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Nana
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Anzahl der Antworten 59
zuletzt 5. Mai

Leinenführung mit 11 Monaten

Ich bin ein wenig verzweifelt mit meiner Hündin (11 Monate) wegen der Leinenführung. Wir gehen seit 6 Monaten in die Hundeschule wo das sort auch geübt und gezeigt wird, aber bei diesem Hund bringt einfach alles nichts. Mit alles meine ich: Richtungswechsel, Blockieren, Stehenbleiben, Blickkontakt mit Leckerlis. Diese Hündin fährt einfach komplett ihren Film draußen. Auch wenn sie schnüffelt, dauert das auch immer extrem lange. Wenn ich sie nicht rufen würde (und selbst da reagiert sie erst nach 4x rufen) würde sie an einer Stelle 15 Minuten schnüffeln. Beim schnüffeln zieht sie dann auch extrem. Ich bin so verzweifelt mittlerweile. Ist das normal, dass man in sem Alter noch arg den eigenen Film fährt draußen. Ich finde das so schade, weil sie grundsätzlich irrsinnig schnell lernt und ich ich nur paar Mal Sachen zeigen muss, vis sie es versteht, aber Gehen an der lockeren Leine versteht sie einfach überhaupt nicht. Geschirr Halsband und beides auch schon versucht. Was mach ich falsch???
 
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Claudia
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28. Apr. 05:42
Die ganzen Methoden bringen nichts, wenn das Erregungslevel und die Reize zu hoch sind.
Also… langweilige Strecken gehen (z.b mitten auf der Straße/Weg, gleiche Strecke mehrfach hin und zurück). Focus auf dich lenken, Spaß haben, spannend sein.
Belohne mit schnüffeln lassen, ein paar Meter Focus und lockere leine, dann freigeben.
 
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Nicky
27. Apr. 21:08
https://dogorama.app/de-de/gruppen/Leinenfuehrigkeit_Orientierung_zum_Halter-pt6CCaQ4pF10Oyf7XGj6/
 
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Nicky
27. Apr. 21:10
https://dogorama.app/de-de/forum/Erziehung_Training/Ziehen_an_der_Leine-L3oDJDmKJ8rdROUIrnpo/
 
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Kathi
27. Apr. 22:39
Bei meinem Hund liegt das an der Leine ziehen draußen daran, dass die Reize für ihn extrem spannend sind, da ist ihm Zug auf der Leine völlig egal. Wenn die Leinenlänge nicht ausreicht um zum gewünschten Ziel zu kommen, dann hängt er sich halt noch mehr rein. Verstanden, dass er das nicht soll, hat er aber ganz genau.
Der Schlüssel war bei uns die Ursache anzugehen und das ist das hohe Erregungslevel gepaart mit der Erwartungshaltung.
Ich würde dir empfehlen in deiner Hundeschule mal Einzelstunden zu nehmen, dass ihr da mal im Detail draufschaut, warum sie das eigentlich macht. Wir haben damals immer wieder „Zeitlupenspaziergänge“ eingebaut, also wirklich im Schneckentempo ganz entspannt ein paar hundert Meter gehen. So musste mein Hund sich mit der Umgebung auseinandersetzen und konnte nicht hektisch von einem Reiz zum nächsten rennen.
Ich nehme ihn in neuen Umgebungen anfangs immer noch kurz, bis ich merke, dass er angekommen ist und an längerer Leine schnüffeln kann ohne dabei hochzufahren.
 
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Claudia
28. Apr. 05:42
Die ganzen Methoden bringen nichts, wenn das Erregungslevel und die Reize zu hoch sind.
Also… langweilige Strecken gehen (z.b mitten auf der Straße/Weg, gleiche Strecke mehrfach hin und zurück). Focus auf dich lenken, Spaß haben, spannend sein.
Belohne mit schnüffeln lassen, ein paar Meter Focus und lockere leine, dann freigeben.
 
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Nana
28. Apr. 05:55
Die ganzen Methoden bringen nichts, wenn das Erregungslevel und die Reize zu hoch sind. Also… langweilige Strecken gehen (z.b mitten auf der Straße/Weg, gleiche Strecke mehrfach hin und zurück). Focus auf dich lenken, Spaß haben, spannend sein. Belohne mit schnüffeln lassen, ein paar Meter Focus und lockere leine, dann freigeben.
Und wenn man das länger macht, wird das Erregungslevel kleiner?
Mein Hund wird dann nicht unglücklich wenn ich mit ihm immer die gleiche Strecke gehe?
 
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Claudia
28. Apr. 06:50
Und wenn man das länger macht, wird das Erregungslevel kleiner? Mein Hund wird dann nicht unglücklich wenn ich mit ihm immer die gleiche Strecke gehe?
Wenn man etwas trainiert, dann immer in reizarmer Umgebung. Woher soll er denn wissen, was du von ihm willst, wenn er immer abgelenkt ist und nicht konzentriert ist.
Jeder hat mal solche und solche Tage, an den Tagen/Stunden, wo das Erregungslevel besonders hoch ist, nur wenig üben oder gar nicht.
Irgendwann schaltet der Hund und macht automatisch das, was du möchtest, er merkt, dass es entspannter wird. Wird dann wieder mal mehr gezogen - Richtung wechseln oder was immer so bei euch klappt.
Unglücklich wird er nicht, da du ja nicht permanent Leinenführigkeit trainierst, sondern auch andere Spaziergänge machst 😉
 
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Claudia
28. Apr. 06:51
Für die anderen Spaziergänge hast du ja noch das „Fuß“ um ihn bei dir zu behalten.
 
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Sonja
28. Apr. 06:57
Auch wenn für uns eine Strecke "gleich" ist, ist sie für den Hund nicht. Es gibt auf der Strecke halt weniger "aufregendes was genaustens begutachtet werden muss" (an der Leine ziehen weil er dorthin will). ABER "gleich" ist die strecke für ihn nicht: z.B. Gerüche ändern sich dauernd , und zwar im "Sekunden/Minutentakt". Ein Windhauch dreht Blätter um, eine Maus/Eichhörnchen rennt in Entfeenung m entfernung durchs unterholz und "wühlt" dabei Erdboden auf, ein anderer Mensch /Hund ging vor 5min dort vorbrbei etc etc...das alles verändert den Geruch und Hunde "sehen" ja mit der Nase, also "Langweilig" wird es einem Hund dabei nicht, (es sei denn es währe ein steriler Raum wo auf und ab gegangen wird) 🤗
 
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Ilona
28. Apr. 06:58
Und wenn man das länger macht, wird das Erregungslevel kleiner? Mein Hund wird dann nicht unglücklich wenn ich mit ihm immer die gleiche Strecke gehe?
Du musst dir vor mal vorstellen, wieviel Reize ein Hund beim längeren Spaziergang mit bekommt. Da sind die unterschiedlichsten Gerüche, Geräusche aus der Umwelt, Bewegungsreize durch Autos, Radfahrer, Spaziergänger, Hunde, Katzen etc. Jeder Meter mehr bedeutet eben auch viel mehr Reize, die auch verarbeitet werden müssen.
Hast du jetzt einen Hund, der noch jung ist, der draussen generell ne hohe Erregungslage hat, der vielleicht auch Krankheiten hat etc, braucht der Spaziergänge die erstmal entschleunigen und ihm helfen, die Reize zu verarbeiten. Das geschieht mit in einem langsamen Tempo, durch Oneways, durch Glotzpausen....
Yuna war früher auch so ein Kaliber. Da hat uns die Trainerin geraten genau das geraten. Plus eine längere Leine zu nutzen. So das der Hund nicht nach 2m. Im Geschirr hängt. Hat bei uns dann den Erfolg gebracht. Nicht von jetzt auf gleich, aber nach und nach. Was dann noch wichtig ist zu schauen, wieviel Stress hat denn euer Hund. Beleuchte mal dein Tagesablauf. Was macht ihr so? Wieviel Schlaf / Ruhe hat euer Hund? Meistens befinden sich da auch schon die Fallstricke. Bleib geduldig. Ihr bekommt das schon hin.
 
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Anja
28. Apr. 07:33
Nur meine Erfahrung: In der ersten Hundeschule waren 70% Labradore und Retriever. Die 30% Hundehalter mit anderen Rassen/Mischlinge (zu denen wir gehörten) hatte ihre liebe Not mit dem Training, weil sich dieses an den Labbies und Goldies orientierte. Da Cora mein erster Hund war, dachte ich, dass ich irgendetwas falsch mache, weil sie auch "ihr Ding" machte.
Ich kann Dir nur raten: Geduld und trainieren, trainieren, trainieren...
Eine Trainerin sagte uns mal: "Die Letzten werden die Ersten sein..." und das hat sich bewahrheitet.
Als erwachsener Hund (so ab dem 3. Jahr) war Cora ein toller Hund, der überall willkommen war.
Bleib dran, das wird. Such DEINEN Weg und versuch nicht "Schema F".
😉
Nachtrag: Für mich war sie auch als Junghund mit bunter Knete im Kopf der tollste Hund, und freundlich und "gesellschaftstauglich" war sie auch immer. Aber dem dritten/vierten Jahr mutierte sie aber nach und nach zum "Vorzeigehund". Aber sie blieb ein Schnauzer mit eigenem Kopf. Und auch deine Fellnase scheint ein Terrier-Dickschädel zu sein. Vergleiche ihn nicht mit Hunden, denen ein Will-to-Please angezüchtet wurde. Den Fehler habe ich anfangs auch gemacht...