Wenn ich hier einhacke, ich scheisse meinen Hund auch mal an wenn ich dir beim Essen klauen erwische, das meine ich aber nicht, ich spreche wirklich von Stromhalsbändern oder dem Jagdhund mit einem Ast auf die Nase zu Zwiebeln, ich spreche von unschönen Methoden, damit meine ich nicht dass ich permanent Kekse verteile, meine Hündin weiß auch wann mir der Spaß vergeht, aber eben nicht mit Gewalt.
Das finde ich jetzt leicht widersprüchlich. Oder ich verstehe dich falsch?
Du sagst ja selber, dass Jagdhunde mit so starkem Trieb wie deiner im Grunde nicht anders zu kontrollieren sind, als über starke aversive Reize.
Immerhin muss so ein Hund absolut zuverlässig sein, es sind Schusswaffen im Gebrauch.
Jäger machen das nicht aus Jux und Tollerei oder aus Boshaftigkeit, sondern weil diese Hunde nur positiv nicht eingesetzt werden könnten.
Gleichzeitig kritisiert du die Praktik aufs Schärfste und willst es selber nicht so machen. Erklärst dadurch aber, wieso dein Hund eben aufgrund seiner Trieblage nicht zuverlässig bei Wild ist.
Also was ist die Lösung? Solche Hunde gar nicht erst einsetzen?
Nicht anders bei Schutzhunden. Wenn die über hunderte von Metern Verdächtige verfolgen, Adrenalin auf Maximum ist, sie dann den Verdächtigen erwischen und von diesem geschlagen und getreten werden und sich dann festbeißen, überall geschrien wird, dann ist doch klar, dass die auf Kommando nicht mehr loslassen. Da kickt der Überlebensinstinkt und positiv bekommst du sie über konditionierte Laute nicht mehr weg. Deshalb werden sie ja oft abgewürgt, damit sie loslassen.
Das macht Polizei auch nicht aus Boshaftigkeit.
Wenn man in höchsten Stress und Trieblagen mit Tieren arbeitet, ist das die unschöne Realität.
Man kann natürlich argumentieren, dass so ein Einsatz von Hunden nicht mehr zeitgemäß ist (wäre meine Position). Aber zu glauben, dass da moderne Erziehung irgendwas ändert, wenn der Hund in Ekstase oder im Überlebensmodus ist, erscheint mir ein bisschen naiv.