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Dogorama-Mitglied
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heute 08:58

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :) Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen. Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren. Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet? Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen! Liebe Grüße
 
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Babs
heute 07:04
So ist es. Gestern hatten wir auch so eine Situation. Ein Reh springt auf und Cleo hängt in der Leine. Da brauche ich mit einem Abbruchkommando gar nicht zu kommen. Was machen? Ich warte bis das Reh verschwunden ist, der Hund langsam wieder ansprechbar wird und lenke den Fokus wieder auf mich. Wenn sie bei mir ist, schwanke ich zwischen ignorieren und loben, daß sie mir wieder Aufmerksamkeit schenkt. Wie würdet ihr hier handeln? Oder „reisst“ ihr den Hund aus der Situation raus. Hinterher jagen ist nicht möglich.
Es kommt m.M. darauf an, welches Ziel Du verfolgst.

Ich probiere ja immer wieder mal neue Methoden aus. Ich habe mich mal für eine lustige Variante entschieden. Lustiger Hund ... lustige Variante.

Ich:" Schau mal, da hinten sind Rehe." Newton:" Wo?" Ich:" Dahinten." Newton:" Oh, da sind Rehe. Alles klar. Ich bin dabei. Du auch?" Ich:" Super, lass uns vorher mal zergeln und in Stimmung bringen." Newton:" Finde ich eine gute Idee." Kurz gezergelt, dann ich." Du darfst die Rehe nicht vergessen." Newton:" Stimmt, da war was." Newton:" Guckst Du auch da hin?" Ich:" Ja, ich muss aber noch was zergeln." Newton:" Alles klar, machen wir." Wieder gezergelt. Nun waren die Rehe weg. Ich:" Wo sind die Rehe?" Newton:" Da hinten." Ich:" Wo?" Newton:" Wir müssen zergeln, dann kommen die wieder." Ich:" Alles klar." Gezergelt... Ich:" Zeig Rehe." Er:" Veräppel mich nicht. Die sind nicht mehr da. Zergeln ist eh besser."

Seit dem sage ich, wenn ich Rehe sehe:" Da hinten sind Rehe." Er schaut und schaut, bleibt aber stehen und wenn er genug geschaut hat, will er zergeln.

Also mein empfinden: Rehe sind toll, aber zergeln mit Frauchen nach langem gucken ist besser. Er entscheidet, wann gezergelt wird. Mir war wichtig, dass er lernt, selber zu entscheiden.

Ich habe oben sehr vermenschlicht meine Gedanken geschrieben, weil ICH in dieser Situation total locker war und gute,Laune hatte. Das war in dieser Situation m. M. n. sehr wichtig.
 
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Sylvia
heute 07:13
Es kommt m.M. darauf an, welches Ziel Du verfolgst. Ich probiere ja immer wieder mal neue Methoden aus. Ich habe mich mal für eine lustige Variante entschieden. Lustiger Hund ... lustige Variante. Ich:" Schau mal, da hinten sind Rehe." Newton:" Wo?" Ich:" Dahinten." Newton:" Oh, da sind Rehe. Alles klar. Ich bin dabei. Du auch?" Ich:" Super, lass uns vorher mal zergeln und in Stimmung bringen." Newton:" Finde ich eine gute Idee." Kurz gezergelt, dann ich." Du darfst die Rehe nicht vergessen." Newton:" Stimmt, da war was." Newton:" Guckst Du auch da hin?" Ich:" Ja, ich muss aber noch was zergeln." Newton:" Alles klar, machen wir." Wieder gezergelt. Nun waren die Rehe weg. Ich:" Wo sind die Rehe?" Newton:" Da hinten." Ich:" Wo?" Newton:" Wir müssen zergeln, dann kommen die wieder." Ich:" Alles klar." Gezergelt... Ich:" Zeig Rehe." Er:" Veräppel mich nicht. Die sind nicht mehr da. Zergeln ist eh besser." Seit dem sage ich, wenn ich Rehe sehe:" Da hinten sind Rehe." Er schaut und schaut, bleibt aber stehen und wenn er genug geschaut hat, will er zergeln. Also mein empfinden: Rehe sind toll, aber zergeln mit Frauchen nach langem gucken ist besser. Er entscheidet, wann gezergelt wird. Mir war wichtig, dass er lernt, selber zu entscheiden. Ich habe oben sehr vermenschlicht meine Gedanken geschrieben, weil ICH in dieser Situation total locker war und gute,Laune hatte. Das war in dieser Situation m. M. n. sehr wichtig.
Auch eine schöne Idee, werde ich in meine Spaziergänge mit einbauen😊
 
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Sylvia
heute 07:26
Ich reiß meinen Hund raus wenn er an der Leine zappelt, ich ruf sie ab. Wenn sie nicht zappelt, dann schauen wir die Rehe an und gehen langsam weiter. Ohne Leine kann es sein dass sie startet und dann breche ich ab. Es können noch ein paar Meter werden, aber sie erreicht nie das Wild. Die Meter werden kürzer. Gemeinsam Spuren nachsuchen ohne Leine geht, aber da muss man gut aufpassen, dass sie nicht selbst entscheidet. Ich lass sie einfach alleine ein Stück schnuppern und hole sie dann zu mir zurück oder gehe einfach weiter. Es wurde eh schon erwähnt von einigen, dass es für sie nicht das absolut alleinige passende Training ist und so ist es bei uns auch. Aber ich bin gelassener geworden. Und Gina‘s Reaktionen werden berechenbarer für mich. Alles in allem finde ich das Training im Buch toll, aber manchmal muss man seinen eigenen Weg noch finden und da helfen solche Anregungen.
Das sie auch ohne Leine durchstartet aber nicht weiter verfolgt ist natürlich komfortabel. Cleo ist dann leider erstmal weg. Deswegen muss sie an der Leine bleiben. Ich bin aber dank des Buches auch gelassener geworden und ärgere mich nicht mehr über ihr Verhalten.
 
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Kirsten
heute 08:19
So ist es. Gestern hatten wir auch so eine Situation. Ein Reh springt auf und Cleo hängt in der Leine. Da brauche ich mit einem Abbruchkommando gar nicht zu kommen. Was machen? Ich warte bis das Reh verschwunden ist, der Hund langsam wieder ansprechbar wird und lenke den Fokus wieder auf mich. Wenn sie bei mir ist, schwanke ich zwischen ignorieren und loben, daß sie mir wieder Aufmerksamkeit schenkt. Wie würdet ihr hier handeln? Oder „reisst“ ihr den Hund aus der Situation raus. Hinterher jagen ist nicht möglich.
Wir hatten letztes Jahr die Situation, dass ein Reh auf (!) dem Weg unmittelbar neben Mira aufgesprungen ist. Es war ein Busch davor und dahinter in einer Einbuchtung hatte es sich hingelegt. Es war für sie zum greifen nah.

Mir ist innerlich die Kinnlade bis auf den Boden gefallen. Das Reh ist geflüchtet, die Mira stand, jeder Muskel auf Hochspannung, bereit zum hinterhersetzen und hat es fliehen lassen. Sobald es außer Sicht war, wollte sie Vollgas hinterher. Ich habe sie auf die Rückspur geschickt, und musste danach immer noch zusehen, wie wir den Adrenalinspiegel wieder runterbekommen.

Ich bin froh, dass sie in dem Moment von sich aus komplett starr stehen geblieben ist.



Andere Situation zuhause, vor ein paar Tagen.
Wir gehen auf dem Weg an einer Wiese lang. Vor Mira geht ein Kaninchen hoch und ist ratzfatz im Galopp weg, weit ins Gebüsch.
Ich sehe, dass sie getriggert durch Dynamik einen Satz nach vorne machen wird, bis das Hirn anspringt und sie beobachten kann. Ich lasse für diesen Satz die Leine soweit durch Zeigefinger und Daumen gleiten, dass sie keinen Ruck abbekommt und eigenständig ohne die Leine zum stehen kommen kann.
So einen Satz nach vorne macht sie dann, wenn sie ausnahmsweise mal nicht mitbekommt, dass vor ihr Wild ist, er ist dem Überraschungsmoment geschuldet. Wenn er das Wild nicht gefährdet und wir dadurch nicht zu nahe kommen, lasse ich das zu, denn ich finde es grandios, dass sie dann selbstständig ins Stehen kommt. Sie in die Leine gehen zu lassen, wäre für sie vermutlich mit mehr Frustration verbunden.

Auf jeden Fall lobe ich in solchen Momenten.

Früher hat sie vollkommen die Fassung verloren und es war natürlich nicht damit zu rechnen, dass sie gucken kann, stehen kann usw.
Da ging nur festhalten. Das kann auch immer noch mal vorkommen, besonders wenn es um Tiere geht, die wir nicht kennen (den Nutria neulich, den hätte sie sich wohl geholt, wenn sie gekonnt hätte).
Mira bekommt von mir eine Menge Zeit zum wahrnehmen.

Je intensiver der Reiz, desto mehr achte ich darauf, dass wir möglichst zeitnah etwas ruhiges/ Pause machen können. Also nicht erzwungen, aber eben dass sie Zeit zum Verarbeiten bekommt und direkt im Anschluss möglichst nicht wieder was On-Top kommt.

Ich lese immer wieder begeistert von Ullihunden, die nach einiger Zeit selbst entscheiden können, dass sie eine Pause benötigen und ihren Menschen sogar darauf aufmerksam machen.
Bei uns ist das nicht so. Ich muss gut hinsehen, aber zum Glück habe ich einen Hund, der körpersprachlich unheimlich leicht zu lesen ist.

Ich kenne es noch von früher, gab es nicht ausreichend Pause, dann reagiert sie sehr schnell auf alles.
 
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Petra
heute 08:19
Das sie auch ohne Leine durchstartet aber nicht weiter verfolgt ist natürlich komfortabel. Cleo ist dann leider erstmal weg. Deswegen muss sie an der Leine bleiben. Ich bin aber dank des Buches auch gelassener geworden und ärgere mich nicht mehr über ihr Verhalten.
So sehe ich das auch 😉
 
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Petra
heute 08:25
Das sie auch ohne Leine durchstartet aber nicht weiter verfolgt ist natürlich komfortabel. Cleo ist dann leider erstmal weg. Deswegen muss sie an der Leine bleiben. Ich bin aber dank des Buches auch gelassener geworden und ärgere mich nicht mehr über ihr Verhalten.
Spielen ist gut, wenn man sie damit ablenken und animieren kann.
Bei uns ist der Fokus vom Hund tatsächlich auf jagen und fressen ausgelegt. Also wenn ich eine Handvoll Leckerlie werfen und suchen lasse dann wäre es bei uns so und das sollte ich auch mal ausprobieren. Nach dem erfolgreichen Rückruf werfe ich öfters mal Leckerli zum runter kommen.
 
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Katja
heute 08:56
Wir hatten hier in der Stadt heute Früh auch unseren Schreckmoment: auf dem Hinweg roch es zwischen Tierpark & U-Bahn (ca. 20m breit, auf beiden Seiten Zäune) schon nach Maggi.
Auf dem Rückweg blieb Polli dann an derselben Stelle stehen und starrte ins Gebüsch!
Ich wandte den Blick nach rechts und hatte das Gefühl, dass ich nur den Arm hätte ausstrecken müssen, dann hätte ich die Borsten des Schweins, was da lag gespürt! Das war kein Meter vom Weg entfernt!!!
Mein Freund sah dann noch Streifen (die Frischlinge) und wir haben zu dritt die Beine in die Hand genommen!!!

Die brav anzeigende Hundine wurde natürlich in sicherem Abstand sehr überschwänglich gelobt!
Ein Glück ist sie nicht ins Gebüsch reingegangen!!!😳
Was die Sau dazu gebracht hat, sich ausgerechnet da hinzulegen… keine Ahnung…
 
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SandrA
heute 08:58
Wir hatten letztes Jahr die Situation, dass ein Reh auf (!) dem Weg unmittelbar neben Mira aufgesprungen ist. Es war ein Busch davor und dahinter in einer Einbuchtung hatte es sich hingelegt. Es war für sie zum greifen nah. Mir ist innerlich die Kinnlade bis auf den Boden gefallen. Das Reh ist geflüchtet, die Mira stand, jeder Muskel auf Hochspannung, bereit zum hinterhersetzen und hat es fliehen lassen. Sobald es außer Sicht war, wollte sie Vollgas hinterher. Ich habe sie auf die Rückspur geschickt, und musste danach immer noch zusehen, wie wir den Adrenalinspiegel wieder runterbekommen. Ich bin froh, dass sie in dem Moment von sich aus komplett starr stehen geblieben ist. … Andere Situation zuhause, vor ein paar Tagen. Wir gehen auf dem Weg an einer Wiese lang. Vor Mira geht ein Kaninchen hoch und ist ratzfatz im Galopp weg, weit ins Gebüsch. Ich sehe, dass sie getriggert durch Dynamik einen Satz nach vorne machen wird, bis das Hirn anspringt und sie beobachten kann. Ich lasse für diesen Satz die Leine soweit durch Zeigefinger und Daumen gleiten, dass sie keinen Ruck abbekommt und eigenständig ohne die Leine zum stehen kommen kann. So einen Satz nach vorne macht sie dann, wenn sie ausnahmsweise mal nicht mitbekommt, dass vor ihr Wild ist, er ist dem Überraschungsmoment geschuldet. Wenn er das Wild nicht gefährdet und wir dadurch nicht zu nahe kommen, lasse ich das zu, denn ich finde es grandios, dass sie dann selbstständig ins Stehen kommt. Sie in die Leine gehen zu lassen, wäre für sie vermutlich mit mehr Frustration verbunden. Auf jeden Fall lobe ich in solchen Momenten. Früher hat sie vollkommen die Fassung verloren und es war natürlich nicht damit zu rechnen, dass sie gucken kann, stehen kann usw. Da ging nur festhalten. Das kann auch immer noch mal vorkommen, besonders wenn es um Tiere geht, die wir nicht kennen (den Nutria neulich, den hätte sie sich wohl geholt, wenn sie gekonnt hätte). Mira bekommt von mir eine Menge Zeit zum wahrnehmen. Je intensiver der Reiz, desto mehr achte ich darauf, dass wir möglichst zeitnah etwas ruhiges/ Pause machen können. Also nicht erzwungen, aber eben dass sie Zeit zum Verarbeiten bekommt und direkt im Anschluss möglichst nicht wieder was On-Top kommt. Ich lese immer wieder begeistert von Ullihunden, die nach einiger Zeit selbst entscheiden können, dass sie eine Pause benötigen und ihren Menschen sogar darauf aufmerksam machen. Bei uns ist das nicht so. Ich muss gut hinsehen, aber zum Glück habe ich einen Hund, der körpersprachlich unheimlich leicht zu lesen ist. Ich kenne es noch von früher, gab es nicht ausreichend Pause, dann reagiert sie sehr schnell auf alles.
Deine Beschreibung von „extern (Leine)“ und „intern (Regulation?)“ herbeigeführter „Entscheidungsfindung“ hat bei mir nochmal einiges sortiert.

So, wie du es schilderst, wird für mich sehr greifbar, dass die Leine erstmal den Rahmen gibt und externe Kontrolle übernimmt, innerhalb derer der Hund (wieder) regulieren/lernen kann. Und in diesem sicheren Rahmen kann dann das entstehen, was du beschreibst - wahrnehmen, stehen bleiben, verarbeiten, sich selbst wieder finden und rausnehmen. Bei Neo klappt das mittlerweile überwiegend recht gut - bei Ivy (vor allem seit der Läufigkeit) überwiegend eher nicht.🙈 Da geht es nur über Distanz zum Trigger sonst kocht die komplett über🙄

Die Leine ersetzt in vielen Situationen diese fehlende Selbstkontrolle und ein Abbruch kann diese Funktion für mich nicht wirklich übernehmen, weil er ja auch nur greift, solange der Hund eben noch ansprechbar ist. Ich habe aber Hunde, die genau da ihre Baustelle haben - Erregungslevel zu schnell zu hoch.

Gerade mit Blick darauf hilft mir diese Einordnung total, weil sie erklärt, warum manches schon gut funktioniert und anderes eben noch nicht.😅

Danke dir für diese Perspektive ☺️.