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Dogorama-Mitglied
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heute 15:24

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :)
Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen.

Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren.

Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet?

Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen!

Liebe Grüße
 
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Dogorama-Mitglied
6. Apr. 18:06
Hallo Frauchen Sag mal, war Dracu immer schon so, daß er so ruhig auf Bewegungsreize reagiert und sich umlenken lässt? In der Situation könnte ich vor Cleo ein Rinderfilet hin- und herschleudern; dieses würde sie gar nicht wahrnehmen. Dracu ist als Bracke oder Brackenartiger Hund ja eher zur Schweißarbeit geschaffen. Wie war er denn als du ihn bekommen hast? Es ist auf jeden Fall sehr beeindruckend wie ihr zusammenarbeitet.
Nein, dass war nicht immer so.

Anfangs reagierte Dracu sogar auf einzelne Vögel am Himmel.
Auch bei flüchtigen Großwild hing er je nach Reiz winselnt in der Leine.
Im ersten Jahr waren intensive Wildgerüche gar nicht möglich, er war völlig überfordert, stand wie ein Erdmännchen witternt und jaulend in der Leine.

In der ungerichteten Appentenz ist Dracu orientiert und abrufbar.
Er darf aber nicht in die gerichtete Appentenz fallen dann spielt er die komplette Verhaltenskette ab, bis sie in seinen Augen erlischt.
Aber auch das ist abgemildert, sodass er in höchster Erregung Impulskontrolle beweisen kann.

Mir ist es in der Anfangszeit auch schon passiert das Dracu entwischt ist und er über zwei Stunden weg war.
Er war gesichert aber beim entfitzen vom Baum, und nässe flutschte sie mir bei einem Ruck aus der Hand, da war Dracu bereits in der gerichteten Appetenz.

Ich denke es gehört auch ein Funken Glück dazu, was Dracu's Charakter angeht das er so gut zusammenarbeitet mit mir.

Mittlerweile vertraue ich ihm enorm.
Wildsichtung ist gar kein Problem mehr.

Und ob es können ist, wird sich zeigen wenn Bracke Nummer 2 vorübergehend einzieht.😁
 
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Sylvia
6. Apr. 18:24
Nein, dass war nicht immer so. Anfangs reagierte Dracu sogar auf einzelne Vögel am Himmel. Auch bei flüchtigen Großwild hing er je nach Reiz winselnt in der Leine. Im ersten Jahr waren intensive Wildgerüche gar nicht möglich, er war völlig überfordert, stand wie ein Erdmännchen witternt und jaulend in der Leine. In der ungerichteten Appentenz ist Dracu orientiert und abrufbar. Er darf aber nicht in die gerichtete Appentenz fallen dann spielt er die komplette Verhaltenskette ab, bis sie in seinen Augen erlischt. Aber auch das ist abgemildert, sodass er in höchster Erregung Impulskontrolle beweisen kann. Mir ist es in der Anfangszeit auch schon passiert das Dracu entwischt ist und er über zwei Stunden weg war. Er war gesichert aber beim entfitzen vom Baum, und nässe flutschte sie mir bei einem Ruck aus der Hand, da war Dracu bereits in der gerichteten Appetenz. Ich denke es gehört auch ein Funken Glück dazu, was Dracu's Charakter angeht das er so gut zusammenarbeitet mit mir. Mittlerweile vertraue ich ihm enorm. Wildsichtung ist gar kein Problem mehr. Und ob es können ist, wird sich zeigen wenn Bracke Nummer 2 vorübergehend einzieht.😁
Vielen Dank für deine Info. Hast du super hinbekommen👍
 
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Katja
6. Apr. 22:02
Mag sein, dass es bei Katja und Polli die richtige Wirkung hat, aber es kräuseln sich mir die Nackenhaare bei der Bezeichnung Abbruch. Es wird nichts abgebrochen, es wird zum rechten Zeitpunkt interveniert damit die Verbindung/das Gespräch aufrechterhalten bleibt. Das ist keine Wortklauberei! (lach nicht! *lach)
Kein Problem, ich hänge mich in meinem Kopf auch an Worten auf!
Da hilft nur Nachfragen und richtig einsortieren…😉

„Abbruch“ bedeutet in meinem Sprachgebrauch wirklich „nein, wir machen jetzt nicht das, was Dir grad in den Sinn gekommen ist…“. Nähmlich zu den Gänsen rüberzurennen, weil die dann so lustig flattern.
Sondern ich schaue mal, was Frauchen gerade an spannenden Dingen zu bieten hat… in dem Fall mit wehenden Ohren eine Extrarunde zu drehen und stattdessen Frauchen fangen… auch wenn die nicht so schön flattern kann.🥴
Akustisch muss ich halt einmal in der höchsten Fokussierung bei ihr durchkommen.
Ich mag das „Nein“ nicht und habe mich daher eher auf ein kurzes „Ey!“ verlegt.
Ich würd‘s gerne auch geräuschlos machen, aber das funktioniert dann nur im Nahbereich, nicht auf Distanz, wenn der optische Fokus von mir weggerichtet ist.
 
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Katja
6. Apr. 22:06
„Bei uns ist’s ein „heyheyhey“… das lässt sich auch schön mit unserem Abbruch-/Erinnerungssignal „Ey“ (1x) kombinieren…“ Es geht nicht um Abbruch, dass du das so lapidar schreibst, zeigt mir, dass du die Philosophie irgendwie noch nicht so richtig verstanden hast, es geht um Aufmerksamkeit und ja, um eine Erinnerung und Ansprache, dass niemand die Gemeinschaft verlässt, gejagt wird zusammen. Aber es darf nicht bei der Ansprache bleiben, dann verlierst du den Hund wieder, ihr müsst immer im Gespräch sein. Das ist das grundlegende Ulli-Mindset.
PS: Mir geht’s übrigens nicht drum, irgendetwas „richtig oder falsch“ zu machen.
Sondern in Verbindung mit meinem Hund zu stehen und Dinge gemeinsam zu tun…😉
 
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Jochen
7. Apr. 06:14
PS: Mir geht’s übrigens nicht drum, irgendetwas „richtig oder falsch“ zu machen. Sondern in Verbindung mit meinem Hund zu stehen und Dinge gemeinsam zu tun…😉
Das hier ein Ulli Reichmann Thread, ich denke da ist es schon legitim darauf hinzuweisen, dass ein Abbruch mit dieser Philosophie nicht konform geht.
 
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Sarah
7. Apr. 08:17
Hi, hier meine zusammenhanglosen Gedanken zum Nein.
1. Denke ich, dass der Rezipient bestimmt, was eine Strafe/ein Abbruch durch Vermeidung ist. -> Dracu wirkt in dem tollen Video für mich absolut nicht gestraft, sondern an eine Abmachung erinnert.
2. Könnte Nein nicht (natürlich nur in diesem Zusammenhang) ein Spektrum sein? Ich lerne sehr viel aus diesem tollen Thread, arbeite aber nicht nach dem Ulli-Weg. Wenn ich mit Wilma Dummyarbeit mache, zeigt ihr ein ,,A" an, dass sie sich vom Dummy zu weit entfernt. Wie ein ,,kalt" beim Topfschlagen. Beim Fährtenuntersuchen auf der Rehwiese funktioniert dieses ,,A" wie ein Abbruch-> wir konzentrieren uns in eine andere Richtung, z.B. weil der Wechsel in ein Brombeergebüsch führt. Je nachdem wie vertieft Wilma arbeitet, kann das A sehr sanft oder etwas schärfer ausgesprochen werden. Ich muss einschätzen, wie viel Intensität gerade nötig ist. Da finde ich es schwierig die Grenze zu ziehen und zu sagen, ab dann ist es eine Vokabel auf die wir uns vorher verständigt haben und alles darüber ist ein Abbruch. Ergibt das Sinn?
 
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Katja
7. Apr. 08:57
Das hier ein Ulli Reichmann Thread, ich denke da ist es schon legitim darauf hinzuweisen, dass ein Abbruch mit dieser Philosophie nicht konform geht.
Klaro, Du darfst natürlich alles, was Du willst!😀

Und wenn die anderen hier auch der Meinung sind, sowas passt hier nicht rein, dann hör ich auch gerne auf zu schreiben, hab ich kein Problem mit (abmelden werd ich mich deswegen aber nicht…).

Bisher hatte ich jedoch einen anderen Eindruck, auch nach der expliziten Nachfrage des Frauchens…

Aber Du darfst natürlich jederzeit gerne auch mehrfach sagen, was Du denkst und ich behalte auch die Pfötchen dafür im Blick!

Ich schreibe generell, wenn ich denke, ich kann etwas beitragen, was anderen vielleicht nützt… und nicht zur Selbstdarstellung…
 
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Ina
7. Apr. 08:58
Danke für den Link! 🤩
 
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Katja
7. Apr. 09:00
Danke Dir, Kirsten, für diese fast schon philosophischen Ausführungen!😀

So macht der Austausch immer wieder Spaß, auch bei u.U. kontroversen Meinungen!

Der moralische Zeigefinger löst dagegen spontan andere Reaktionen bei mir aus, die ich aber beileibe hier nicht aufschreiben werde, weil es niemandem was bringt.
Jeder wie er meint.
 
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Babs
7. Apr. 09:09
Vielen Dank für Deine Gedanken Kirsten und ich finde es sehr interessant darüber nachzudenken, was ein "nein" überhaupt bedeutet.

In der "klassischen " Hundeerziehung wird das Wort "nein" oftmals als reines Abbruchsignal verstanden. Ob ich aber nun "eh eh", "Kartoffelsalat" oder ein sonstiges Wort oder einen Laut (wie einen Pfiff) nehme, hat m. M. n. innerhalb des jeweiligen Mensch-Hund-Teams seine eigene Bedeutung. Es kommt m. M. n. immer darauf an, was bzw. wie es beim Hund ankommt (Sender-Empfänger). Z. B. spielt es eine große Rolle, wie das Abbruchsignal aufgebaut wurde. Ist es für den Hund überhaupt negativ behaftet?

Ich bin ja ein Fan des objektiven Beobachtens und versuche so wenig wie möglich zu schnell in eine Bewertung reinzugehen. Und man kann m. E. beobachten, wie es beim Hund ankommt. Zuckt er zusammen oder zeigt er:" Alles klar, ich vertraue Dir, dass Du gerade einen wichtigen Grund hast, mich davon abzuhalten." (menschlich ausgedrückt).

Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass ein klassisches Abbruchsignal ("was Du auch immer gerade vor hasst ... brech Dein Handeln ab") jeder Hund kennen sollte, da es über Leben und Tod entscheiden kann. Ich könnte nicht mehr in einer lebensbedrohlichen Situation so einfach ruhig bleiben, sondern würde unser klares Abbruchsignal anwenden (das ich klar - ohne zittriger Stimme - aussprechen kann). Für mich ist das klassische Abbruchsignal ein Notfallkommando. Unser Abbruchsignal ist auch mit keiner weiteren Handlung verbunden. Danach käme bei uns z. B. bleib mal stehen, oder komm zu mir oder geh einfach weiter, oder schau mich an.

Insgesamt empfinde ich ein Abbruchsignal nicht als negativ, wenn es ordentlich aufgebaut wurde. Es ist eine Grenze, die gesetzt wird. Egal, wie man es formuliert. Ausschlaggebend ist, was und wie es beim Hund ankommt.