Ich persönlich würde bei einem Hund aus dem Ausland die regelmäßigen Kontrollen tatsächlich ernst nehmen – gerade weil ein einmaliger negativer Test leider keine lebenslange Entwarnung bedeutet.
Meine Mutter hat damals ihren Hund aus Italien übernommen. Bei der Einreise wurde er getestet und ihr wurde leider vermittelt, dass danach keine weiteren Kontrollen notwendig seien. Wir wussten deshalb gar nicht, dass bestimmte Mittelmeerkrankheiten auch deutlich später noch Probleme machen können.
Mit etwa fünf Jahren kam dann der absolute Schock: Morgens war er noch voller Leben und wenige Stunden später ging es ihm plötzlich richtig schlecht. Er war eiskalt, konnte sich kaum noch bewegen und wir wussten zunächst überhaupt nicht, was mit ihm passiert. 😔
Am Ende wurde eine Ehrlichiose festgestellt und die Erkrankung hatte bereits schwere Folgen für seinen Körper, unter anderem für die Nebennieren. Er hat es zum Glück geschafft, aber wirklich gesund wurde er leider nie wieder. 💔
Seitdem sehe ich das Thema natürlich mit anderen Augen. Ich würde bei einem Auslandshund zumindest regelmäßig mit der Tierärztin/dem Tierarzt besprechen, ob und welche Kontrollen sinnvoll sind – gerade bei Hunden aus entsprechenden Risikogebieten.
ESCCAP weist ebenfalls darauf hin, dass Erkrankungen wie Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose oder Dirofilariosen bei importierten Hunden teilweise zunächst unauffällig verlaufen können und je nach Erkrankung auch erst später auffällig werden. Bei der Leishmaniose kann eine Infektion sogar erst Jahre nach dem Import klinisch relevant werden.
Deshalb wäre mein persönlicher Rat: Nicht in Panik verfallen und auch nicht zwangsläufig jedes Jahr blind „alles testen“, sondern die Vorgeschichte des Hundes mit dem Tierarzt besprechen und einen sinnvollen Kontrollplan erstellen.
Meine Erfahrung hat mir jedenfalls gezeigt, dass „bei der Einreise negativ getestet“ nicht bedeutet, dass man das Thema für den Rest des Hundelebens vergessen sollte.