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Julia
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heute 11:13

Leine oder nicht?

Wie seht ihr das? Rückruf 100 % möglich? Und ist das überhaupt nötig für den Freilauf? Wann mit, wann ohne Leine? Und bei Mehrhundehaltung? Hört euer Hund auch besser ohne Leine? Bin gespannt!
 
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Julia 🐾Nero
22. Juni 16:40
Ich werfe mal eine kontroverse Meinung rein.

Aus meiner Sicht braucht nicht jeder Hund einen tollen Rückruf, um in den Freilauf zu dürfen.

Hab schon Hunde kennen gelernt, die zu niemandem hin gehen, nicht jagen, nicht abhauen, aber auch nicht klasisch auf den Rückruf hören. Klassisch im Sinne von sofortiger Abbruch und Rückkehr zum Halter.
Die nehmen das wahr und machen halt erst mal ihr Ding fertig, dann kommen sie irgendwann mal. Oder müssen noch mal erinnert werden.

So einen Hund im Feld oder Wald laufen zu lassen erachte ich tatsächlich nicht als tragisch. Das stört und gefährdet nichts und niemanden und man kann sich lediglich aus Prinzip dagegen aussprechen. Aber wozu?
 
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Lisa-Eileen
22. Juni 16:45
Ist halt immer individuell nach Hund.
Wenn man nen gut sozialisierten erzogenen Hund hat find ich 100 Prozent halt schon machbar.
Wenn ein Hund aber zb ausm Tierschutz ist oder extrem verzogen oder krank/ Schmerzproblematik klappt das nicht 100%.

Für (ungesicherten) Freilauf ist gutes Benehmen das A und O und dazu gehört auch das ich mich drauf verlassen kann das er sich an die geltenden Regeln hält und eben absolut jederzeit auf den Rückruf hört.

Innerorts ist immer die Leine am Hund, nicht mal wegen ihm sondern weil es mit dem Autoverkehr und dem dicht besiedelten Hundeüberfüllten Gebiet hier einfach zu gefährlich ist.
Im Grünen/ Außerorts läuft er normalerweise immer frei.
Wenn er nicht so fit ist und nur geregelt Schritt laufen darf oder er Schmerzbedingt nicht den Kopf dafür hat gute Entscheidungen zu treffen/ ohne Leine draußen überfordert ist oder wenn er Physio hatte dann läuft er an der Leine.
Als er noch nicht fertig erzogen war und der Freilauf noch nicht stabil zuverlässig klappte lief er dann mit der Schleppi.
Er hatte lange Probleme mit Überraschungssituationen das er dann kurz das Hirn ausknipste weil er so hoch erregt war.
Durch die Absicherung konnte ich ihm beibringen sich zu kontrollieren und nicht von sowas aufpeitschen zu lassen.

Zu Mehrhundehaltung kann ich noch nichts sagen da mein zweiter noch nicht eingezogen ist.
Aber wenn wir mit anderen zusammen unterwegs sind hört er normal trotzdem gut obwohl er durch die anderen sehr gestresst ist dann.

Bei Rocket wars tatsächlich so das ohne Leine/ auf Distanz bei ihm von Anfang an besser klappte, jetzt geht beides.
 
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Aga
22. Juni 16:53
Ist halt immer individuell nach Hund. Wenn man nen gut sozialisierten erzogenen Hund hat find ich 100 Prozent halt schon machbar. Wenn ein Hund aber zb ausm Tierschutz ist oder extrem verzogen oder krank/ Schmerzproblematik klappt das nicht 100%. Für (ungesicherten) Freilauf ist gutes Benehmen das A und O und dazu gehört auch das ich mich drauf verlassen kann das er sich an die geltenden Regeln hält und eben absolut jederzeit auf den Rückruf hört. Innerorts ist immer die Leine am Hund, nicht mal wegen ihm sondern weil es mit dem Autoverkehr und dem dicht besiedelten Hundeüberfüllten Gebiet hier einfach zu gefährlich ist. Im Grünen/ Außerorts läuft er normalerweise immer frei. Wenn er nicht so fit ist und nur geregelt Schritt laufen darf oder er Schmerzbedingt nicht den Kopf dafür hat gute Entscheidungen zu treffen/ ohne Leine draußen überfordert ist oder wenn er Physio hatte dann läuft er an der Leine. Als er noch nicht fertig erzogen war und der Freilauf noch nicht stabil zuverlässig klappte lief er dann mit der Schleppi. Er hatte lange Probleme mit Überraschungssituationen das er dann kurz das Hirn ausknipste weil er so hoch erregt war. Durch die Absicherung konnte ich ihm beibringen sich zu kontrollieren und nicht von sowas aufpeitschen zu lassen. Zu Mehrhundehaltung kann ich noch nichts sagen da mein zweiter noch nicht eingezogen ist. Aber wenn wir mit anderen zusammen unterwegs sind hört er normal trotzdem gut obwohl er durch die anderen sehr gestresst ist dann. Bei Rocket wars tatsächlich so das ohne Leine/ auf Distanz bei ihm von Anfang an besser klappte, jetzt geht beides.
Mein Hund ist gut sozialisiert wie erzogen. Trotzdem ist der Jagdtrieb ein sehr starker Trieb, der trotz guter Erziehung und Training nicht immer leicht zu Händeln ist bei so einen triebhaften Hund. Das können Menschen mit Hütehunden oft nicht nachvollziehen wie ich festgestellt habe, da diese ja in der Hinsicht komplett anders sind.
 
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Carola
22. Juni 16:56
Mein Hund ist gut sozialisiert wie erzogen. Trotzdem ist der Jagdtrieb ein sehr starker Trieb, der trotz guter Erziehung und Training nicht immer leicht zu Händeln ist bei so einen triebhaften Hund. Das können Menschen mit Hütehunden oft nicht nachvollziehen wie ich festgestellt habe, da diese ja in der Hinsicht komplett anders sind.
Ich hatte früher ein Border Collie und der jagte wie verrückt. In seiner Jugend hatte er das Streunern und das Jagen gelernt und es nie wieder vergessen. Ihr Favorit waren Enten und Kaninchen denn die hatte sie bereits erfolgreich gejagt.
Da war das mit dem Freilauf auch nicht so einfach obwohl sie sonst top hörte aber nicht bei wild
 
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Lisa-Eileen
22. Juni 16:58
Ich werfe mal eine kontroverse Meinung rein. Aus meiner Sicht braucht nicht jeder Hund einen tollen Rückruf, um in den Freilauf zu dürfen. Hab schon Hunde kennen gelernt, die zu niemandem hin gehen, nicht jagen, nicht abhauen, aber auch nicht klasisch auf den Rückruf hören. Klassisch im Sinne von sofortiger Abbruch und Rückkehr zum Halter. Die nehmen das wahr und machen halt erst mal ihr Ding fertig, dann kommen sie irgendwann mal. Oder müssen noch mal erinnert werden. So einen Hund im Feld oder Wald laufen zu lassen erachte ich tatsächlich nicht als tragisch. Das stört und gefährdet nichts und niemanden und man kann sich lediglich aus Prinzip dagegen aussprechen. Aber wozu?
Wenn ein Hund gut erzogen ist brauch man normal auch keinen Rückruf weil er von selbst andere in Ruhe lässt und richtige Enscheidungen trifft, aber das ist ja dann schon das Problem wo es hakt.
Ich nutze selten wirklich nen Rückruf, meist kommt er von selbst ins Fuß oder wenigstens Nahbereich wenn Fremde uns passieren oder wir an unübersichtliche Weggabelungen und Kurven kommen.
Manchmal denkt er von selbst nicht dran, dann langt ne kurze Ansprache und er weiß bescheid und kommt direkt.
 
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Cari mit
22. Juni 17:00
Noch etwas zur Mehrhundehaltung;
an dem Satz ‚die schauen sich meist das Schlechte ab‘ ist natürlich was dran 😅
Würde ich Peach ableinen würde sie sich nicht, wie die Traumvorstellung, an Caily orientieren und bei (in ihren Augen 🙄) gruseligen Sachen dem Rückruf und dem anderen Hund folgen, sondern im Gegenteil, Caily vergisst dann schon mal ihre gute Erziehung und läuft kläffend mit. 🤦🏻‍♀️😮‍💨
 
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Lisa-Eileen
22. Juni 17:05
Mein Hund ist gut sozialisiert wie erzogen. Trotzdem ist der Jagdtrieb ein sehr starker Trieb, der trotz guter Erziehung und Training nicht immer leicht zu Händeln ist bei so einen triebhaften Hund. Das können Menschen mit Hütehunden oft nicht nachvollziehen wie ich festgestellt habe, da diese ja in der Hinsicht komplett anders sind.
Auch n Jagdhund kann erzogen werden.
Je nach Rasse ist der Hütetrieb nichts anderes.
Beim Border zb wurde der Jagdtrieb zum Hüten umgezüchtet, bei anderen Rassen zb der Spieltrieb.
Es ist nichts anderes.
Rocket ist stark triebig, trotzdem rennt er nix hinterher oder hütet ungefragt rum auch wenn ers in schwierigen Situationen versuchen will, aber da bin ich als Halter dann gefragt rechtzeitig anzusprechen und ggf zu korrigieren.
Bei Jagdhunden hör ich iwie immer nur Ausreden.
Auch die können sich sehr wohl im Griff haben wenn der Besitzer es ordentlich durchsetzt.
Sonst könnten sie ihre Arbeit ja nicht machen wenn sie alle so schlimm und unkontrollierbar sind.
Wenn man damit nicht umgehen kann oder noch nicht weit genug im Training ist kann der Hund nix für.
 
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Julia 🐾Nero
22. Juni 17:06
Wenn ein Hund gut erzogen ist brauch man normal auch keinen Rückruf weil er von selbst andere in Ruhe lässt und richtige Enscheidungen trifft, aber das ist ja dann schon das Problem wo es hakt. Ich nutze selten wirklich nen Rückruf, meist kommt er von selbst ins Fuß oder wenigstens Nahbereich wenn Fremde uns passieren oder wir an unübersichtliche Weggabelungen und Kurven kommen. Manchmal denkt er von selbst nicht dran, dann langt ne kurze Ansprache und er weiß bescheid und kommt direkt.
Ach ich würde das nicht ausschließen an Erziehung festmachen.

Das von mir beschriebene Verhalten beobachte ich größtenteils bei Senioren. Ich glaube da sind die Bedürfnisse des Hundes einfach so, dass es zu dem passt, was wir unter gute Erziehung verstehen.

Aber grundsätzlich ist es ja so: kommt was "gutes" raus sprechen wir dem Halter Lorbeeren zu, kommt was "schlechtes" raus geben wir ihm die Schuld. Wie viel Einfluss man letztendlich gehabt hat weiß niemand.

Bitte nicht falsch verstehen, natürlich haben Erziehung und Sozialisierung einen Einfluss. Aber manche Hundepersönlichkeiten sind einfach äußerst Menschenweltkompatibel.
Anders rum gibt es Hunde, da macht man alles "richtig" und das Ergebnis ist höchstens befriedigend 😅.
 
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Aga
22. Juni 17:13
Auch n Jagdhund kann erzogen werden. Je nach Rasse ist der Hütetrieb nichts anderes. Beim Border zb wurde der Jagdtrieb zum Hüten umgezüchtet, bei anderen Rassen zb der Spieltrieb. Es ist nichts anderes. Rocket ist stark triebig, trotzdem rennt er nix hinterher oder hütet ungefragt rum auch wenn ers in schwierigen Situationen versuchen will, aber da bin ich als Halter dann gefragt rechtzeitig anzusprechen und ggf zu korrigieren. Bei Jagdhunden hör ich iwie immer nur Ausreden. Auch die können sich sehr wohl im Griff haben wenn der Besitzer es ordentlich durchsetzt. Sonst könnten sie ihre Arbeit ja nicht machen wenn sie alle so schlimm und unkontrollierbar sind. Wenn man damit nicht umgehen kann oder noch nicht weit genug im Training ist kann der Hund nix für.
Mein Hund ist erzogen! Würde ich beschrieben habe konnte ich sie 3 Jahre perfekt von Wild abrufen. Aber Hunde gucken sich auch scheiss von anderen ab und lernen über Jagderfahrungen. Da bringt dann auch „ gute positive“ Erziehung bei einem so triebhaften Hund wie ich ihn habe nichts mehr, die Jäger die ich kenne, und ich kenne viele durch meinen Beruf, arbeiten mit so triebhaften Hunden aversiv und mit Stromhalsband! Selten trainieren Jäger mit so triebhaften Hunden wie ich positiv, habe ich noch nicht gesehen hier!wir haben schon unheimlich viel geschafft, trotzdem ist der Trieb bei manchen zu stark, trotz top Erziehung. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass du da mitreden kannst was den Trieb angeht mit deinem Hund, sorry. Ein Trieb zu hüten ist mit einem Sichtjäger nicht zu vergleichen finde ich. Meine Hündin schaut dauerhaft nach mir, dafür bräuchte ich keine Leine, das ist bei Wild aber einfach nicht das gleiche. Auch wenn sie noch nie länger wie 3 min weg war weil sie so auf mich fixiert und erzogen ist, geht das trotzdem nicht . Ich bin aus der Tiermedizin und habe mit europäischen Grauwölfen zusammen gearbeitet im engen Kontakt. Trotzdem habe ich bei diesem Hund erst gelernt was wirklich Trieb bedeutet. Die Mutter war bei der Polizei ausgesondert, weil sie zu triebhaft und damit aggressiv war. Ich glaube wir sprechen von unterschiedlichen Sachen wenn ich von wirklich triebhaften Tieren spreche.
 
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Tina
22. Juni 17:45
Dazu möchte ich am Rande einwerfen, weil mich das Wort "aversiv" direkt mal wieder antriggert:

Aversiv zu arbeiten heißt nicht automatisch immer gleich das schlimmste wie ein Stromhalsband oder andere schlimme Gewalt zu nutzen.


Aversiv ist für mein Verständnis ein wichtiger Gegenspieler zur positiven Erziehung und gehört auch mit dazu, um konsequent und glaubwürdig zu handeln. Ein guter Ausgleich zwischen beiden schafft eine gute Erziehung und auch die Beziehung leidet nicht gleich, weil man mal aversiv handelt. Ich glaube mein Hund würde mich gar nicht für voll nehmen, wenn ich alles stets nur mit Keksen und Lob regel, z. B. wenn er sich total daneben verhält, mir das Sofa zerfrisst oder sonst was. Was wäre das für ein Umgang, wenn ich niemals mal mein Wort erhebe und auch mal unmissverständlich Schimpfe oder streng werde.

Und wie gesagt aversiv muss nicht direkt was ganz schlimmes sein, dazu zählt auch allein schon einfach etwas positives weg zu lassen.

Ich glaube viele denken aversiv ist ganz schlimm und es wird verteufelt. Dabei ist es nur so gebrandmarkt weil es halt noch immer Halter mit Strom und Schlägen gibt, aber das ja dann quasi ne sehr extrem ausgeprägte aversive Form und nicht das was aversiv allgemein beschreibt. Eine extreme Ausprägung von etwas ist mMn immer nicht gut.

Genauso wie das positive dermaßen gehyped wird als der einzige gute Weg, was ich auch nicht in jeder Situation für sinnvoll halte und viel zu leichtfertig als der goldene Pfad gegriffen wird. Ja bei neuen Tricks, Training ist es oft sehr sinnvoll und toll. Im Alltag ist es nicht immer in jeder Situation sinnig und kann einem die Erziehung sehr erschweren, wenn man rein nur darauf setzt.

Ich möchte weder das eine noch das andere als Ansatz preisen, denke ein gesunder Mittelweg ist es (bei uns zumindest) und nicht zu jedem Hundetyp passt eine rein nur immer positive Erziehung bzw ich halte das ehrlich gesagt für schlicht absolut unmöglich.

Außerdem denke ich das jeder, der der Meinung ist seinen Hund 100% positiv zu erziehen auch aversive Züge hat. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das solche Menschen ruhig bleiben, Unarten immer ignorieren und absolut ständig nur mit Lob und Keksen arbeiten, auch wenn einem der Hund "aufs Dach" steigt. Auch solche werden sicher ihr deutliches "Nein" anwenden und im Zweifel auch mal streng werden, Belohnungen auslassen etc.


Ich möchte mit dem Beitrag niemanden angreifen, sondern wollte nur aufklären, dass aversiv nicht immer total krass negativ behaftet sein muss, sondern genauso wie bspw positive Erziehung seine Daseinsberechtigung hat.
Das musste an der Stelle einfach mal aus mir raus. ✌️😅