldene Pfad gegriffen wird. Ja bei neuen Tricks, Training ist es oft sehr sinnvoll und toll. Im Alltag ist es nicht immer in jeder Situation sinnig und kann einem die Erziehung sehr erschweren, wenn man rein nur darauf setzt.
Ich möchte weder das eine noch das andere als Ansatz preisen, denke ein gesunder Mittelweg ist es (bei uns zumindest) und nicht zu jedem Hundetyp passt eine rein nur immer positive Erziehung bzw ich halte das ehrlich gesagt für schlicht absolut unmöglich.
Außerdem denke ich das jeder, der der Meinung ist seinen Hund 100% positiv zu erziehen auch aversive Züge hat. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das solche Menschen ruhig bleiben, Unarten immer ignorieren und absolut ständig nur mit Lob und Keksen arbeiten, auch wenn einem der Hund "aufs Dach" steigt. Auch solche werden sicher ihr deutliches "Nein" anwenden und im Zweifel auch mal streng werden, Belohnungen auslassen etc.
Ich möchte mit dem Beitrag niemanden angreifen, sondern wollte nur aufklären, dass aversiv nicht immer total krass negativ behaftet sein muss, sondern genauso wie bspw positive Erziehung seine Daseinsberechtigung hat.
Das musste an der Stelle einfach mal aus mir raus. ✌️😅